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Antikfliegen 2006

von Peter Müller
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Weder am ersten noch am zweiten Termin war an eine Durchführung des Antikfliegens auch nur im Entferntesten zu denken. Die Organisatoren beschlossen deshalb, den Anlass ein weiteres Mal zu verschieben. Endlich, am 19. August war uns das Wetter wieder gut gesinnt und auch der Boden war nicht mehr allzu feucht, sodass die Stiefel zu Hause gelassen werden konnten.

Bereits um acht Uhr trafen die ersten Piloten ein und stürmten das Kaffeebuffet, wo die Helfer Roger, Heinz und Susanne alle Hände voll zu tun hatten. Krauers, die Vermieter des Modellflugplatzes, hatten wieder einen grosszügigen Parkplatz vorbereitet, der viel Raum für die unzähligen Modelle zulliess. Es war eine Augenweide, die zum Teil wirklich antiken, aber auch die in jüngerer Zeit gebauten Modelle des Jahrganges 1970 und älter zu bestaunen (auch die meisten Teilnehmer waren definitiv 1970 und älter ...).

Die Gummimotorflugzeuge von Fredi Genther und Hanno Pfeiffer waren wie jedes Jahr die lautlosen Stars des Tages. Trotz



des Windes und des nahen Maisfeldes wurden alle diese frei fliegenden Leichtmodelle wieder gefunden. Gelernt ist gelernt! Zwei dieser Modelle (Erfolgsmodell von 1951 von Traugott Haslach/MG Zürich und Wakefield von Dick Korda/USA) waren etwas grösser und mit RC ausgerüstet. Durch die langsame Fluggeschwindigkeit ergaben sie eindruckliche, imposante Silhouetten am leicht bewölkten Himmel.

Ruedi Schenker war der Pechvogel und der Gewinner des Tages zugleich. Wie schon so mancher schätzte er die Distanz zum nahen Wald zu weit ein, weshalb sein «Jumbo Riedstern» in der Landekurve ausgerechnet den höchsten Baum für eine Pause aussuchte. Da gerade Ueli Krauer mit Kindern anwesend war, griff er zum Handy und telefonierte seinem Förster-Kollegen, der nach kurzer Zeit auftauchte die Tanne erklomm und den Motorflieger nach einer halben Stunde Klettern in dichten Geäst fast unbeschadet herunterbrachte. Ruedi stand aber schon vorher als Sieger des

Wanderpokals fest, denn dieser sollte dem ältesten Teilnehmer überreicht werden. Jedes Jahr wird ein neues Kriterium studiert, es soll ja kein Wettfliegen veranstaltet werden. Fesselflieger konnten fast den ganzen Nachmittag bewundert werden, wie sie unermüdlich ihre Kreise drehten. Auch die Dieselmotoren sprangen besser an als dies die meisten aus jener Zeit in Erinnerung haben ...

Neben vielen anderen eindrucklichen Vorstellungen war sicher ein Höhepunkt die Kunstflugvorführungen von Ernst Dällenbach mit seinem Marabu, dem Weltmeisterflugzeug 1969 und 1971 von Bruno Giezendanner. Motorisiert mit einem 15-ccm-4-Takter fielen natürlich die «runderen» Figuren auf, die sich aus dem viel besseren Leistungsgewicht ergaben. Der Pilot konnte damals nicht beliebig mit dem Gasknüppel kompensieren.

Ebenfalls meisterlich wurde auch das Model «Funkboy» von Aschi Madertanner vorgeflogen. Ausgerüstet mit einer Variophon/Varioton-Tipanlage war kaum ein fliegerischer Unterschied zu



einer modernen Propanlage festzustellen. Offenbar wegen des regnerischen Augusts erschien Bruno



Ferrari gleich mit einem Wasserflugzeug. So wäre er auf alle Wetterkapriolen bestens vorbereitet gewesen. Zum Glück brauchte er die Schwimmer nicht für Wasserungen!

Der traditionelle Ausklang fand mit dem Nachtessen unter freiem Himmel statt. Noch gut 20 Teilnehmer labten sich am heissen Schinken und Kartoffelsalat und beendeten den erlebnisreichen Tag mit Fachsimpeln und Diskutieren über längst vergangene Zeiten. Die paar Regentropfen zu Beginn des Nachtessens störten niemanden wirklich und für jedermann war selbstverständlich: Beim nächsten Treffen am 4. August 2007 sind wir wieder dabei.

Peter Müller



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