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Fachkommission F3-Kunstflug

von Andrea Bolliger
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René Koblet präsidiert die Fachkommission F3-Kunstflug ad interim. Sie beinhaltet die vier Sparten F3A-Motorkunstflug, heute zu 95 Prozent elektro betrieben, F3P-Hallenflug, IMAC und RCS-Akro-Segelkunstflug.


Die F3A-Motorkunstflug und der F3P-Hallenflug sind beides FAI-Kategorien, während IMAC keine und der RCS-Akro-Segelkunstflug bewusst nicht als FAI-Kategorie betrieben wird", erklärt René Koblet. In Europa wird diese Disziplin in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeübt, wobei die drei letztgenannten Länder den Sport prägen. "Wir haben eine gute Zusammenarbeit und regulieren gemeinsam, welche Programme geflogen werden", sagt Koblet. Jedes zweite Jahr gestaltet eines der Länder die Pflichten für die kommenden zwei Jahre und schreibt das zu fliegende Programm für die Kategorien Advanced und Unlimited.


Koblet übernahm 2018 die Geschicke des RCS-Akro-Segelkunstflugs. Die Sparte zählte damals nur noch 6 Wettbewerbspiloten – heute sind es 43. "Mit einfacheren Mitteln eine breite Basis schaffen", das darf in diesem Fall als Erfolgsrezept bezeichnet werden. 2022 trat er der fünfköpfigen Fakof bei. Seit letztem Jahr präsidiert er sie ad interim.


Spass bieten und Präzision verlangen

Koblet weiss, dass viele von den hohen Kosten für die Wettbewerbsmodelle abgeschreckt werden. Hinzu kommt ein sehr hoher Trainingsaufwand. "Wir versuchen, Leute mit sehr einfachen Wettbewerben für den Sport zu gewinnen. Junge Menschen wollen Spass. Wenn man ihnen vorschreibt, was sie tun sollen, und das dann noch bewertet, interessiert es sie schlicht nicht. Nun haben wir einen Wettbewerb lanciert, bei dem die Bewertung der Figuren nicht vordergründig ist. Dafür müssen die Figuren um Hindernisse herumgesteuert werden. Auf diese Weise verlangt man vom Nachwuchs Präzision, aber es entspricht dem, was ihnen gefällt." Wenn ein junger Pilot dies gut beherrscht, lädt man ihn zu einem Schnuppertag ein, wo er am Doppelsteuer mit einem Fluglehrer ein Wettbewerbsmodell fliegen darf. "So machen sie ihre ersten Erfahrungen mit einem Grossmodell und entdecken, dass das «scho no cool» ist. Sie fragen dann von selbst, ob nicht irgendwo ein Occasionsmodell herumsteht, das sie für eine Saison benutzen dürfen. So konnten wir einige für den Sport gewinnen."

Mit einem 15-jährigen Modell kann man im Segelkunstflug noch immer mithalten. Andere Disziplinen verlangen nach technisch immer weiterentwickelten Modellen. "Wir haben gute Junioren in der F3P, aber um weiterzukommen, müssten sie jetzt auf Modelle mit besseren Motoren, guten Reglern und Propeller wechseln können. Solche kosten aber schnell 3000 bis 4000 Franken. In der Fakof überlegen sich Koblet und seine sechs Kollegen, wie sie die Jungen unterstützen können. "In der F3P und im RCS-Akro kommt es immer wieder vor, dass ein gestandener Pilot sich ein neues Modell zulegt und ein Junior das «alte» übernehmen kann. "Im Motorkunstflug F3A besteht diese Möglichkeit weniger", sagt Koblet, da sich die Technik und Modelle immer weiterentwickeln und die angebotenen Modelle schon zur Generation zwei oder drei gehören. Die Modelle erinnern ihn manchmal an Formel-1-Wagen, deren technische Besonderheiten die Piloten gerne für sich behalten. Koblet versteht die Ambitionen der Wettbewerbspiloten. "Ein etwas familiärer Umgang wäre der Nachwuchsförderung aber womöglich dienlicher."


Spartenübergreifend denken

Die Fakof achtet darauf, dass Wettbewerbe finanzierbar sind und die Budgets eingehalten werden. Er würde gerne mehr Synergien nutzen. So könnten Punktrichter aus dem Segelkunstflug auch bei den Hallenfliegern eingesetzt werden. Punktrichten ist in erster Linie Erfahrungssache. Je mehr Einsätze sie haben, desto besser. Ein aussergewöhnliches Projekt ergab sich im Austausch mit dem Saga-Präsidenten Christian Syfrig. Im manntragenden Segelkunstflug werden dringend neue Punktrichter gesucht. So kam es zu einem Kurs mit drei Punktrichtern aus dem Modellflug, die sich diesen Sommer für den manntragenden Segelkunstflug ausbilden liessen. Ein weiterer Kurs folgt, wo weiter drei Punktrichter für den manntragenden Bereich umgeschult werden.


Einfache Zusammenarbeit mit Vereinen

Koblet ist seit rund 30 Jahren in verschiedenen Funktionen für den Schweizerischen Turnverband tätig. Seine Erfahrungen lässt er in seine Fakof-Tätigkeit einfließen. Etwa in der Wettbewerbsorganisation. Es sei massgebend, wie man gegenüber einem Verein auftritt, betont Koblet. "Je einfacher und transparenter es für sie ist, desto grösser ist die Chance, einen Wettbewerb unterzubringen." Mit seiner Methode konnte sich Koblet einen Pool aus Vereinen anlegen, die alternierend Wettbewerbe und Meisterschaften organisieren. "Das klappt hervorragend. Meine Veranstaltungen sind bis 2028 vergeben", sagt er. Koblet wuchs in der Nähe eines Flugplatzes auf und entdeckte so die Leidenschaft für die Luftfahrt. Nach einer Lehre zum Landmaschinenmechaniker und einem Abstecher in die Elektronik bei Canon liess er sich zum Fluglotsen ausbilden. Einige Zeit flog er auch manntragende Flugzeuge und hatte eine ATPL. Weil sich fliegerische Tätigkeiten wie Fallschirmabsetzpilot mit den unregelmässigen Arbeitszeiten in der Flugsicherung aber schlecht vereinbaren liessen, kehrte er zum Modellflug zurück. "So konnte ich einfach eine Stunde fliegen gehen." Noch heute interessiert er sich für Technik und Elektronik. So baut er Drucker für individuelle Bedürfnisse um oder widmet sich der grafischen Gestaltung. ■

Die Interviews führte Andrea Bolliger




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