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Der neue Vergaser mit der Frischölaufomatik

von M. W.
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Unsere Modellmotoren sind dabei, aus dem Bereich «Spielzeug» herauszuwachsen und ernstgenommen zu werden. Mit ein Beweis dafür ist die Entwicklung eines für Modellmotoren (Glühzänder) neuen Vergasers, der nicht nur Leistungszuwachs bringt, sondern auch der Rizinusöl-Sudelei auf einfache Weise ein Ende setzt. Bekanntlich bringt die Verwendung von Rizinusöl als Motorenschmieröl Nachteile mit sich: der Automobil-Rennsport hat dies auch schon in den frühen 50er Jahren erkannt.


Unser Treibstoff hingegen, das METHANOL, ist zum Betrieb von Kleinstmotoren geradezu ideal; setzt es doch die thermische Belastung unserer Motoren durch seine hohe Verdampfungswärme stark herab. Mit Mineralölen jedoch mischt es sich auf keinen Fall. Deshalb umgeht die vorliegende Vergaserkonstruktion diese Kalamität und macht aus der Not eine Tugend: das notwendige Öl wird dem Motor getrennt aus einem gesonderten Tank über eine einfache Automatik zugemessen. Man hat also 2 Tanks, einen für den Treibstoff (METHANOL) und einen sehr viel kleineren für's Öl (MINERALOEL). Beide Tanks werden mit Druck vom Schalldämpfer her in bekannter Weise betrieben.

Das Vergasersystem selbst ist im Motorradbau zu finden, wo bereits Literleistungen von 400 PS/l erreicht sind. Eine leichte Rechnung: 400 PS/Liter entsprächen bei einem 10 ccm-Motor 4 PS!!

Allein vom System her war schon eine Leistungssteigerung zu erwarten, wenn auch 400 PS/Liter zunächst kaum zu verwirklichen sind. Denn gerade bei 2-Taktmotoren sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Besonders wichtig war deshalb die gleichzeitige Entwicklung einer Abgasanlage, die nicht nur dämpft, sondern auch die Leistung steigert. Auch hier stand der Motorradbau Pate. Denn ganz allgemein festgestellt, gibt es keinen Gebrauchs-Zweitakter, der ohne Auspuff, bzw. Schalldämpfer mehr Leistung abgibt, als mit seiner für ihn konstruierten Abgasanlage. Nur bei unseren Modellmotoren mussten wir dies bisher als Tatsache hinnehmen. An dieser Stelle ein Beispiel für die erreichbare Leistung mit dem neuen Vergaser in Verbindung mit einem abgestimmten Schalldämpfer:

Motor: ENYA .45
Luftschraube: 11 x 7 (Graupner)
Kraftstoff: METHANOL (ohne Zusatz)

Schmierstoff: ARAL 2T
Vergaser: PL 7211
Schalldämpfer: PL 65
Drehzahl: 13.200 U/min
entspricht PS: 1,4 PS



Zum Vergleich nach DEMUTH-Test aus MODELL, Heft 9/1974:

Motor: OPS .60 URSUS 74 RCA
Luftschraube: 11 x 7 (Graupner)
Drehzahl: 13.200 U/min
Kraftstoff: ROKTAN-forte
(also mit Nitro)

Diese Angaben sprechen für sich. Ein anderer Versuch, nämlich die Ausrüstung eines 6,5er WEBRA (.40) mit einer Luftschraube 14 x 4 brachte über 8.000 U/min. Dies zeigt deutlich, dass mit diesem System die Leistung nicht über Drehzahl, sondern mehr noch durch verbesserte Füllung im mittleren Bereich anfällt. Also eine Anhebung des Drehmoments über den ganzen Drehzahlbereich.

Interessanterweise war eine Leistungsanhebung zunächst vom Konstrukteur gar nicht beabsichtigt. Der Hauptgrund für die Vergaserentwicklung war, vom Rizinusöl als Schmiermittel wegzukommen. Einerseits wegen der teilweise fast unerträglichen Verschmutzung. Zusammenfassend kann man sagen, dass auch hier die gesteckten Ziele voll erreicht wurden; so blieb z. B. eine PIPER, die über die vergangene Saison mit allen möglichen Motoren geflogen wurde, so sauber, dass die allgemein übliche «Modell-Wäsche» nach den Einsätzen unterbleiben konnte. Man findet am Modell lediglich Gras- und Lehmspuren und nur vereinzelt hin und wieder ein Ölspritzerchen. Von begeisterten Kunden wird dies voll und ganz bestätigt.

Den Vertrieb für die Schweiz hat die Firma MYKO A. L., Wollerau, Altenbachstrasse 45 übernommen. Hier werden Fragen gern beantwortet; bei Bedarf stellt man auch gern den Kontakt zum Hersteller her. M. W.


Anmerkung der Redaktion

Aus verschiedenen Testläufen, vor allem während des Fluges sei hier kurz zusammengefasst folgendes festgehalten:


1. Vorteile
  • Wesentlich billigerer Treibstoff
  • Keine öligen Modelle
  • ca. 5% mehr Leistung
  • Keine Verrussung des Motors

2. Nachteile
  • Grössere Störanfälligkeit durch Verstopfung von Düsen oder fehlerhaften Schläuchen
  • Zu viele Leitungen
  • Sehr anspruchsvolles Einjustieren der Oeldüse

3. Gefahr!

Wenn der Motor anfänglich zu viel Öl erhält, setzt sich überflüssiges Öl im Kurbelgehäuse ab. Schliessen wir jetzt die Düse, so raucht es noch eine ganze Weile (3—4 Minuten) weiter, so dass man dazu neigt, das Öl noch weiter zu drosseln. Ist jedoch das überflüssige Öl aufgebraucht und die Ölzufuhr zu knapp, kann der Motor blockieren. Durch den Schlag nimmt meistens der Pleuel Schaden.


4. Verbesserungsvorschlag
  • Werk eingestellte Düse
  • Motoren mit fest eingebautem Öltank, damit das ganze «Geschlauche» wegfällt. Emil Giezendanner


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