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JULIA BUCHER BELEBT DIE SOCIAL-MEDIA-KANÄLE DES SMV

von Andrea Bolliger
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Haben Sie in letzter Zeit die Facebook- oder Instagram-Seite des SMV aufgerufen? Dann dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass dort unter anderem die in dieser Zeitschrift erschienenen Porträts über die Fako-Mitglieder des SMV verlinkt wurden. Diese und weitere Posts sind Julia Bucher zu verdanken. Sie unterstützt den Verband seit einigen Monaten in der Kommunikation.


Wertvoller Einblick in die Verbandsarbeit

SMV-Präsident Adrian Eggenberger und Julia Bucher begegneten sich an verschiedenen Modellfluganlässen. Als Eggenberger 2025 die F3P-Weltmeisterschaften in Widen organisierte, fragte er Bucher, ob sie das Ressort Kommunikation und Sponsoring unterstützen wolle. Sie sagte zu. «Es war ein cooles Projekt und ich arbeitete gerne mit ihm und dem top aufgestellten OK zusammen.»


Bereits damals kam zur Sprache, dass der Verband Unterstützung in der Kommunikation suchte. Nach der WM konkretisierte sich dies. «Ich sagte Adrian Eggenberger, dass ich neben der Arbeit nicht die Kapazität habe, dieses Amt zu 100 Prozent zu übernehmen, ich mich aber zur Unterstützung zur Verfügung stelle.» Bucher ist denn auch nicht Vorstandsmitglied, nimmt jedoch an verschiedenen Sitzungen und Workshops des Verbands teil. «Ich empfinde es als sehr interessant, einen Einblick zu bekommen, was im Verband alles abläuft. Als 0815-Mitglied eines Modellflugvereins wäre mir das nie so bewusst geworden.»

Zu ihren Aufgaben gehört in erster Linie die Betreuung der Facebook- und Instagram-Seite des Verbands. Diese wurden in den vergangenen Jahren kaum bewirtschaftet, was sich jetzt ändern soll. «Aber», sagt Julia Bucher, «es ist eine grosse Herausforderung, weil das Material fehlt. Ich war zwar auf vielen Events mit dabei, hatte dabei aber den Fokus auf dem Beruflichen. Dadurch habe ich unsere Teampiloten, unsere Modelle und unsere Leute gefilmt.» Material, mit dem Bucher nicht in erster Linie die SMV-Kanäle speisen will. Ihrer Familie, respektive bald ihr und ihrem Geschäftspartner, gehört die Firma HEBU. Geschäft und Verbandsarbeit will sie strikt trennen, doch sie macht sich nichts vor. «Wenn jemand etwas sucht, wird er bestimmt etwas finden, das sich so drehen lässt, dass es den Anschein macht, als würde ich es nur für die Firma tun. Aber der Familienbetrieb gehört zu mir und das macht mich aus!» Bucher ist sich sicher, dass sie sich ohne diesen Hintergrund gar nicht im Modellflug engagieren würde.


Nachschlagewerk für die Jungen

Auf den Social-Media-Plattformen will Julia Bucher insbesondere den Sport beleuchten und zeigen, dass der Einstieg in den Modellflug einfach und kostengünstig möglich ist. Bereits hat sie die verschiedenen Fakos angeschrieben. «Sie haben die Informationen, die ich brauche, aber leider nicht das Videomaterial, das es für soziale Medien benötigt. Deshalb ist der Kanal immer noch etwas leer», sagt Bucher. Sie will nicht wahllos Inhalte publizieren. «Es soll ein informativer Kanal und kein Unterhaltungskanal werden – ein Nachschlagewerk für die Jungen», fasst sie die Idee zusammen.

Ihr selbst fehlt die Zeit, diese Inhalte selbst zu produzieren. Willkommen ist deshalb Videomaterial von Modellflugplätzen wie aus der Werkstatt, kurz: Dinge, die Modellflieger interessieren. «Man darf sehen, dass es Laienmaterial ist, und ich erwarte keine fertig geschnittenen Videos. Rohmaterial ist mir tatsächlich am liebsten», betont sie. Dieses sollte, wenn möglich, im Hochformat aufgenommen sein, wie es zum Hochladen auf diese Plattformen vorgegeben ist. Sie wird daraus Social-Media-gerechte Videos schneiden, die nicht länger als 30 bis maximal 60 Sekunden sind. Länger dauert die Aufmerksamkeitsspanne auf diesen Plattformen nicht.



