Editorial

Weisch, was i meine

von Emil Giezendanner
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Der Perfektionsgrad der im Markt erhältlichen Modellflugzeuge, vom Segler bis zum Jet, hat heute ein Mass erreicht, das ich jedes Mal als nicht zu überbieten bestaunen muss. Kaum so gedacht, kommt schon die neueste Generation. Noch realistischer, noch mehr genaue Details. Die Oberfläche wie ein Spiegel. Und erst die Leistungen: schneller, trotzdem «gutmütiger» beim Landen. Stabilität kein Problem – eine Schar Sensoren wird's richten.


Vor vielen Jahren hat der damalige SMV-Präsident Jürg Schmitter die Frage aufgeworfen, ob der grenzenlose Perfektionismus dem Modellflug letztlich nicht schaden würde. Kann mich gut erinnern, wie einige Spitzenpiloten kurzfristig in den Schnappmodus fielen. Betrachte ich zum Beispiel Wettbewerbskunstflugmodelle, lassen sich solch kritische Fragen nicht schönreden. Können Mütter/Väter für ihre kunstflugbegabten Töchter oder Söhne einfach ein paar Tausend Franken investieren? Oder nehmen wir den Wettbewerbssegelflug, wo gute Modelle schnell einmal gegen zweitausend und mehr Franken kosten. Haben einfachere und billigere Modelle an wichtigen oder gar internationalen Anlässen überhaupt eine Chance? An Weltmeisterschaften, sei es im Kunstflug oder Elektroflug/Segelflug, kann ich auch bei den Junioren immer nur beste und teuerste Kampfmaschinen entdecken. Ich muss zugeben, dass es mir dabei nicht ganz wohl ist. Vertreter ärmere Länder sind an solchen Anlässen kaum anzutreffen. Mit anderen Worten: Ich sehe leider keinen Ausstieg aus dieser Spirale. Gewiss, es gibt bescheidene Gegenbewegungen, wie zum Beispiel die ganzen Schaumstoffmodelle oder Wettbewerbsklassen RES (Segler ohne Querruder). Trotzdem, wer im Sport nach oben will, muss sich anpassen. Eine zunehmend populärere Chance bleibt uns: Ich meine das Angebot an neuen Holzbausätzen – oder nur Spantensätzen. Wer ein solches Projekt anpackt, hat es im begrenzten Rahmen in der Hand, den finanziellen Aufwand zu steuern. Oftmals heisst teurer nicht unbedingt besser. Ich wünsche viele wunderschöne und gemütliche Stunden im Hobbyraum, schöne Festtage und viel Glück im neuen Jahr.

Emil Ch. Giezendanner

redaktion@modellflugsport.ch



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