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Leserbrief – Flugplatz Saanen

von Daniel Loertscher
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Gehören Sie zu jenen Leuten, denen schon einmal ein freundlicher Rausschmiss widerfahren ist?


Flugplatz Saanen

Wohl eher nicht, es sei denn, Sie wären in einem Biergarten im jugendlichen Übermut etwas laut geworden und in der Folge freundlich weggewiesen worden.

Weder laut noch forsch war wohl das Auftreten des Präsidenten der lokalen Modellfluggruppe, als er an einem der letzten Tage des vergangenen Jahres bei der Leitung des Flugplatzes von Saanen vorsprach. Nichts anderes als den Belegungsplan 2025 ebendieses Flugplatzes hätte er gerne in Erfahrung bringen wollen.

Die gewünschten Angaben noch nicht erhalten, wurde dem Fragesteller kundgetan, zukünftig wäre das Modellfliegen nur noch ausserhalb der Flugplatz-Betriebszeiten möglich.


Im Klartext: Nein, das Fliegen würde den Mitgliedern der Modellfluggruppe Gstaad-Saanenland natürlich nicht verboten. Einzig die Flugzeiten würden sich auf morgens vor 8 Uhr und abends nach 20 Uhr beschränken!

Damit ist, so meine ich, dem Titel «Der freundliche Rausschmiss» wohl Genüge getan. Wie zu vernehmen war, scheint eine nachgesuchte und vom Bazl genehmigte Änderung der Anflugvolte für Helikopter und damit einhergehende Sicherheitsüberlegungen Grund dieser Massnahme zu sein.

Während der vergangenen 49 Jahre genossen die Modellflieger auf dem Flugplatz Saanen Gastrecht. Die Kenner der Verhältnisse verweisen mit Recht auf den Umstand, dass dieses Gastrecht wohl im Betriebsreglement geregelt, nicht aber in einem rechtsgültigen Vertrag festgehalten wurde.


Allerdings: Auf diese Weise das Ende eines Vereins herbeizuführen, in welchem über dreissig Mitglieder, Jung und Alt mit Elan und Freude ihrem Hobby nachgehen konnten, ist nicht «die Art des feinen Mannes», und das schmerzt. Schliesslich wurden nicht nur die beiden seit den Siebzigerjahren angemieteten Baracken ausgebaut und gepflegt, auch ein selbst gemauertes Aussencheminée und ein lauschiger Sitzplatz waren bei den Clubmitgliedern sehr beliebt. Die rund 8000 Mitglieder des Schweiz. Modellflugverbandes (SMV) sind bekanntlich dem Gesamtverband der Fliegerei, dem Aero-Club der Schweiz (AeCS), angeschlossen. Als grösster Spartenverband bestreiten die Modellflieger mit ihrem finanziellen Beitrag damit einen nicht unwesentlichen Teil der Verbandskosten. Waren früher Modellflugbegeisterte wegen Lärmbedenken besorgter Bürger nicht gerne gesehen, zeigt sich heute dank Elektroantrieben ein anderes Bild. Auf Flugplätzen jedoch, wo noch eine Hartbelagpiste genutzt werden kann, werden die Hobbyisten nach und nach durch die manntragende Fliegerei verdrängt. Wo ist der Gemeinschaftssinn, die vielzitierte Solidarität unter Verbandsmitgliedern und Flugbegeisterten geblieben? Dürfen die Modellflieger von der Verbandsleitung auch Schutz, Vermittlerdienste und damit Unterstützung im Überlebenskampf gegenüber der manntragenden Fliegerei erwarten? Oder werden sie als «Bauernopfer» oder «Quantité négligeable» einfach verheizt?


Meine Befürchtung: Nach der «erfolgreichen» Verbannung der Modellflieger werden als Nächste wohl die Segelflieger das Flugplatzgelände räumen müssen! Schafft sich die Privatfliegerei, die sogenannte General Aviation, mit solchem Gebaren Goodwill in der Bevölkerung? Wohl eher nicht.

Daniel Loertscher, ehem. Gründungsmitglied, Gstaad/Lugnorre



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