Archiv

Hangsegler-Wettbewerb um den Teckpokal

von E. Rabe
3

Mehr als 300 Teilnehmer stellten sich dem Wettbewerb um den Teckpokal, der alljährlich auf dem berühmten Fluggelände an der Teck, am Rande der Schwäbischen Alb, ausgeflogen wird. Dieser Wettbewerb für Hangsegler fand in diesem Jahr schon zum 15. Mal statt. Bei diesem Wettbewerb dürfte es sich inzwischen um den grössten Modellflugwettbewerb der Welt handeln.


Das ist ein Zeichen dafür, mit welcher Begeisterung die Modellflieger immer wieder zu diesem idealen Fluggelände unterhalb der Burg Teck kommen, um im sportlichen Vergleich ihre Leistungen zu messen. Das Gelände an der Teck hat Tradition. Schon in den 20er Jahren trafen sich hier die Modellflieger und die «grossen» Segelflieger, um die günstigen Hangaufwinde auszunutzen. Die Teck, unmittelbar vor den Toren Kirchheims gelegen und daher, ganz im Vertrauen gesagt, auch als Hausberg der Firma Graupner bezeichnet, liegt ausserordentlich verkehrsgünstig: nur wenige Kilometer von der grossen Nord-Südverbindung, der Autobahn Stuttgart-München. Das Fluggelände an der Teck, eine freie Kuppe am Rande der Schwäbischen Alb, gehört zu den prächtigsten Modellfluggeländen überhaupt. Bei klarem Wetter, so wie wir es in diesem Jahr hatten, schweift der Blick weit hinunter ins Tal zu den Ortschaften Owen, Dettingen und Kirchheim, hinüber bis in den Nürtinger und den Stuttgarter Raum. Im Nordosten ragen die alten Kaiserberge Hohenstaufen, Stuifen und Rechberg über die Bergkuppen hervor.


Bei dem Wettbewerb um den Teckpokal werden drei Durchgänge geflogen. Für das Endergebnis werden alle 3 Durchgänge gewertet. Es geht jeweils um eine Flugzeit von maximal 200 Sekunden. Exakt 200 Sekunden Flugzeit bringen 200 Punkte für den Flug ein. Abzüge gibt es für eine Ueberschreitung der Zeit, und ebenso, wenn die Sollzeit nicht ganz erreicht wird. Zusätzlich zu den Flugpunkten werden Punkte für die anschliessende Landung im 25-Meter-Kreis vergeben. Die Landung soll möglichst nahe am Kreismittelpunkt erfolgen. Eine Punktlandung bringt maximal 50 Punkte. Jeder Meter Abstand vom Mittelpunkt, gemessen von der Nase des Modells aus, bringt 2 Punkte Abzug. Für eine Landung ausserhalb des 25-Meter-Kreises gibt es keine Landepunkte.


In den vergangenen Jahren war der Wettbewerb um den Teckpokal durch widrige Windverhältnisse oder durch fehlenden Wind gekennzeichnet, so dass die Modelle zu diesem Hangflugwettbewerb durch Hochstart auf Höhe gebracht werden mussten. Nun, in diesem Jahr waren die Bedingungen nahezu ideal. Der Wind blies gleichmässig aus Südwest. Das brachte Aufwind am Hang, aber gerade nur so viel, dass immer noch eine gewisse Spannung erhalten blieb: erreicht der Modellflieger den Anschluss an das Aufwindgebiet, oder gelingt es ihm nicht, seine Sollzeit zu erreichen? Eine ganze Reihe von Modellfliegern schafften den Anschluss nicht. Sie mussten ihre Modelle unterhalb der Startstelle her einholen, ehe diese weiter an Höhe verloren, oder sie mussten nach einem Absauser weit drunten in der Ebene landen.


Bei strahlendem Sonnenschein, der das ganze Wochenende über anhielt, erfolgte Start auf Start, so dass bei den rund 330 Teilnehmern nahezu 1000 Starts und Landungen durchgeführt wurden. Das zeigt schon, dass die Organisation wie am Schnürrchen klappte, reibungslos, ohne Hektik. Ein eingespieltes Team von fast 50 Helfern sorgte für die notwendigen Arbeiten, als Zeitnehmer, bei der Senderausgabe, als Wettbewerbsleiter, bei den Schreibarbeiten und beim Messen am Landekreis. Es ist bezeichnend für den Wettbewerb an der Teck: Der Teilnehmerzahl nach handelt es sich um einen Mammutwettbewerb. Aber hier herrscht eine familiäre Atmosphäre. Es ist keine strenge Reglementierung erforderlich, keine gross aufgezoogene Organisation mit Ordnern und all dem Drum und Dran, was man sonst auf grossen Wettbewerben findet. Die Wettbewerber verhalten sich äusserst diszipliniert und tragen selbst dazu bei, dass die Veranstaltung zügig läuft.


