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Europameisterschaft F1E/SK

von W. Heise
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Nehmen wir es vorab: Zum 2. mal seit 9 Jahren alle Siege für die Schweiz. Ursprünglich wurde diese Meisterschaft als Coppa-Stella-Italia ausgetragen. 1964 erstmals als Europa-Cup und seit 1968 als Europa-Meisterschaft. Neu hinzu kam erstmals versuchsweise die Kategorie SK als Cup. 86 gewertete Teilnehmer in Kat. F1E und 14 in Kat. SK; diese Zahl wurde nur 1966 in Hof (D) um 2 übertroffen.


Leider ist es nicht leicht als Konkurrent immer den Hit zu entdecken. Das Zurückholen der Modelle in 2 Kategorien, Reparaturen und Probeflüge füllen sogar 2 1/2 Std. Durchgangszeit aus.


Steuerungen

ca. 90% Mamo-Steuerungen oder gleiches Prinzip. Das Magnet wirkt direkt auf ein am Rumpfkopf angebrachtes Ruder. (Siehe Aero-Revue 7/73). Neu hinzu gesellt sich die mechanische Uebertragung durch das Rumpfrohr zum konventionellen Seitensteuer hinten. Vorteil dieses Systems: Kleinere Ausschläge sprechen sofort an, da grösserer Hebelarm. Nachteile: Abstürze zerstören die feine Mechanik, die während des Wettbewerbes kaum mehr repariert werden kann.


Elektrische Steuerung

Kleiner Magnet im Rumpfspitz. Polabstand nur 1/10 mm Uebertragung über Relais zur Rudermaschine und auf Seitensteuer hinten.


Oeggerli-Steuerung.

Diese Steuerung wirkt im Prinzip der Lichtstrahl-Unterbrechung (Türeingänge). Ueber dem Magnet befindet sich eine Scheibe mit 2 Schlitzten. Unter der Scheibe 2 Foto-Transistoren. Macht das Modell nur die geringste Kursabweichung, sprechen die Transistoren rechts oder links an und via Rudermaschine wird das Seitenruder hinten bewegt.


Vorteile für die beiden letzten Systeme: Keine Verdreckung der Magnetlagerung, da abgeschlossene Magnetbüchse. Bessere Kurshaltung bei starkem Wind. 1. Erfolg der Deggerli-Steuerung am Hangwettbewerb Hottwil durch Zwahlen (DN).

Nachteile: Ständige Kontrolle der Batterie. Der Stromverbrauch kann herabgesetzt werden, indem man mit der Thermiksicherung denselben unterbricht.


Arosa

Modelle: Allgemein grössere Modelle, ca. 40—50 dm2. Der Hauptgrund dafür ist das Herabsetzen der Flächenbelastung auf 10 g/dm2 oder noch weniger. Vorwiegend papierbespannte Modelle. Jedelsky-Bauweise, Vollbalsabepänkungen, Seidenbepänkungen, Styroporflügel. 4-fach geteilte Flügel (überstehen Spiralstürze aus 100 Meter). Vorteile bringen auch verschiebbare Flügel auf dem Rumpf.



Wettbewerbs-Ablauf

Freitag Morgen wurden die Konkurrenten gratis mit der Weisshornbahn zur Mittelstation geführt. (Danke LAW). Anschliessend Fussmarsch zum Krähenstügggen. 9.30 Uhr Startbeginn F1E und SK. Durchgangszeiten 2½ Stunden. 5 Funkposten im Gelände, die von Arosa-Lehrern bedient wurden, traten in Aktion. Jede Landung wurde auf Karten eingezeichnet und auf Verlangen der Startstelle mitgeteilt. Eine wesentliche Erleichterung für die Konkurrenten.

Wetterlage schön bis bewölkt. Windgeschwindigkeiten 0,5—4 m/sek. Dasselbe wurde in 300 Meter Entfernung vom Posten MG Bern mitgeteilt. Eine gute Einstellung für Modelle war 2—3 Minuten Geradeausflug, Rest kreisen. Wer die Startkarte in Empfang nahm, musste innert 3 Minuten im abgesteckten Startfeld starten.

Heinz Weiss als OK-Präsident amtierte im Wettbewerbsbüro mit Frau und Tochter. 14 Teilnehmer waren nach diesem Tag ohne Verlust-Sekunden.



lik (Oe) begann zu früh mit Kreisen, 322". Das Modell von Ritterbusch kreiste ebenfalls zu nahe am rechten Hang, 456". Am dümmsten erging es Zwahlen, sein Modell erwischte beim Start eine leichte Böe, wobei das Modell an der Abschränkung strau-chelte, 2". Somit blieb nur noch ein Modell in der Luft und kreiste unbeschwert in 200 Meter Höhe seinem Sieg entgegen. Robert Haller, Dietikon, auch in diesem Flug Maximalzeit von 10 Minuten.


Mannschaftswertung

Obwohl einige Modellflieger am neuen Ausscheidungs-Modus zweifelten, hat die Nationalmannschaft mit ihrem Sieg bewiesen, dass sie deren würdig war.


