Die Schweiz stellt mit Patrick Kessler den besten Helikopter-Kunstflieger Europas
Helikopter (F3C) Bryanston School in Blandford, England
Die diesjährige Europameisterschaft F3C wurde auf dem Campus der Bryanston School an der Südwestküste Englands abgehalten. Die Schule ist eine der besten im Lande. Die Teilnehmer waren auf zwei Studentenhäuser verteilt. Die Organisation bestand fast nur aus aktiven F3C-Piloten, sodass man viele alte Bekannte wieder traf.
Die Eröffnungsfeier fand bei herrlichem Wetter draussen statt. Es gab ein reichhaltiges Barbecue. Das offizielle Training zeigte dann, wie stark der Wind blasen kann. Man musste Flugstil und Modell auf diese Bedingungen abstimmen.
Die Bedingungen liessen keine klare Aussagen über die Favoriten zu. Sicher kamen natürlich die Ersten der letzten EM Feil, Kessler und Graber in Frage, aber auch Bernhard Egger hat im Verlauf der Saison schon sehr gute Flüge bei Wind gezeigt, und die Franzosen kommen auch gut mit böigem Wind zurecht.
Die Bedingungen waren z.T. sehr unterschiedlich. So mancher konnte mehrere Vorrunden bei wenig Wind absolvieren. Kessler und Feil flogen immer direkt hintereinander, sodass in etwa ähnliche Bedingungen herrschten. Durch das neue Bewertungssystem mit einer auf den Mittelwert aller geflogenen Punkte bezogenen Wertung kann sich ein Pilot, der wesentlich besser als die anderen fliegt, absetzen. Die maximale Punktzahl ist nicht mehr mit 1000 vorgegeben. Sehr zur Freude unseres Teams konnte sich Patrick Kessler auf Anhieb auf Platz 1 setzen. Dahinter folgten der überraschende Wolfgang Worgas, Österreich, und der amtierende Meister Rüdiger Feil, Deutschland. Ennio Graber lag auf Rang 9 und Hans Emmenegger auf der 21. Position von 41 Teilnehmern. Also alle in der vorderen Hälfte.
Am ersten Finaltag zeigten verschiedene Piloten noch einige Mühe mit dem neuen B-Programm. Der Mittag nach dieser Runde wurde dann kräftig zum Trainieren genutzt.
Die Runde ging klar an Patrick Kessler vor Bernhard Egger und Rüdiger Feil. Dahinter folgte das gesamte französische Team. D Masters-Gewinner Chen Zarfati schien sich im schwierigen B-Programm und mit den windigen Bedingungen immer wohler zu fühlen. Er rückte langsam nach vorne. Finalrunde 2 und 3 hatten relativ gleichmässig windige Bedingungen. Die Piloten hatten sich aber dennoch deutlich gesteigert. Patrick gewann auch Runde 2 und 3 und wurde somit zum neuen Europameister 2006. Ennio konnte sich in Runde 2 auf Rang 4 direkt hinter dem Spitzentrio Kessler, Feil und Egger platzieren. Die Ränge lagen sehr dicht aufeinander.
Fast hätte eine am Morgen verteilte Startliste für Patrick die Teilnahme an der 3. Runde verhindert. Die Startzeiten wurden während des Tages wieder geändert bzw. 1,5 Std. vorverlegt. Die rasche Reaktion von Hans und der Zufall, dass sich seine Frau Esther gerade im Zimmer befand, ermöglichten es, noch gerade rechtzeitig aufs Gelände zu kommen.

Man sah nicht viel neue Technik. Generell waren die Rümpfe eher wieder im Rückzug. Allerdings verwendete der Dritte, Bernhard Egger, einen solchen. Alle drei verwendeten halbsymmetrische japanische Blätter (K&S, Hirobo & Funtech), Futa-ba-Anlagen und YS-Motoren. Rüdiger natürlich seine getunte RR-Version.
Patrick hatte seinen JR-Sylphide mit Venture-90-Haube und einem Kopf mit unten liegender Paddelstange versehen. Rüdiger hatte bei seinem Eagle einen Kopf mit Stange oben montiert. Bernhard verwendete den neuen 2006 Kyosho Caliber.
Die Helis der Finalteilnehmer hatten sich gleichmässig auf JR, Hirobo und Kyosho verteilt. 6 der 15 Finalisten versendeten einen Rumpf oder eine rumpfähnliche Verkleidung.
Hans hatte einen weiteren Elektrokollegen gefunden. Kai Henning Nielsen aus Dänemark hatte seinen Scorpion mit dem gleichen Actro-Motor wie Hans ausgerüstet. Michel Jager hatte zwar ein elektrisches Ersatzmodell (Vibe 90/Plettneberg) dabei, setzte es aber nicht ein. Wir werden sehen, wann der erste Crack elektrisch fliegt. Lange wird es nicht mehr gehen. Es sind namhafte Piloten aus Japan und den USA am Experimentieren. Eine Weiterentwicklung der heutigen Regler könnte sehr schnell zu einer Elektrowelle führen. Eigentlich schade, dass bis zur EM kein Hersteller in der Lage war einen Drehzahlsteller zu produzieren, der bei ca. 2000 Upm Schweben und bei ca. 3000 Upm in den Flugfiguren so gut regelt, wie jene der Verbrennungsmotoren. In den USA haben sich mittlerweile einige Piloten mit Reglern für Verbrennungsmotoren beholfen! Eigentlich lächerlich! Eine Auswahl von leistungsfähigen Motoren wäre ja vorhanden. Hier hat man nicht geschlafen.
Ein riesiges Dankeschön an Julie Fisher, Adrian Richmond und ihr grossartiges Team für diese schöne Meisterschaft.
Weitere Information zur EM finden sich auf www.euros2006.f3c.co.uk

*A. Kessler*

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