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Elektronischer PILOT-Schalter von Graupner

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Der Graupner-Pilotschalter ist klein und leicht (etwa die Grösse eines grossen Servos) und ersetzt mechanische, durch Servos betätigte Schalter. Er enthält zwei Relais mit Goldkontakten für «Aus» und «Ein» sowie zum Polwenden. Relais arbeiten im Gegensatz zu elektronischen Schaltern absolut verlustfrei. Ein unscheinbares Gerätchen, das sich aber im Elektroflug ausgezeichnet bewährt.



Technische Beschreibung

1. Funktion

Mit diesem Mehrfunktionsgerät kann der Antriebs-Elektromotor ferngesteuert in Laufrichtung A für den Antrieb, auf Stop und in Laufrichtung B zur Schubumkehr geschaltet werden. Ausserdem wird die Antriebsbatterie bei Erreichen der Entladeschlussspannung automatisch abgeschaltet und damit vor schädlicher Tiefentladung geschützt.

Der PILOT-Schalter wird vorwiegend bei Elektroantrieben mit Untersetzung und grossen Luftschrauben verwendet, da die Wirkung der Schubumkehr dann besonders wirkungsvoll ist.


2. Anschluss

Der Anschluss des PILOT-Schalters erfolgt mit dem 3poligen Flachstecker an einem Decoderbaustein SC der Empfangseinheit. Der Antriebsmotor wird an die beiden einzelnen AMP MATE-N-LOK Buchsen angeschlossen. Achtung: Eine Änderung der festgelegten Laufrichtung des Antriebsmotors wird durch Vertauschen der beiden Motoranschlusskabel vorgenommen. Die Antriebsbatterie bzw. Antriebsbatterien dürfen nicht umgepolt angesteckt werden.

2.1. Bei Verwendung einer Batterie (z. B. 7/RSH 1,2) werden nur die beiden äusseren Kontakte benutzt. Polung (Farbkennzeichnung) beachten!

2.2. Sollen zwei Batterien hintereinander geschaltet werden (z. B. 2 Stück 4/RSH 1,2), wird jede Batterie an das äussere Buchsenpaar angeschlossen.


3. Die Entladeschlussspannung bei NC-Batterien mit Sinterelektroden

Die Höhe der Entladeschlussspannung ist abhängig von der Strombelastung und liegt zwischen ca. 0,8 V ... 1,0 V je Zelle.

Bei Hochstrombelastungen, bei denen die Betriebsdauer mit einer voll geladenen Batterie ca. 10 min beträgt, z. B. beim Einsatz in Elektroflugmodellen, kann der Wert mit ca. 0,8 V je Zelle angenommen werden, bei geringeren Belastungen liegt die Entladeschlussspannung entsprechend höher.

Der PILOT-Schalter hat zwei Einstell-Potentiometer zur Justierung der Entladeschlussspannung (Abschaltspannung) und des Hubs. Für die Einstellungen wird ein kleiner Schraubenzieher verwendet.


4. Die Einstellung der Abschaltspannung

Dazu ist ein Probelauf des im Modell eingebauten Elektro-Antriebsaggregates erforderlich. Um die Dauer des Probelaufes und damit die Belastung des Elektromotors niedrig zu halten, wird die Antriebsbatterie statt 30 min nur ca. 5 min geladen.

Während des Probelaufes wird der Abfall der Spannung am Messgerät kontrolliert.

Wenn die Entladeschlussspannung erreicht ist, wird das mit «Abschaltspannung» bezeichnete Potentiometer bis zu dem Punkt verdreht, bei dem der Motor stehen bleibt. Jetzt steigt die Spannung wieder an, da die Batterie nicht mehr belastet ist.

Der Motor kann nach der automatischen Abschaltung nicht wieder eingeschaltet werden. Erst nach dem Einsetzen einer geladenen Antriebsbatterie ist das Gerät wieder funktionsbereit.

Für eine Kontrolle ist daher die Batterie wieder kurzzeitig zu laden. Bei dem nächsten Probelauf kann dann der genaue Abschaltpunkt am Messgerät abgelesen werden.

Die untere Grenze der Abschaltspannung beträgt ca. 5,5 V. Es ist daher sinnvoll, dieses Gerät nur dann einzusetzen, wenn die Betriebsspannung mindestens 8,4 V, maximal aber 16,8 V beträgt.


5. Beispiele für die Bestimmung der Entladeschlussspannung

5.1. 7zellige VARTA Batterie 7/RSH 1,2 bei Hochstromentladung: 7 × 0,8 V = 5,6 V.

5.2. zwei 4zellige VARTA Batterien 4/RSH 1,2 hintereinander geschaltet bei Hochstromentladung: 8 × 0,8 V = 6,4 V.


6. Die Einstellung des Hubs

erfolgt mit dem entsprechend gekennzeichneten Potentiometer. Es können die Einschaltpunkte für die beiden Laufrichtungen verändert werden, das heisst, der Antriebs-Elektromotor wird bei einem kleineren oder grösseren Knüppelausschlag am Sender eingeschaltet.

In der Praxis kann der Betätigungsknüppel des Senders neutralisierend oder nicht neutralisierend sein:

6.1. Funktion bei neutralisierendem Knüppel

Für diese Funktion ist das Gerät vom Werk eingestellt. Sollte eine Nachregelung erforderlich sein, kann dies wie folgt geschehen:

Es empfiehlt sich, den Hub so einzuregeln, dass das Einschalten der Laufrichtung A für den Flug schon allein mit der Trimmung erfolgen kann. Dies ist wichtig, um einen Handstart des Elektromodells machen zu können, ohne den Knüppel zu betätigen. Das Einschalten der Laufrichtung B (Schubumkehr) ist dann in der Regel mit der Trimmung allein nicht möglich, aber auch nicht notwendig.

