Freiflugseminar in Aarau
Zum traditionellen Freiflugseminar traf sich am 3. Februar 07 eine stattliche Zahl Freiflieger in der Kaserne Aarau. Die altersmässig teilweise im Pensionsalter liegenden Teilnehmer gaben sich bezeichnenderweise in diesem Jahr das Hauptthema «Nachwuchsförderung».
Seit einigen Jahren ruft die Fachkommission Freiflug des Schweizerischen Modellflugverbandes (SMV) ihre Piloten jeweils Anfang Jahr zu einer informellen Orientierung und Diskussion über Themen und Probleme des Freifluges zusammen.
Der neue FaKo-Präsident, Christoph Bachmann, freute sich bei seiner Begrüssung über die doch – angesichts der kleinen Gruppe Freiflieger in der Schweiz – erfreuliche Anzahl Teilnehmer.
Eröffnet wurde die Tagung mit einer Powerpoint-Präsentation über den Freiflug durch Jörg Strub, Mitglied der FaKo F1. Gedacht ist sie als Werbung für den Freiflug und Information über alle Kategorien dieser Sparte. Dauer 20 Minuten und bestens geeignet als Abwechslung an einer trockenen Vereinsversammlung. Gegen einen
kleinen Unkostenbeitrag von Fr. 10.– kann die CD bezogen werden bei: Jörg Strub, Grienweg 12, 4226 Breitenbach, Tel. 061 781 34 24, E-Mail: J.Strub@unibas.ch
Walter Eggimann nimmt als Vertreter des Freifluges Einsitz in der neu gebildeten SMV-Arbeitsgruppe zu diesem Thema. Man scheint das brach liegende Potenzial, das der Nachwuchs für den Modellflug bietet, erkannt zu haben. Denken wir doch nur an die grossen Möglichkeiten des Werkunterrichtes in den Schulen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie unbeholfen und hilflos – im wahrsten Sinne des Wortes – sich viele Lehrkräfte im Werkunterricht beim bei den Schülern und Schülerinnen beliebten Flugmodellbau anstellen.
Die Arbeitsgruppe Nachwuchsförderung hat sich deshalb zwei Leitthemen angedacht:
- a) Modellbau und Schule
- b) Nachwuchs im Leistungssport
Da heute für den Werkunterricht in den Schulen von verschiedenen Firmen ungeeignete Billigstangebote propagiert werden, hat sich die FaKo Freiflug im Auftrag der Arbeitsgruppe SMV zur Aufgabe gestellt, in einer ersten Phase die auf dem Markt erhältlichen und geeigneten Anfängermodelle zu evaluieren. In einer zweiten Phase geht es darum, den Lehrkräften zu den Modellen geeignete methodisch-didaktische Anleitungen zur Verfügung zu stellen, und in einer dritten Phase soll die Propagierung dieser Materialien über die Fachmedien der Lehrerorganisationen erfolgen und deren Vertrieb über den schweizerischen Fachhandel organisiert werden. Die Nachhaltigkeit dieser Nachwuchsförderung ist allerdings nur dann gewährleistet, wenn mit den «Modellflugschülern» eine ausserschulische Nachbetreuung erfolgt. Ich könnte mir in diesem Zusammenhang eine engere Zusammenarbeit von Schulen und Modellflugvereinen durchaus vorstellen.
Die angesprochene erste Phase ist bei der FaKo F1 schon in vollem Gange, konnte Walter Eggimann doch schon eine stattliche Zahl getesteter und auch geeigneter Anfängermodelle den Seminarteilnehmern vorstellen. Um auch dem Wunsch nach
einem einfachen Freiflug-Motormodell gerecht zu werden, stellte Martin Greub, MG Bern, ein solches vor. Basierend auf einer Konstruktion von Ruedi Schenker ist es mit einem 1-ccm-Motor ausgestattet.
Die Förderung des Nachwuchses im Leistungssport muss in erster Linie in den Händen der Modellflugvereine liegen. Die Fako F1 bemüht sich allerdings, dafür auch Hilfestellung zu bieten. So evaluiert sie verschiedene handelsübliche Leistungsmodelle, die den heutigen Standards genügen. Sie ist bei der lettischen Firma W-Hobby (www.w-hobby.com) fündig geworden. Diese Firma vertreibt relativ preisgünstig Freiflugmodelle verschiedenerster Ansprüche, vom Anfänger- bis zum Expertenmodell, in verschiedenen Fertigungsstufen.
Zudem sucht der SMV nach Möglichkeiten der Wiedereinführung von Leistungsabzeichen – solche gabs im Freiflug vor vielen Jahren schon mal.
So demonstrierte Urs Müller eine elektronische Steuerung für F1E-Modelle (magnetgesteuerte Hangflugmodelle). Diese von Heinz Schellauf vor mehr als 10 Jahren entwickelte «intelligenten» Steuerung wurde von Urs Müller verfeinert und einsatzfähig gemacht.
Dieter Siebenmann führte die Vorteile moderner Baustoffe im Freiflug vor. Dieter ist als Mitarbeiter am Solarflugzeug-Projekt von Bertram Piccard ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet. Auch als Laie ist man heute in der Lage, Faserverbundwerkstoffe zu verarbeiten und im Flugmodellbau anzuwenden.
Zum Schluss zeigte Christian Gugger anhand verschiedener Beispiele die verschiedenen Möglichkeiten zur Bespannung von Freiflugmodellen.
Es war eine wirklich gelungene Veranstaltung. Für mich aber noch zu sehr insiderbezogen. Ich wünschte mir, dass die Werbung für dieses Seminar künftig noch weiter gestreut wird.
Heiner Borer


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