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Züri-Cup oder eine neue Wettbewerbsart für Modellsegelflieger

von Peter Aeberli
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Die stetige Zunahme der Teilnehmer an Modellsegelflug-Wettbewerben der Region 5 bewegten mich zum Entschluss, hier einen Ausgleichs-Wettbewerb zu starten.


Aus diversen Gesprächen konnte ich entnehmen, dass sich etliche Piloten hauptsächlich mit dem Gedanken «Mitmachen ist wichtiger als siegen» an einer solchen Veranstaltung beteiligten. Gewiss eine vernünftige Einstellung, leider aber etwas ärgerlich die resultierenden Folgen solcher Monster-Teilnehmerzahlen. Lediglich 1 Durchgang entschied die F3B-Serie A Regionalmeisterschaft der Region 5 in den Jahren 1975 und 1976. Desgleichen sogar die letztjährige Schweizermeisterschaft. Als Vorteil grosser Teilnehmerzahlen darf eigentlich nur die entsprechende Teilnehmerquote für die Schweizermeisterschaft erwähnt werden. Diesbezüglich wäre sicher eine Reglements-Korrektur wünschenswert. Ich glaube nicht, dass die folgende Wettbewerbsart ein Allerheilmittel darstellt, bin aber überzeugt, vielen Modellfliegern eine Möglichkeit bieten zu können, auch so etwas Wettbewerbs-Atmosphäre geniessen zu können, ohne unbedingt gerade an Regionalen mitmachen zu müssen. Umgekehrt kann sich hier ein Pilot unbelastet die Sporen für das Hochstart-Programm abverdienen.


Teamwertung als Idee

Um die Kameradschaft vermehrt zu fördern, legte ich den Wettbewerb so aus, dass nicht die Einzelbestleistung, sondern die eines Teams von 4 Piloten zählt. Als Aufgabe bot sich die Disziplin B, also der Distanz-Flug an. Die Leistung des Streckenfluges hängt nicht nur von der Kunst der Steuerknüppel-Betätigung ab, sondern hier wirkt auch das perfekte Bauen der Modelle.


Ablauf und Organisation

Ich stellte ein System auf, das 9 Teams beinhaltet. Während 4 Flugtagen (Runden), die durch das ganze Jahr verteilt sind, tritt nun das einzelne Team gegen jedes andere an. Das heisst: an einem Flugtag werden sich auf 3 verschiedenen Geländen immer 3 Mannschaften gegenüber stehen.

Die Leitung, das heisst die Organisation, Auswertung und event. Information steuert eine einzige Person, kurz OK genannt.

Nach Ablauf des Anmeldetermines sendet das OK zu Beginn des Jahres allen Teams, beziehungsweise den gestellten Team-Chefs ein Couvert mit folgendem Inhalt:

  • 1 Adressverzeichnis mit Tel.-Nummer aller Team-Chefs
  • 1 Terminkalender mit Ausweichdatum und entsprechenden Gegenparteien

Zirka 2 Wochen vor der 1. Runde erhält jeder Team-Chef das Aufgebot. Beiliegend ein Auswertungsformular und ein adressiertes und frankiertes Retourcouvert.

Für die Unkosten verlangt das OK bei der Anmeldung pro Team Fr. 20.—


Durchführung der Wettbewerbstage

Der Team-Chef hat nun die Aufgabe, mit den beiden andern Team-Chefs Kontakt aufzunehmen um Fluggelände (Gruppengelände), Messmaterial, Treffpunkt und sonstiges zu fixieren. Danach müssen auch die eigenen Team-Kameraden über diese Punkte informiert werden. Sollte einer der Team-Kameraden aus X-einem Grund unabkömmlich sein, darf dieser natürlich durch irgendein, aber unbeteiligtes Gruppenmitglied ersetzt werden. Am Wettbewerbstag treffen sich nun die 3 Teams auf dem Fluggelände. Miteinander werden Flugfeld abgesteckt und sonstige Vorbereitungen getroffen. Für das Hochziehen der Modelle sind die Teams selbst zuständig. Der Zeitnehmer, ein Pilot oder Helfer einer Gegenpartei notiert die erzielten Leistungen auf dem Auswertungsformular. Die Wettkampf-Fairness wird von allen Teilnehmern auf dem Felde selbst bestimmt.


Nach Beendigung des Wettbewerbes bestätigt jeder Pilot seine Resultate mit seiner Unterschrift. Auch die Team-Chefs der Gegenparteien visieren das Formular und bestätigen somit die Gültigkeit. Das Formular wird in das vorbereitete Couvert gesteckt und in den nächsten Briefkasten geworfen.

Das OK wertet die erhaltenen Resultate aus und bildet eine erste Zwischen-Rangliste. Der Auswertungsmodus ist einfach. Dasjenige der 3 gegeneinander geflogenen Teams, welches das höchste Resultat erzielte, erhält 3 Punkte. Die zweitbeste Leistung erhält 2 Punkte und die schlechteste 1 Punkt.

Zirka 2 Wochen vor Beginn der 2. Runde wird nun jedem Team-Chef diese Rangliste, ein weiteres Aufgebot und event. Informationen zugeschickt.


Nach Beendigung der 4. Runde kann die Schluss-Rangliste erstellt und eine Preisverteilung vorgenommen werden. Dies geschah bei uns nun am 16. Dezember 1976 in Herrliberg. Zahlreich erschienen die Teilnehmer zu diesem Anlass.

Vor der eigentlichen Preisverteilung wurde noch heftig über die am Anfang aufgeworfenen Probleme diskutiert. Die Kameraden der Modellfluggruppe Mörsburg reichten in lobenswerter Manier eine schriftliche Idee ein, die nun unser RC-Fachreferent Paul Pfenniger an der nächsten Fachsitzung vorbringen wird. Natürlich durfte auch am Züri-Cup-System kritisiert werden. Erfreulicherweise scheint dieser Cup positive Beliebtheit zu geniessen, wurden doch keine grundsätzlichen Aenderungen beantragt. In souveräner Art und Weise, nämlich mit dem Punkte-Maximum von 12 P. errang das Team Mörsburg A den Sieg und somit den Wanderpreis.


Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Beteiligten des Züri-Cup 1976 für das gute Gelingen herzlich bedanken und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen am Züri-Cup 1977.

Mit freundlichen Grüssen

P.S.

Für Cup-Reglemente wie auch für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne unter folgender Adresse zur Verfügung:

Peter Aeberli
Erlengutstrasse 7
8703 Erlenbach
Tel. 01/90 81 53


Schlussklassement Züri-Cup 1976

1. Mörsburg A
- 2.a Bachtelfitzer
- 2.b Mörsburg B
- 4.a Dietikon
- 4.b Bülach
6. Erlenbach
7. Lachen
8. Alpenblick
9. Männedorf




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