Während des Fluges empfiehlt es sich, die Trimmung wieder auf Mitte zu stellen und das Ein- und Ausschalten mit dem Steuerknüppel vorzunehmen. Ein weiterer Vorteil dieser Einstellmethode liegt darin, dass bei einem am Boden abgestellten Modell nicht versehentlich der Motor anlaufen kann, da der neutralisierende Knüppel immer in Mittelstellung steht. Voraussetzung ist allerdings, dass auch die Trimmung neutral eingestellt ist.

6.1.1. Einstellung bei neutralisierendem Knüppel

Knüppel nach vorn soll der Motorlaufrichtung A (für den Flug) entsprechen:

Trimmung nach vorn, Potentiometer «Hub» so lange nach links drehen, bis der Motor sicher in die erwähnte Laufrichtung eingeschaltet.

6.2. Einstellung bei nicht neutralisierendem Knüppel

Knüppel nach vorn soll der Motorlaufrichtung A (für den Flug) entsprechen.

Knüppel nach hinten soll der Motorlaufrichtung B (für Schubumkehr) entsprechen.

Knüppel in Mittelstellung: Motor aus.

Für die genannten Funktionen ist die Trimmung auf Mitte zu stellen, der Knüppel auf etwa zwei Drittel seines Weges nach vorn.

Das Potentiometer «Hub» so weit verdrehen, bis der Motor sicher in Laufrichtung A einschaltet.

Bei Betätigung des Knüppels nach hinten ist dann der Schaltpunkt für Laufrichtung B automatisch gegeben.

6.3. Weitere Einstellungen bei nicht neutralisierendem Knüppel

können nach eigenem Ermessen vorgenommen werden, z. B. für folgende Funktion:

Knüppel vor ist Motor ein vorwärts

Knüppel zurück ist Motor aus Trimmung rückwärts und Knüppel rückwärts ist Motor rückwärts ein.


7. Etwas zur Praxis

7.1. Schubumkehr bei MOSQUITO u.ä. Elektroflugmodellen

Das Modell kann riskolos aus grosser Höhe schnell wieder in Bodennähe gebracht werden, da die Schubumkehr als eine Art Thermikbremse wirkt. Dies ist besonders bei Wetterlagen mit sehr starkem Aufwind von Vorteil. Aber auch bei ruhiger Wetterlage ist der Einsatz der Schubumkehr äusserst effektiv.

Zur Korrektur bei Landeanflügen eignet sich die Schubumkehr ebenfalls in gewissen Grenzen, sofern der Motor in ausreichender Höhe abgeschaltet wird.

Bei Schubumkehr nimmt das Elektromodell eine sehr steil abwärts geneigte Flugbahn bei bemerkenswert geringer Fluggeschwindigkeit ein. Die Steuerbarkeit des Modells bleibt dabei voll erhalten.

Es empfiehlt sich, die ersten Versuche mit Schubumkehr in grösserer Flughöhe vorzunehmen, um mit dem Verhalten des Modells vertraut zu werden. Der Winkel der Fluglage kann durch entsprechende Höhenruder Ausschläge verringert werden.

7.2. Der PILOT-Schalter ist vorwiegend für Elektroflugmodelle gedacht.

Nachdem die Entladeschlussspannung erreicht ist, kann der Motor nicht mehr eingeschaltet werden. Das Modell wird im Gleitflug gelandet.

Erst nach dem Anschliessen einer geladenen Batterie kann der Motor wieder ein- und ausgeschaltet werden.

7.3. Sofern der PILOT-Schalter im Modell MOSQUITO verwendet werden soll, werden der im Elektroflug-Set enthaltene mechanische Schalter mit Kunststoffhalterung sowie das zur Betätigung dieses Schalters erforderliche Servo nicht benötigt.


Empfehlung

Bei jedem Elektroflugmodell sollte während des Fluges die Batterie immer nur so weit entladen werden, dass der Motor noch genügend wirksam im Landeanflug eingesetzt werden kann.

Muss aus irgendeinem Grund die Landung abgebrochen werden (z. B. Personen überqueren das Landefeld), sollte noch Reserve zum Durchstarten vorhanden sein. Dreht der Motor nur noch schwach, droht beim Durchstarten ein Überziehfehler. Stellt der Pilotschalter beim Erreichen der Abschaltspannung selbständig ab, kann ein Landeanflug unter Umständen «kriminell» werden. Erfahrungsgemäss benötigt der Motor gerade bei Schubumkehr enorm viel Strom, so dass die Abschaltspannung nach einem längeren Flug schnell erreicht ist. Stellt jetzt der Schalter ab, können zu kurze Anflüge usw. nicht mehr korrigiert werden. Man lasse sich nicht überraschen!


Technische Daten
Versorgungsspannung der Elektronik4,8 V =
Betriebsspannung8,4 ... 16,8 V = entspricht 7 bis 14 Zellen NC
Einstellbereich der Abschaltspannung5,5 ... 12 V =
Dauergrenzstrom max15 A =
Gewicht ca.90 g
Abmessungen ca.76 × 28 × 32 mm
Kabellänge ca.200 mm


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