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Trainer für Jung und Alt

von Matthias Bosshard
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Seit Jahren veranstaltet unser Modellflug-Verein im Rahmen der Ferienaktivitäten während der Frühlingsferien einen eintägigen Baukurs für Mittelstufenschüler. Es wird während rund vier Stunden gelehmt, geschliffen und lackiert, um dann am Nachmittag auf dem Modellflugplatz die kleinen Flieger unter fachkundiger Mithilfe einzufliegen. Bei dieser Gelegenheit werden auch noch die Modelle der Vereinsmitglieder im Fluge vorgeführt sowie Fliegen am Doppelsteuer angeboten. Zu diesem Zweck beschäftigte ich mich schon seit längerem mit der Suche nach einem geeigneten Nachwuchstrainer, der elektrisch betrieben, während mehrerer Stunden zuverlässig seine Arbeit verrichten und alle brüsken und ungewollten Steuerbefehle der Neulinge möglichst gutmütig und robust wegstecken sollte. Gerne stelle ich euch zwei Modelle vor, die diesen Zweck perfekt erfüllen.


Graupner Trainer 65

Mit rund 170 cm Spannweite und einer Profildicke von 18% sieht man ihm die Gutmütigkeit auf den ersten Blick an. Der Fertigbaukasten lässt keine Wünsche offen hinsichtlich Holzqualität und Bespannung. Das ist mein erstes Fertigmodell, bei dem ich nicht zuerst den Heissluftföhn zur Hand nehmen musste!

Der Trainer ist robust aufgebaut und in rund fünf Stunden komplett fertig gebaut. Der Einbau des Axi-Motors und des Lipo-Akkus könnt ihr den Fotos entnehmen. Das Abfluggewicht beträgt ca. 3000 g.

Die Flugeigenschaften sind absolut problemlos. Das Modell verhält sich auch in ungeübter Hand gutmütig und verzeiht fast alles. Hauptanwendungszweck ist eindeutig Grundschulung mit Start- und Landetraining. Im einfachen Kunstflug macht sich das stark gewölbte, dicke Profil speziell im Rückenflug negativ bemerkbar. Loopings und Turns sind jedoch problemlos fliegbar. Einzig die Flügelbefestigung mittels beiliegender Gummis konnte nicht überzeugen. Obwohl sechs bis acht Gummis verwendet wurden, sprang der Flügel bei ruckartigen Belastungen jeweils aus der vorgesehenen Position, was jedoch nur eine kleine Schwerpunkt- und Anstellungswinkelverschiebung zur Folge hatte. Auch so kann das Modell problemlos gelandet werden. Eine Befestigung mittels Buchenrundstab und Nylonschrauben löste auch dieses kleine Problem.



Kyosho Calmato

Der Calmato ist ein wenig kleiner (160 cm) und filigraner. Erhältlich ist er in einer Hoch- und Tiefdeckervariante. Auch bei diesem Baukasten erhält der Käufer ein hochwertiges Produkt, das in wenigen Stunden fertiggestellt ist. Die Holzqualität ist ein wenig leichter als beim Trainer 65, was sich in einem Fluggewicht von 2500 g niederschlug. Der Calmato spielt seine Stärken im einfachen Kunstflugtraining aus. Hier läuft das dünnere Profil etwas besser, auch Rückenflug ist problemlos fliegbar. Die Überzieheigenschaften sind immer noch sehr gutmütig.



Motorisierung

Beide Modelle wurden mit demselben Antrieb ausgerüstet.

  • Motor Axi 4120/14 mit einem APC 13×7" Propeller
  • Kontronik Jazz-Regler
  • Thunderpower Lipo-Akku 5S/5300mAh
  • Standard-Servos und FM-Empfänger

Mit dieser Motorisierung ist rund 40 Minuten ununterbrochener Lehrer-Schüler-Flugbetrieb möglich. (Drittel- bis Halbgas, um die Höhe konstant halten zu können.) Weder Motor noch Regler und Akku erwärmen sich mehr als Handwärme. Für optimale Kühlung des aussenliegenden Motors ist gesorgt. Der Elektroantrieb bewährt sich speziell beim Landetraining. Es kann stufenlos gedrosselt werden ohne Angst vor Abstellern, und die Leistungsannahme erfolgt zeitverzugslos.

Ich freue mich jetzt schon auf den Baukurs im nächsten Frühling. Meine Trainerflotte ist jedenfalls bereit für den Nachwuchs (meine Testschüler für den Trainer 65 waren übrigens zwischen 10 und 76 Jahre alt).

Modelle und Antrieb können bezogen werden bei: www.scamora.ch und www.eflight.ch




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