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WM- und Elite- Ausscheidungsfliegen 1975 in Pfäffikon

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Die drei Weltmeisterschaftsteilnehmer unseres Landes in der RC-Kunstflug-Kategorie qualifizieren sich bekanntlich anhand von drei offiziellen Meisterschaften, nämlich den zwei der WM vorangehenden Schweizermeisterschaften und einem dritten Wettbewerb, dem WM-Ausscheidungsfliegen. Der schlechteste Rang aus diesen drei Meisterschaften wird gestrichen. Die Klassierung erfolgt mittels umgekehrter Rangpunkte d. h. der Erstklassierte erhält 20 Punkte, der zweite 19 Punkte, der dritte 18 usw. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Streichresultat. Ausländer werden bei dieser Rangliste nicht berücksichtigt.


Für die Nationalmannschaft 1975 sieht die Rangliste folgendermassen aus:



Resultate Nationalmannschaft – WM-Ausscheidung
Offizielle Nationalmannschaft
1. Bruno Giezendanner, Pfäffikon1.201.201.2040
2. René Schumacher, Visp2.192.192.1938
3. Emil Giezendanner, Pfäffikon3.183.183.1836
Ersatzpilot
4. Kurt Schnyder, Frauenfeld4.174.1734
Die ersten fünf des weiteren Klassements
5. Roland Rebmann, Oberwil4.175.1633
6. Kurt Nünlist, Glattal5.169.1228
7. Zwingli Hansruedi, Thal8.137.1410.1127
8. Schnyder Werner, Menziken9.126.1527
Zehnder Anton, Wettingen8.137.1427

Erstmals Lärmmessungen an einer offiziellen Meisterschaft

Lärmmessungen an schweizerischen Modellflugmeisterschaften wurden eigentlich vorher keine durchgeführt, obwohl wir uns weder in Gorizia, noch in Saudiarabien oder gar in der Wüste Nevada befinden. Was in italienischen Ohren wie phantastische Musik (molto rabiato con eccesso) erklingen mag, ist unerträglich in den Ohren eines etablierten Schweizlers, der ausser Münzengeklingel und Banknotenrauschen überhaupt kein Musikgehör mehr besitzt. Diesem Umstand muss vermehrt Rechnung getragen werden. Da Messinstrumente meist objektiver messen als vergiftete Lärmgegner mit zu grossen oder stark vorstehenden Ohren, muss Unterschriftensammlungen und Lärmpsychosen mit nackten Zahlen begegnet werden.

Anlässlich des WM- und Eliteausscheidungsfliegens in Pfäffikon/ZH gelangte ein hochempfindliches Messinstrument zum Einsatz. Gemessen wurde zehn Meter, senkrecht neben der Piste und zwar während des Starts. Da diese Piste in Pfäffikon für heutige Begriffe sehr kurz und schmal ist (55 x 35 m), bleibt dem Piloten nichts anderes übrig, als mit Vollgas zu starten. Die Messdaten wurden auf einem Datenblatt, wie es für jedes Modell ausgestellt worden ist, eingetragen. Bei der Modellkontrolle wurde auch dem Schalldämpfer vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt.

Gesamtfläche und Flächenbelastung wurden übrigens mit einem Kleincomputer in Sekundenschnelle ermittelt. Jeder Pilot erhielt einen Durchschlag seines Kontrollblattes.

Die Messungen zeigten den Unterschied zwischen verschiedenen Schalldämpfertypen und -fabrikaten sehr deutlich. Der Leser mag sich anhand der Tabelle selbst ein Bild darüber machen. Allerdings müsste, um die Aussagekraft dieser Daten zu erhöhen, eine solche Tabelle zusätzlich noch mit der Drehzahl jedes Motors ergänzt werden. Zahlreiche «Spezialisten» haben nämlich noch immer nicht begriffen, dass sehr hohe Tourenzahlen im Kunstflug gar nicht notwendig sind. Es wäre interessant zu wissen, wieviele Modellflugplätze dem Tourenzahlfimmel zum Opfer gefallen sind.


Die Schweizer Kunstflugnationalmannschaft

Die Fernlenk-Akrobatik-Weltmeisterschaft 1975 findet ja bekanntlich auf dem Berner Belpmoos statt (vergleiche VW-Information ab MFS Heft 5/74, 6/74, 1/75). Qualifiziert für diese für die RC-Kategorie wichtigste Veranstaltung haben sich Bruno Giezendanner, Pfäffikon; René Schumacher, Visp und Emil Giezendanner, Pfäffikon. Als Ersatzmann wird am Anfang Kurt Schnyder, Frauenfeld bis zum Meldeschluss am Training mitbeteiligt sein, um beim Ausfall eines Piloten notfalls einspringen zu können. Nach Meldeschluss kennt die RC-Meisterschaft keine Ersatzpiloten oder Proxistarts.

