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Nieuport 11

von
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Naturähnliche Flugzeugmodelle gewinnen laufend an Beliebtheit. Die Industrie hat sich darauf eingestellt und bietet ein reichhaltiges Sortiment an. Leider führen dabei die reizvollen Oldtimer ein trauriges Schattendasein.


Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Firma «Proctor», Eingeweihten schon bestens bekannt durch ihren «Antic Ein- und Doppeldecker». Für 126 Dollars bietet dieser Hersteller den «Nieuport11» als Schnellbaukasten an. Der Preis erscheint im ersten Augenblick etwas hoch, dafür wird aber eine unübertroffene Ausstattung und Präzision geboten. Ich möchte ganz kurz die wichtigsten Punkte hervorheben, die mir diesen Bausatz erwähnenswert scheinen lassen.



Vier grosszügige Pläne, im Blaupausverfahren, daher sehr genau; die Bauanleitung hat schon Buchcharakter.

Sämtliche Fahrwerksteile und Flügelstreben sind aus Profilaluminium, abgewinkelt, verbohrt, gesandstrahlt und eloxiert. Die Motorhaube ebenfalls aus Alu einbaufertig geformt. Alle Sperrholzteile, und das Modell besteht hauptsächlich aus diesem Material, sind ausgeschnitten, nicht gestant, und von ungewöhnlicher Genauigkeit.

Leisten sind masshaltig, nicht zu knapp bemessen und grösstenteils aus Pinienholz (ähnlich einer Mischung aus Balsa und Kiefernholz), das mir besonders gut gefallen hat.

Kleinteile, Kabel, Klemmhülsen etc. sind in ausreichender Menge vorhanden. Alles ist numeriert, sogar das Säckchen mit vier Unterlagsscheiben, eine Verwechslung der Teile ist fast ausgeschlossen. Ich habe jedoch alle Schrauben und Muttern gegen metrische Gewinde ersetzt.



An den «Nieuport 11» sollten sich nur einigermaßen geübte Modellbauer wagen, zwar ist der Zusammenbau nicht allzu kompliziert, trotzdem werden doch ein wenig Geduld und Genauigkeit verlangt. Besonders reizvoll wird die Sache, wenn man sich dazu entschliessen kann, alle Holzteile in den entsprechenden Schattierungen zu beizen, worüber eine spezielle Spalte auf der Stückliste Auskunft gibt. Englischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht unbedingt nötig.

Der Jungfernflug verlief ohne ernste Zwischenfälle. Wieviele amerikanische Konstruktionen hat auch diese keinen Motorsturz und keinen Seitenzug, was sich sofort durch ein recht unanständiges Betragen beim Start und in einem starken Rollmoment nach links, während des Fluges bemerkbar machte.

Nach Korrektur dieser Angelegenheit und einem kleinen Schuss Blei unter die Motorhaube, ist der Apparat nun sogar bei Start und Landung als gesitzt zu bezeich-



nen, was wohl nicht für alle so hochbeinigen Fahrwerke gilt!

Einmal in der Luft ist das Flugzeug die Gutmütigkeit in Person, die Konstrukteure jener Zeit haben eben sehr auf die Flächenbelastung achten müssen, was uns heute noch zugute kommt. Meine Maschine lässt sich nicht einmal in die Vrille bitten, ein Ueberziehen ist also fast unmöglich.

Mit einem 14/6 Topflite Propeller, also einer sehr grossen Latte, habe ich noch für einen zusätzlichen «Scale-look» gesorgt, was sich ausserdem, obwohl unlogisch, dämpfend auf das Gegendrehmoment ausgewirkt hat. Die gleichzeitige Verringerung der Drehzahl, und ein Schalldämpfer nach «Heinis Doppelbüchsen-system», lässt den Motor nur noch heiser flüstern!

Trotzdem liegt die Startstrecke unter sechs Metern, was auf genügend Leistung schließen lässt.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir Proctors «*Neuport 11*» einen bis ins Letzte durchkonstruierten Eindruck macht, zudem noch gut fliegt und eines der ganz wenigen Scale-Modelle aus dem Baukasten sein dürfte.


Spannweite

155 cm

Länge

126 cm

Gewicht

ca. 3800 g

Motor

10 cm3




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