Editorial

Wie wenn wir die Welt nicht mehr verstehen würden

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser


Wer ab und zu mit offenen Ohren durch die Welt läuft – allzu oft ist ungesund –, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Menschen die Welt nicht mehr verstehen. Dies betrifft bei Weitem nicht nur die ältere Generation. Je nach persönlicher Betroffenheit begegnen wir Kopfschütteln und fragenden Gesichtern. So wird zum Beispiel vom BAZL bezügliche EU-Modellflugregulierung gebetsmühlenartig von liberaler und für uns Modellflieger pragmatischer Lösung geredet, sodass man geradezu gezwungen wird, misstrauisch zu bleiben. Wir Modellflieger dürfen niemals durch permanentes Einknicken des Bundes zu Bauernopfern der Grosskonzerne oder EU'scher Regulierungswut werden. Machts doch einfach mit einem


eingangs erwähnte – zusammen mit dem je länger, je aggressiveren Gebaren gewisser Naturschutzverbände – beschäftigt den Modellflug. In den letzten Jahren bin ich über meine Kontakte mit Modellfluggruppen haarsträubenden Geschichten begegnet. Wer sich im Rahmen eines Einspracheverfahrens sachlich erkundigt, was denn in diesem Gebiet geschützt sein soll, wird abkapielt, als ob er Natur- und Umweltschutz an sich in Frage gestellt hätte (wie ich gehört habe, soll es auch bei den Schutzverbänden engagierte Personen geben, die unserem Hobby durchaus Verständnis entgegen bringen). Klar, es ist einfacher, die Modellflieger zu verdrängen, als etwa eine geplante Grossüberbauung zu verhindern. Dass Menschen, die ein sinnvolles Hobby betreiben, auch


dem Naturschutz eher nützen als schaden sowie ab und zu sogar einen Obolus spenden, ist bei so viel Fanatismus kein Thema. «Leider» sind wir Modellflieger harmoniebedürftigt und lassen uns vom gefürchteten und ideologisierten Naturschutz immer wieder über den Tisch ziehen. Von sachlicher Güterabwägung keine Spur. Das Verschwinden von Modellfluggeländen wird dazu führen, dass wir vermehrt irgendwo und überall fliegen werden. Der Trend ist bereits voll im Gang! So viele Polizisten und Rancherinnen bringt auch der Naturschutz nicht zusammen. Vielleicht lohnt es sich schon heute, einen Fonds zu äffen, mit dem wir die Bussen unserer erzwungenen «Überall-Flieger» übernehmen können. Kommt vermutlich billiger als Modellflugplätze.


Verbot für grosse Drohnen über Modellfluggeländen;1)

denn ich möchte keine gemäss Bundesverordnung ohne Bewilligung zu operierende 30-Kilo-Drohne auf den Fuss. Die


1) Betrifft die kleineren Multicopter oder «Racing Drones» nicht, sondern Profigeräte für Transport, Aufklärung, Vermessung: Post, Amazon, Google, Airbus usw.


Mit freundlichen Grüssen
Emil Ch. Giezendanner



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