Sport

Freiflugmekka Lost Hills/CA

von Urs Muntwyler
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Was bei den Tennisfans Wimbledon ist, sind bei den Modellfreifliegern die Februar-Events in Lost Hills, Kalifornien, USA. Das 200 km nördlich von Los Angeles gelegene Freifluggelände haben die Freiflieger dem spendablen Flugkameraden John Creans zu verdanken. Er hat westlich des Highway 5 und des Ortes Lost Hills ein grosses Gelände aufgekauft, das nun exklusiv für den Freiflug reserviert ist.


Die Schenkung ist so schlau aufgebaut, dass es unmöglich ist, das Gelände für anderweitige Zwecke zu verkaufen. Dabei ist Freiflug sowohl in der Ebene als auch am Hang möglich. Warum nicht auch so eine Initiative in der Schweiz und in Deutschland?

So trifft sich die Freiflug-Community im Februar zu den «Fabulous February Events». Diese bestehen aus allen fünf FAI-Freiflugkategorien: F1A (Segler mit Hochstart), F1B (Segler mit Gummimotor), F1C (Segler mit Verbrennungsmotor), F1E (Segler mit Magnetsteuerung-Hangflug) und F1Q (Segler mit Elektroantrieb). In Amerika werden noch viele weitere Kategorien geflogen. An den fünf Februar-Weltcup-Events spielen sie aber eine Nebenrolle. Die fünf Februar-Events sind nur möglich, weil sich die Amerikaner einen Weltcup von Neuseeland, den KIWI-Cup, und einen von Kanada, den «North America Cup», ausborgten. Ihr Event ist der «California Cup» in F1E-Hangflug und vor allem der MAXMEN-Event in F1A/B/C und Q. Insgesamt waren 16 Nationen am Start. Die Schweizer Delegation bestand dieses Jahr aus Christoph Bachmann (F1A), Alfred Andrist (F1B und F1E), Dominik Andrist (F1A, F1B und F1E), F1A-Weltmeister Lauri Malila (F1A) und Newcomer Urs Muntwyler (F1B, F1E und F1Q).



Speziell ist auch, dass renommierte Hersteller von Freiflugmodellen und -komponenten gleich selbst am Start sind, so die Ukrainer Yuri Grushkovskiy (F1A), Alexander Andrukov, Stepan Stefanchuk (F1B), Oleg Kulakowsky (F1B) und das Ehepaar Imola und Mihaly Varadi (F1Q). Gerade für Newcomer wie Urs Muntwyler eine Chance, die neuen Modelle mit dem Hersteller einzufliegen. Nach der Anreise am Donnerstag, ging es am Freitag gleich ins Training der verschiedenen Kategorien. Ein F1B-Gummimotormodell von Alfred Andrist wollte gleich Kalifornien erkunden und musste in einer mehrstündigen Autofahrt geborgen werden. Ohne die heute obligaten GPS-Tracker wäre das Modell verloren gewesen. Am Samstag startete dann der KIWI-Weltcup in den Kategorien F1A (Christoph Bachmann, Lauri Malila und Dominik Andrist), F1B (Alfred Andrist und Urs Muntwyler) und F1Q (Urs Muntwyler). In Amerika hat F1B die grösste Teilnehmerzahl vor F1A, F1C und der neuen Kategorie F1Q. In der Kategorie F1A erreichte Dominik Andrist (MV-Bern) im Stechen den 3. Rang – hinter Mehrfachweltmeister Per Findahl (SWE) und Jama Danier (CAN).



Im KIWI-Hangflugwettbewerb vom Sonntag, 9. Februar, belegte Alfred Andrist (MV-Bern) den 3. Platz hinter Sieger Mike McKeever (USA) und Evgeni Gorban (UKR). Dominik Andrist belegte den 4. Rang. In Lost Hills wird der Hangflug in einer riesigen Tagbau-Grube geflogen. Die Hangflugmodelle müssen tagsüber starke Böen ausgleichen.

Am Montag war der North America Cup an der Reihe. In F1A gewann Yuri Grushkovskiy vor Jama Danier und Per Findahl. Dominik Andrist erreichte den 4. und Lauri Malila den 9. Rang. In F1Q gewann Imola Varadi vor Mihaly Varadi. Urs Muntwyler war im Stechen und wurde Fünfter. In der Teamwertung F1A gewann das Team mit den Schweizern Dominik Andrist, Lauri Malila und Jama Danier (CAN) den ersten Platz. In F1Q belegte das Team mit Urs Muntwyler, Ian Kaynes (GBR) und Aram Schlossberg (USA) den 3. Rang.



Auf Initiative von Dominik Andrist wurde der «California F1E»-Hangflugwettbewerb vorgezogen. Am geplanten Donnerstag war schlechtes Wetter angesagt. Bei interessanten, teils thermischen Bedingungen gewann Evgeni Gorban (UKR) vor Dominik Andrist und Mike McKeever den Wettbewerb. Am Freitag startete dann der US-Wettbewerb, genannt MAXMEN. In F1A gewann Jama Danier (CAN) im Stechen vor Lauri Malila (CH) und Per Findahl (SWE). In F1Q gewann Mihaly Varadi vor Yuda Avla (USA) und Aram Schlossberg (USA). Das Modell von Urs Muntwyler wurde von einem anderen F1Q-Modell gerammt und stürzte ab. Das Ersatzmodell brauchte erst zwei Flüge, um wieder «Max.» zu fliegen. Hier bewährten sich die neuen zertifizierten GPS-Systeme wie «Neuron», das die Position des Modells laufend meldet. Damit kann das Problem der Sichtbarkeit der F1B-Modelle in langen Stechflügen ideal gelöst werden. Freiflug ist heute eine Hightech-Sportart, die auf modernste Technik setzt.



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