Der Wettbewerb an der Teck ist inzwischen zu einem grossen internationalen Treffen geworden. Neben einer Abordnung aus der Nord-Schweiz beteiligten sich auch eine starke Gruppe aus Frankreich und Teilnehmer aus Oesterreich. Die Teilnehmer aus der BRD kamen sowohl aus dem süddeutschen Raum als auch von nördlich der Mainlinie.


Der Wind blies die ganze Zeit über gleichmässig gegen den Hang. Alle Teilnehmer hatten dadurch weitgehend gleiche Bedingungen. Doch bedeutet das keinesfalls, dass dem Wettbewerber der Erfolg geschenkt wurde. Der Landekreis war hinter der Bergkuppe angelegt. Hier, in Lee des Hanges, war die Luftströmung verwirbelt und unberechenbar. Der tückische Fallwind wurde manchem Modell zum Verderben, obwohl es nach landläufiger Meinung mehr als ausreichende Anflughöhe für den Landekreis hatte. Gegen den kräftigen Wind, der hinter der Bergkuppe abwärts zog, kamen langsame Modelle kaum mehr vorwärts. Sie erreichten trotz grosser Anflughöhe nicht mehr das Landefeld. Einige blieben sogar in den Wipfeln der Bäume hängen, die den Hang nach Norden abzuschliessen.


Schnelle Hangsegler waren in diesem Jahr durch die Witterungsverhältnisse begünstigt, und ihre Besitzer wussten die Vorteile auszuspielen. Es waren Modelle jeder Art und jeder Grösse am Start. Entsprechend der Ausschreibung lag die obere Grenze bei 5 Meter Spannweite und bei einem Maximalgewicht von 5 kg. Bei der Landung zeigte sich, wer die Teck kannte. Kaum einem der Teilnehmer gelang es, die volle Punktzahl von 250 zu erreichen, obwohl die Aufwindverhältnisse vorne am Hang recht gut waren. Die einheimischen Modellflieger, die mit allen Tücken der Teck gut vertraut sind, konnten hier ihre grosse Routine ausspielen. Schnelle Modelle, die auch bei dem kräftigen Gegenwind über dem Landefeld noch vorwärtskamen, waren in diesem Jahr im Vorteil.


Jugendliche beteiligten sich in diesem Jahr ganz besonders stark am Wettbewerb. Ein deutliches Zeichen dafür, wie stark sich der Modellflug auch weiterhin wachsender Beliebtheit bei der Jugend erfreut. Die Jugendlichen zeigten ganz beachtliche Leistungen, vergleichbar mit den Leistungen der Senioren. In der Spitze übertrafen sie sogar die «alten» Herren (über 45) bzw. zogen mit diesen gleich.


Am späten Samstagnachmittag waren zwei Durchgänge ausgeführt, und so trafen sich dann am Abend sämtliche Teilnehmer und die zahlreichen Helfer auf Einladung von Herrn Graupner in der Teckhalle in Owen, am Fusse der Teck. Hier gab es ein gemeinschaftliches Abendessen, anschliessend ein gemütliches Beisammensein mit Tanz. Dann ging es am Sonntagvormittag an den Endspurt. Die Spitzengruppe lag nur wenige Punkte auseinander und so kam es zu einem spannenden Finale, das Klaus Reh für sich entscheiden konnte. Er ist nun schon zum dritten Mal im Abstand von einigen Jahren der Gewinner des Teckpokals. Bei dem an den Wettbewerb anschliessenden Schaufliegen zeigten Klaus und Heinz Reh einen Verbandsflug mit ihren schnellen Seglern, der zu den grossartigsten Darbietungen gehörte, die ich je mit Segelflugmodellen sah: Loopings und Turns, Rollen und Rückenflug, exakt in knappem Abstand geflogen. Die zahlreichen Zuschauer (die Zahl wurde auf einige tausend geschätzt) waren von der Präzision der gezeigten Flugvorführungen begeistert. Die Teck war auch in diesem Jahr wieder eine Attraktion allerersten Ranges.


Jugend
Rainer Hoffmann734
Joachim Scholz730
Hans-Werner Buck725
Peter Doster718

Senioren
Klaus Reh742
Alfred Schaufler740
Jürgen Schmid739
Heinz Reh735

Alte Herren

Oswald Mahlein

734

Hans Schumacher

722

Willi Maier

715

Willi Abele

698




Alle Kategorien anzeigen

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge



}
An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