«Jets haben mich schon als Kind fasziniert»

Trotz ihres familiären Hintergrunds blieb Julia Bucher erst im Modellflug hängen, als sie durch ihre Teampiloten reingezogen wurde. «Ihre Begeisterung für das Hobby ist einfach ansteckend.» Als Jugendliche habe sie es selbst probiert, der Erfolg blieb aus und die Motivation verschwand. Jetzt unterstützt sie hauptsächlich ihrem Partner beim Fliegen, Aufbauen und Programmieren. Derzeit besitzt sie fünf eigene Modelle. Hoch- und Mittel-decker sowie Indoor-Modelle, die stabil fliegen und kleine Fehler verzeihen. Den Modellflug betreibt sie aus Freude an der Sache, ganz ohne sportliche Ambitionen. «Ich messe mich nicht gerne», sagt sie. «Aber ich würde gerne einmal Jetmodelle fliegen. Diese haben mich schon als Kind fasziniert.»

Wenn es mehr Frauen gäbe, die Modellflug ihr Hobby nennen, fände Bucher das schön. «Aber es gibt nicht viele Frauen, die sich für das Technische interessieren. Das liegt in unserer Natur», ist sie überzeugt, «und, damit die wenigen, die sich dafür interessieren würden, mit dem Modellflug anfangen und auch länger dabeibleiben, müsste ein Umdenken im Verhalten gegenüber (jungen) Frauen stattfinden», sagt Bucher. Ihr hat schon öfters der Sprachgebrauch und Umgangston mancher Zeitgenossen zu denken gegeben. «Du bist doch die Tante vom HEBU?», so wurde sie tatsächlich schon angesprochen. «Solche Respektlosigkeiten passieren öfter, als man annimmt», sagt sie. Als sie an einer Veranstaltung für den Einstieg in den Modellflug im Namen des SMV warb und verschiedene Modellflugsparten aufzählte, sei ihr der Speaker mitten ins Wort gefallen. «So fühlt man sich weder willkommen noch wohl.» Bucher wird sich davon nicht abhalten lassen, was vor allem damit zu tun habe, dass sie geschäftlich in den Modellflug involviert sei. Andere Frauen aber würden das einmal hinnehmen und sich bei einem weiteren Erlebnis anderen Dingen zuwenden.


«Ich liebe die Abwechslung»

Sie engagiert sich in ihrer Freizeit im Samariterverein, ist Wachtmeisterin in der Feuerwehr und leitet das Sanitätscorps. Zu ihren weiteren Freizeitaktivitäten zählt der Schiesssport (300 m mit dem Sturmgewehr). Selbst gemalte Leinwandbilder dekorieren Wohnräume der Familie und von Bekannten. «Ich liebe die Abwechslung und betreibe nichts exzessiv. «Alles, was ich mache, gibt mir etwas anderes zurück, das ist es, was ich schon immer brauchte.»

Wenn man Fremdsprachen als Hobby bezeichnen will, so wäre das eine weitere Leidenschaft. In Englisch, Französisch und Chinesisch könne sie sich verständigen, in weiteren Sprachen fände sie sich zurecht, sagt sie. Der Wunsch, Mandarin zu lernen, entwickelte sich nach einer Reise mit der Familie ins Reich der Mitte. Nach abgeschlossener Ausbildung ermöglichten ihr ihre Eltern einen halbjährigen Aufenthalt in Shanghai. Obwohl sie in den vergangenen zehn Jahren vieles wieder verlernt hat, so versucht sie, mit chinesischen Lieferanten in deren Muttersprache zu kommunizieren. Das wird sehr geschätzt. «In Zeiten von KI wird es immer wichtiger, menschliche Fähigkeiten zu besitzen. Auch wenn man die Sprache nicht zu 100 Prozent beherrscht, hat man sich mit der Kultur auseinandergesetzt und versteht die Menschen dadurch besser. Nicht nur die Wörter, auch die Menschen und deren Kultur faszinieren mich sehr.» ■

*Das Interview führte Andrea Bolliger.*



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