Sobald die Nationalmannschaft ihr offizielles Training aufgenommen hat, werden wir auf der WM-Informationsseite ausführlich über die Mannschaft berichten, ihre Modelle vorstellen, technische Details, Erfahrungen mit Motoren, RC-Anlagen etc.



Das Elite-Ausscheidungsfliegen

Da ja dieses Jahr erstmals das neue Auf- und Abstiegssystem im RC-Kunstflug zum Zuge kommt, wurde bereits letztes Jahr zusammen mit dem WM-Ausscheidungsfliegen auch das Qualifikationsfliegen für die obere Liga (F3A-Elite) durchgeführt. Entgegen anderslautenden Meinungen und Gerüchten werden der diesjährigen Schweizermeisterschaft der FAI-Klasse nur diejenigen Piloten teilnehmen können, welche sich an diesem Fliegen regulär qualifiziert haben, oder aber via F3A-National-Schweizermeisterschaft 75 den Aufstieg in die obere Liga geschafft haben.

Für die Schweizermeisterschaft 75 haben sich folgende Piloten definitiv qualifiziert:

1. Bruno Giezendanner, Pfäffikon
2. René Schumacher, Visp
3. Emil Giezendanner, Pfäffikon
4. Ferdinand Schaden, Olten*
5. Kurt Schnyder, Frauenfeld
6. Roland Rebmann, Oberwil
7. Werner Schnyder, Menziken
8. Anton Zehnder, Wettingen
9. Christof Hug, Sulzer-Winterthur
10. Longo Silvano, Neuchâtel*
11. Kurt Nünlist, Glattal

Zum Hoffnungslauf (Aufstiegsfliegen) gegen die drei Erstklassierten der F3A-National Schweizermeisterschaft müssen folgende Piloten antreten:

12. Ulrich Gärtner, Olten*
13. Hansruedi Zwingli, Thal
14. Karl Kistler, Basel
15. Sven Wiesendanger, Diessenhofen

* = Ausländer

Die drei Gewinner dieses Hoffnungslaufes (plus Ausländer) steigen in die Elite auf und fliegen an der unmittelbar folgenden Schweizermeisterschaft mit. Die übrigen steigen für das kommende Jahr in die F3A-National-Kategorie ab.



Flugmodell, Material, technische Ausrüstung

Ob ein Modell — wie man auf so manchem Bauplan lesen kann — «Voll-Kunstflugtauglich» sei, wie zuverlässig und leistungsvoll ein Motor läuft, die Qualität eines Servos, Zuverlässigkeit und Robustheit eines Einziehfahrwerkes usw. wird vor allem im harten Einsatz der Meisterschaftspiloten schonungslos an den Tag kommen. Eine RC-Anlage mag auf Prospekten oder in Schaufenstern noch so wunderbar im Computer-Look aufgemacht sein und sogar an einem schönen Samstagnachmittag zur vollen Zufriedenheit funktionieren. Dort aber, wo öfters und intensiv trainiert werden muss, sind die gestellten Anforderungen weit höher, wobei gerade hier der Service entscheidend sein kann. Ein Wettbewerbsflieger kann niemals drei Monate (kommt vor!) auf seine zur Reparatur eingesandte Steuerung warten, da nämlich unterdessen die Saison vorbei wäre. Deshalb veröffentlichen wir hier nachstehend eine genaue Zusammenstellung des verwendeten Materials. Diese Tabelle nützt dem Modellflieger weit mehr, als Prospekte und Preislisten, die den Gruppenobmännern jede Woche bald kiloweise zugeschickt werden.



Technische Daten und Resultate
RangNameModellfluggruppePunkteModellSpannweite
Millimeter
Gewicht
vollgetankt
Gramm
Flächen-
belastung
gr/dm2
RC-AnlageMotorVergaserPropellerSchalldämpferHöchster
Geräuschpegel
dB
1.Giezendanner BrunoPfäffikon14 240Scorpion1 6003 32058,0Digi-FlyWebra SpeedWebraTop Flite 11 x 7 3/4Kö-Super68
2.Schumacher RenéVisp12 915Condor1 5803 71065,3SimpropWebra SpeedWebraTF 11 x 7 3/470
3.Giezendanner EmilPfäffikon12 750Marabu1 6803 52055,2Digi-FlyWebra SpeedWebraTF 11 x 7 3/4Kö-Super66
4.Schaden FerdinandOlten12 630Condor1 6503 65057,6Digi-FlyHPHPGraupner 11 x 7HP72
5.Schnyder KurtFrauenfeld11 950Pirol1 6303 88069,7Digi-FlyHPHPRobbe 11 x 8HP71
6.Rebmann RolandOberwil11 775Marabu1 6903 90061,7MultiplexHPHPRobbe 11 x 8HP72
7.Schnyder WernerMenziken10 645Pirol1 6304 05063,8Digi-FlyRossiPerryRobbe 11 x 873
8.Zehnder AntonWettingen10 430Marabu1 5504 01063,5Digi-FlyWebra SpeedWebraGraupner 11 x 7Minivox67


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