Jugend

DAS WORT «JUGENDARBEIT» ENTHÄLT ARBEIT

von Emil Giezendanner
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Nachdem sich immer mehr Modellflieger mit Flugzeugen ab Stange eindecken – auch mit solchen, die bereits komplett ausgerüstet sind –, dürfte es für viele zunehmend schwieriger werden, ein sogenanntes Fertigmodell flugtüchtig zu machen. Am Young SilentWings Workshop der Region Nordostschweiz (NOS) gehört das zur zentralen Zielsetzung.


Anspruchsvolles Ausrüsten des Modells

Qualität nicht überall, leider! Aber wir kennen Hersteller, die ihre Erzeugnisse in einer nahezu tadellosen Qualität liefern. Wer solche Modelle in den Händen hält, muss fast davon träumen, so etwas einmal von Grund auf selber zu bauen. Das wäre allerdings ein längeres Projekt – für Jugendliche zu lang. Einige Hersteller bezeichnen den Schwierigkeitsgrad des Einbaus mit einer Skala. Was eher theoretisch daherkommt. Denn die ganzen Arbeiten sind weitgehend abhängig von der Erfahrung, dem handwerklichen Geschick sowie zum Bezug zu Genauigkeit und Ausdauer.


Auswahl des Jugendmodells

Das richtige Modell auszuwählen ist nicht zuletzt Erfahrungssache der Kursleitung. Ohne vorherige Erfahrung mit dem Einbau eines Prototyps



kann weder der Schwierigkeitsgrad noch der mittlere zeitliche Aufwand abgeschätzt werden. Selbst dann werden – wie beim Schulunterricht – Einzelne immer schneller als die anderen sein. Dass die Schnellen die übrigen nicht stören, ist zu beachten. Grad bei eher filigranen Arbeiten muss das verhindert werden. Das lässt sich aber mit Zusatzarbeiten (z.B. Flügelschoner erstellen), Informationstätigkeit durch die Instruktor*innen usw. gut regeln.


Modellbau in die Tiefe

Der Einbau eines Elektro-Kunstflug- oder Segelmodells mag, oberflächlich gesehen, einfach und ohne Probleme zu bewältigen sein. Das hat schon manchen gewaltig getäuscht und zur Verzweiflung gebracht. Sorgfältiger Einbau in gut durchdachten Schritten führt in die Tiefen des Flugmodellbaus. Das ist bekanntlich beim Einsatz von komplett fertig ausgerüsteten Modellen selten der Fall.


Vorbereitung ist fast alles

Beim Young SilentWings wird die Wahl der Komponenten wie Antrieb und RC-Steuerung durch die Leitung übernommen. Eine nicht sehr einfache Planung und voller Tücken: Wahl zwischen Qualität und Kosten? Ein Teilaspekt der aufwendigen Vorbereitungsarbeiten. Eher schwierige Arbeiten wurden in sehr verdienstvoller Vorarbeit wahrgenommen: Einsetzen des Motorspanns beim Segelmodell oder die Flügelverschraubung. Das bringt Zeitsparnis und verhindert Frustration beim Junior.


Pädagogische Gratwanderung

Instruieren und arbeiten lassen. Für die Instruktion eine nicht immer einfache Aufgabe. Wann eingreifen? Es gibt immer Arbeiten, bei denen sich Fehler korrigieren lassen. Im diesem Fall hat der «Proband» eine Menge gelernt. Zeichnen sich aber irreversible Fehler ab, heisst es korrigierend intervenieren oder gar vormachen. Ganz generell wirkt ein Vorbild, das Ruhe und Sicherheit verbreitet, fördernd. Die Leiter sind weder Auftraggeber noch Kontrolleure, sondern hilfreiche Begleiter und Trainer, damit die zweite Schraube besser sitzt.


Die Sache mit dem Zusatzprogramm

Die Idee, Young SilentWings mit einer Art Kurzprogramm zu ergänzen, mag verführerisch tönen. Aus der Schachtel in die Luft passt zur oft ungeduldigen Jugend. Der Versuch, diesen Trend aufzunehmen und wenigstens ein bisschen fachlich zu begleiten, ist nicht von vornherein abzulehnen. Immerhin einen ganzen Tag vom Zusammenbau bis zum Erstflug die Juniorinnen und Junioren in die richtigen (Flug-)Bahnen zu lenken muss als positiver Impuls gesehen werden. Weitere erzieherische Wirkungen und Förderungen in so kurzer Zeit zu erwarten wäre vermessend. Ganz andere Fragen betreffen die Qualität solcher Modelle. Wenn diese nicht stimmt oder Bestandteile fehlen, führt das grad bei Jugendlichen, die den schnellen Erfolg suchen, zu vorzeitigem Frust und Enttäuschung. Die zweite Frage lautet, ob das Programm Young SilentWings, das auf seriöse Leistung und Ausdauer setzt, mit einem Kurzprojekt ergänzt werden soll. Sind es doch gleich mehrere Punkte, welche die Zielsetzungen der beiden Jugendangebote gründlich voneinander unterscheiden. Lob den Organisatoren, dass sie das Experiment gewagt haben. Wichtige Schlussfolgerungen können zweifelsohne für weitere Jugendprojekte gezogen werden.



SebArt Mytho S 50E

Spannweite

158 cm

Länge

167 cm

Flügelfläche

47,5 dm2

Gewicht

2750 g ohne Akku

Radio

6 Kanal

Batterie

4500–5000, 6S Li-Po


TOPMODEL CZ Marabu

Spannweite

275 cm

Länge

1340 cm

Gewicht

1500 g

Flügelfläche

48,7 dm2



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