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Rolf Mäder, Präsident Fako F3-Helikopter

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Helikopterkunstflug ist äusserst anspruchsvoll und wird in der Schweiz aktiv und sehr erfolgreich betrieben. Als Rolf Mäder die Geschicke der Fachkommission F3-Heli als Präsident übernahm, organisierte er sie erst mal um und verteilte die Aufgaben neu. Heute agiert die Fako F3-Heli selbstorganisiert.


«Ich war wohl kaum zehn Jahre alt, als wir den ersten Balsaholz-Flieger auf dem Stubentisch ausgesägt haben. Sehr zum Ärger der Mutter, die den ganzen Staub zusammenfegen musste.» Mit 14 nahm Rolf Mäder zum ersten Mal an einer regionalen Meisterschaft teil. Obschon sein Segelflugmodell für die Kategorie nicht optimiert war, wurde er Zweiter und qualifizierte sich für die entsprechende Schweizer Meisterschaft. «Eher zufällig», wiegelt er ab. Mit dem Geld, das er im Praktischen Jahr seines Informatikstudiums verdiente, finanzierte er sich seinen ersten Helikopter. Diesen transportierte er in einer Bananenkiste auf dem Gepäckträger seines Fahrrades, Benzin und Fernsteuerung im Rucksack. «Das ging so lange gut, bis ich auf dem Flugplatz einmal derart verregnet wurde, dass die Bananenkiste einbrach. Da musste mich einer heimfahren», lacht Mäder. Der Informatiker ist er treu geblieben. Nicht so den benzinbetriebenen Helikoptern.

Mitte der 1990er-Jahre entschied sich Mäder, nur noch elektrisch zu fliegen. Des konstanteren und einfacheren Betriebs wegen und schliesslich hinterlassen Elektromodelle auch keinen Öl- und Benzin Geruch mehr im Auto. «Das gefällt auch meiner Frau.» Damals kosteten die Akkus noch über 1000 Franken. «Deshalb legte ich eine Pause ein und wechselte in den Grossmodell-Segelflug.» Als Mäder sich 2013 wieder den Helikoptern zuwandte, beorderte ihn der damalige Präsident, Peter Oberli, sogleich in die Fako F3-Heli – als Sekretär. «Er fand, ich könne schreiben, verstehe Deutsch und Englisch. «Mach mal!», lautete die Devise.»


Aushängeschild und Arbeit im Hintergrund

Bekanntester Vertreter der FAI-Klasse F3C in der Schweiz ist Ennio Graber, mehrfacher Vizewelt-, Europa- und Schweizer Meister. Die Schweizer prägen den Helikopterkunstflug aber auch im Hintergrund mit. Gut drei Viertel der Figuren der internationalen Programme im F3C wurden hier kreiert. «Alle zwei Jahre überlegen wir uns etwas Neues. Dabei werden in einem Programm meistens zwei bis drei Figuren ausgetauscht», sagt Mäder, der die Schweiz in der CIAM vertritt. Sein Engagement ist zeitintensiv, umso mehr freut er sich über die wertvolle Arbeit von Hans Emmenegger und Andy Kessler. «Die beiden haben die Fako zwar verlassen, doch bin ich froh, dass sie mich weiterhin bei der Gestaltung der Flugprogramme unterstützen. Dafür müssen sie nicht zwingend an der jährlichen Fako-Sitzung teilnehmen.»

«Irgendwann im Jahr 2020 stellte Peter Oberli vor einer Fako-Sitzung vier mit Ordnern gefüllte Einkaufstüten vor den Kofferraum von Mäders Wagen und meinte: «Rolf, das machst jetzt du.» «Oberli hatte die gesamte Heli-Mannschaft verwöhnt, indem er jahrelang alles selbst gemacht hatte», sagt Mäder. Dazu war er nicht bereit. «a) bin ich noch berufstätig, b) will ich auch zum Fliegen kommen. Ich organisierte die Fako um, erstellte eine Tätigkeitsliste und verteilte die Aufgaben klar auf die einzelnen Mitglieder. Heute kommen wir mit einer Sitzung pro Jahr aus, an welcher wir die Wettbewerbstermine der beiden Klassen FAI und SwissCup abstimmen.»



Einstiegsklasse Swiss-Cup als Sprungbrett

Die Fako organisiert insgesamt drei Wettbewerbe in der FAI-Klasse, darunter die Schweizer Meisterschaft, die zur Selektion der Nationalmannschaft zählt, sowie drei Swiss-Cup-Wettbewerbe. Letztere sind die Talentschmiede für Nachwuchspiloten. «Gleich in die FAI-Klasse einzusteigen, das schafft niemand. Rund die Hälfte unserer Piloten partizipiert im Swiss-Cup. Diese nehmen wir gerne unter unsere Fittiche und versuchen, sie für die FAI-Klasse zu gewinnen. Wir zwingen natürlich niemanden.» Neben Nachwuchspiloten sind auch Interessierte willkommen, die als Punktrichter amten wollen. Die Fako bietet auch Punktrichterkurse an.

Einen Modellhelikopter sicher zu betreiben und damit erfolgreich Wettbewerbe zu fliegen setzt Verständnis von Mechanik und Elektronik und den Willen zu regelmässigem Training voraus. Mäder absolviert an die 500 Flüge pro Jahr, um in der FAI-Klasse mithalten, Spitzenpiloten mehr als das Dop-pelte. «Bei der Ausbildung ist ein langsames Herantasten gefragt, die Grenzen müssen langsam, aber stetig erweitert werden.» Bis einer den Schwebeflug perfekt beherrscht, muss er rund zwei Jahre trainieren; bis er so präzise im Kreis landet wie Mäder, vergehen mehrere Lenze, auch wenn es für Aussenstehende einfach aussieht. «Wir von der Fako unterstützen alle mit Rat und Tat, die das wollen», sagt Mäder, «nur fliegen müssen sie selbst.»

Das Dilemma mit der Zeit kennt auch er, etwa beim Gedanken an die Teilnahme an Weltmeisterschaften. Nicht jeder kann oder möchte zwei Wochen seiner kostbaren Ferientage dafür einsetzen. Es sind diesbezüglich Bestrebungen im Gange, internationale Meisterschaften zeitlich abzukürzen. Zeitintensiv ist auch die andere Leidenschaft Mäders und seiner Frau: Sie besitzen zwei Pferde, die versorgt und bewegt werden wollen. «Vielleicht hindert mich das, ein besserer Pilot zu werden», schmunzelt er.



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