Modellflug am TV

Am Sonntag Abend in der Sendung «Sport am Wochenende» zeigte das Schweizer Fernsehen einen 4-Minuten-Filmbericht von dieser Meisterschaft. Wer denselben sah, konnte sich ein Bild von dieser sportlichen Kategorie machen.


Dank an: Schweizer Fernsehen und Presse, Fritz Rickenbacher, Zentralpräsident des AeCS, der persönlich Grüsse vom AeCS überbrachte; Modellfluggruppe Arosa sowie Kurverein Arosa für die vortreffliche Organisation. Allen Helferinnen und Helfern die zum guten Gelingen dieser schönen Veranstaltung beigetragen haben.


W. Heise


Arosa grüsst die Teilnehmer

Der Kurverein und die Gemeindebehörden von Arosa heissen die Teilnehmer an der Hangflug-Europameisterschaft 1973 Kategorie F1E und am Europacup für Sonderkonstruktionen herzlich willkommen.

Unser Kurort freut sich sehr, als Austragungsort für die spannenden Wettkämpfe auserwählt worden zu sein, und wünscht allen Modellfliegern viel Erfolg sowie einen erlebnisreichen, spannenden Verlauf der Veranstaltung. Möge auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kommen und zur Förderung der kameradschaftlichen Kontakte zwischen Gleichgesinnten aus verschiedenen Staaten beitragen.

Kurverein Arosa

H. Ramstein


Samstag Morgen: Regen, Regen . . . Provisorische Zelte wurden aufgebaut; trotzdem, bis auf 2 Teilnehmer starteten alle. Zum 1. Stechen um 15.00 Uhr traten 12 Konkurrenten an. 6 erreichten die angesetzte Flugzeit von 7 Minuten, darunter die beiden Schweizer Haller (DK) und Zwahlen (DN). Jetzt kam es aus, wehr mehrere Modelle bereit hatte. Bekanntlich dürfen 5 Modelle eingesetzt werden. 2. Stechen 15.30 Uhr. Dresler (DL) musste passen. Ghiotto Antonio (Jt) stellte sein Modell zu stark auf Linkskurs, 75 Sekunden ausser Sicht. Chel-


bei das Modell an der Abschränkung strau-chelte, 2". Somit blieb nur noch ein Modell in der Luft und kreiste unbeschwert in 200 Meter Höhe seinem Sieg entgegen. Robert Haller, Dietikon, auch in diesem Flug Maximalzeit von 10 Minuten.


Kategorie SK

Die verschiedensten Flügelformen waren hier zu sehen. Gerade mit S-Profil, Pfeilform, Negativ-Pfeilform etc. Der mehrfache Schweizer-Meister Paul Sommer (AF) vermochte auch diese Konkurrenz zu meistern. Er flog 3 Maximalflüge.



Ranglisten


Einzelwertung Kategorie F1E
1. Haller Robert, Dietikon (Europameister 1973)1500 + 420 + 600
2. Ritterbusch Karl-H. (D)1500 + 420 + 456
3. Chmelik Herbert (Oe)1500 + 420 + 322
4. Ghiotto Antonio (I)1500 + 420 + 75
5. Zwahlen Adolf, Dintikon1500 + 420 + 2
6. Dresler Dietmar (D)1500 + 420
7. Schobel Peter(Oe)1500 + 410
8. Kraus Werner (Oe)1500 + 401
9. Uller Dieter (D)1500 + 341
10. Frieser Anton (D)1500 + 289
11. Amato Rolando (I)1500 + 137
12. Ertel Max (D)1500 + 44

Nationenwertung Kategorie F1E
1. Schweiz
Werner Heise, Affoltern a. A.1493
Maurice Bodmer, BBC-Baden1465
Ueli Lanz, Bern1368
Total Punkte4326
2. Deutschland
Karl Ritterbusch1500
Dieter Uller1500
Hans Baumgartner1174
Total Punkte4174
3. Oesterreich
Peter Schobel1500
Hans Hlavka1121
Karl Lintner1029
Total Punkte3650
4. Italien
Antonio Ghiotto1500
Rolando Amato1500
Angelo Bonato557
Total Punkte3557

Europa-Cup Sonderkonstruktionen
1. Sommer Paul, Affoltern a. A. (Europa-Cup-Sieger)1320
2. Meier Karl, Bern1182
3. Unger Heinz (D)1122
4. Bodmer Maurice, BBC-Baden1089
5. Bickel Fredi, Glattal1045
6. Rosenast Louis, Rapperswil998
7. Haller Robert, Dietikon978
8. Siebenmann Dieter, Affoltern a. A.950
9. Heise Werner, Affoltern a. A.754
10. Tapernoux Francois, Affoltern696
11. Wehrli Ueli, Glattal440
12. Kilchenmann Roland, Halten433
13. Schobel Felix (Oe)387
14. Meier Hansruedi, BBC-Baden34



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