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40 JAHRE SCAMORA

von Emil Giezendanner
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Das Scamora-Dream-Team (v.l.): Patrick Singer und Thomas Temperli, Verkauf, Daniel Iff, Geschäftsführer, Dia und Ruedi Iff, Gründerfamilie.



40 JAHRE SCAMORA

### Der Modellbau-Hotspot im Zürcher Oberland


Ruedi Iff, Gründer der Firma Scamora, erzählt

In seiner umfangreichen Jubiläumsbroschüre erzählt Firmengründer Ruedi Iff nicht nur über die «40 Jahre Firma Scamora», sondern die 20 Jahre vorher, wie er dazu kam, seine technischen Interessen, seine Fähigkeiten und seinen Sinn für Genauigkeit in der Maschinenschlosserausbildung bei Sulzer Winterthur zu erweitern. Das kann als Grundlage für seinen Werdegang angesehen werden.


Vom Slot-Racing zum RC-Racing-Car

Das Ganze begann mit einer 8-Spur-Slot-Racing Piste in Uster. Auf der 50-m-Carrera-Rennbahn wurden mit Autos im Massstab 1:24 heisse Rennen ausgetragen, wobei das Tuning für die Schnellsten unabdingbar war. Der grosse und fast alles bedeutende Schritt kam, als 1973 der erste Schweizer-Meisterschafts-Lauf für RC-Benzinautos im Massstab 1:8 mit 3,5-ccm-Methanolmotoren stattfand. Ein eigentlicher RC-Car-Racing-Boom brach aus. Zahlreiche Freunde unterstützten Ruedi in seinen Aufbauarbeiten. So konnten mit den damaligen einfachen Mitteln erste spannende Rennen mit Zuschauern im Areal von Gerd Vollenweider stattfinden. Das war ein wichtiger Grundstein für Ruedi und sein Samora Racing Team, konnten er doch so später national und international grosse Erfolge feiern. So wurde Roland Iff Europameister 2000 in der Kategorie RC-Car 1:5.


1985 wichtigster Entscheid

Die Überlegungen, ob Importeur oder Detailhandel, müssen für Ruedi nicht einfach gewesen sein. Er wollte sich nicht mit zum Teil langen Transportwegen herumschlagen. Also war sein Entscheid getroffen: «Wir machen einen Modellbauladen von der Pike auf.» Ein Geschäftslokal an der Bahnhofstrasse in Wetzikon konnte für eine damals hohe Miete in einem älteren Zustand übernommen werden. Ruedi schrieb dazu:

«Aller Anfang ist schwer,
du bist ein Nobody»;

denn an Erschwernissen sollte es nicht fehlen. Einige Importeure und Hersteller im In- und Ausland wollten Scamora nicht beliefern. Ganz anders der Importeur von Tamiya WITECO (heute Arwico) mit Geschäftsführer René Keller. Da Robbe, Graupner etc. in dieser Sparte noch in den Kinderschuhen steckten, kam Tamiya grad zur rechten Zeit. Grosse Starthilfen waren auch die Freunde der RC-Car-Szene – ein überaus wichtiges Netzwerk. Meisterschaften mit bis zu 90 Teilnehmern wurden ausgetragen, wobei einmal mehr Gerd Vollenweider mit seinen Kollegen an vorderster Front in der Organisation mitgewirkt hat.


Sohn Daniel Iff als Geschäftsführer (1991)

Der als Feinmechaniker ausgebildete Sohn Daniel brachte einiges an Erfahrung im Umgang mit Computern mit. Und der Informatiker Oliver Lohkamp unterstützte die Firma beim Wechsel auf EDV-gestützte Lagerbewirtschaftung und Kassensystem. Dank diesen damaligen Innovationen und Dispo-System konnten die Mindestvorräte errechnet werden; denn, wie damals in der Spielwarenbranche üblich, Firmen, bei denen der Jahresbedarf bereits schon im Januar in Nürnberg bestellt werden musste, wurden von der Lieferantenliste gestrichen. Später wurde ein aktueller Online-Shop eingerichtet und die beiden Verkaufsberater – beides gelernte Automechaniker – sorgen für eine hohe Präsenz und Kontinuität. Das grosse Sortiment erstaunt: vom 2-mm-Schraubchen bis zum Helikopter oder Ferrari. Das erklärt u.a. auch das breite Spektrum der Kundschaft. Vom Jugendlichen mit Mutter oder Vater bis zum Senior.



Angenehme Atmosphäre

Beim Eintritt ins Ladengeschäft ist der direkter Blickkontakt zu den Verkaufsberatern und deren Begrüssung freundlich. Geschäftsführer Daniel Iff legt viel Wert auf einen seriösen Kundendienst. Er hält die Firma über Jahrzehnte stabil. Ausbau und Verbesserungen in kleinen Schritten.

Keine hochfliegenden Expansionspläne. Dafür unterhält er eine eigene Reparaturwerkstatt, die sich zusammen mit Lager und Büro direkt unter dem Laden befindet – alles an einem Ort. Der Einstell- und Reparaturservice bietet sich für Einsteiger geradezu an. Jugendliche und Erwachsene sieht man, die nach gelungenem Eingriff an ihrem Modell mit glücklichen Gesichtern das Lokal verlassen – eine kleinere Sache, die grosses Vertrauen schafft. Eingetroffene Bestellungen oder vollendete Reparaturen werden per SMS gemeldet.

Emil Giezendanner auf der Basis von Ruedis «Geschichte über 60 Jahre», einem Gespräch mit Geschäftsführer Daniel Iff. Bildmaterial: Scamora 2025.




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