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Der Simprop-Jet Ranger

von H. Steiner
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Die folgenden Tips wenden sich an Heli-Neulinge, die Experten wissen es sowieso besser.


1. Wird der Jet Ranger akkurat nach Bauanleitung gebaut und justiert, so zeigt er einen sehr stabilen Schwebeflug. Es empfehlen sich jedoch die folgenden Änderungen:

  • a Die Heckrotorantriebswelle in einem Rohr führen
  • b Den Heckrotor etwas vergrößern
  • c Wenn möglich die Kühlplatte für den Motor verwenden
  • d Den Zahnriemen durch Unterlegen des Motors leicht spannen, sonst reißt er bald.

2. Verwende nur eine zuverlässige Fernsteueranlage mit den kräftigsten und genauesten verfügbaren Servos. Der Heli bietet an sich schon genug der Probleme, und es ist im Vergleich zum Flächenmodell schwieriger zu erkennen, ob ein gestörtes Flugverhalten auf ein fehlerhaft arbeitendes Servo oder auf einen Mangel des komplexen Steuergestänges zurückzuführen ist.

3. Den Schwebeflug solange üben, bis er hinderschi und fürschi sitzt, bevor man zu Rundflügen startet. Fliegt man auf Gras, so empfiehlt sich die Verwendung eines kreuzförmigen Gestells aus 2 m langen, aussen hochgebogenen Alurohren. Noch besser haben sich die aufblasbaren Schwimmer bewährt.



4. Beim Schwebeflugtraining entwickle man sein Gehör für Nuancen des leider lauten Motorgeräuschs. Die höchste Leistung fordert der Schwebeflug ausserhalb des Bodeneffekts in etwa 2 m Höhe und darüber, daher muss der Motor so einreguliert werden, dass er in dieser Höhe einwandfrei durchläuft. Beim geringsten Anzeichen von Sauerwerden blitzartig landen. Den Vergaser eher zu fett einstellen. Man soll sich nicht auf eine sog. Autorotationslandung verlassen, denn dieser Begriff umschreibt bislang bei Helikoptermodellen einen Absturz, durch den ausser dem Rumpf auch noch der Rotor zerstört wird, da er beim Aufschlag noch rotiert. Nur sauberen Treibstoff verwenden. Die Vergasereinstellung für den Leerlauf kann evtl. Schwierigkeiten bereiten, da bei kollektiver Blattverstellung eine hohe Motordrehzahl bis zu ziemlich kleiner Leistung herunter beibehalten wird. Um ein plötzliches Aussetzen im Uebergangsbereich zwischen Vollgas und Leerlauf zu vermeiden, muss u. U. die Leerlaufdüsenadel weiter als üblich geöffnet werden, was wiederum zu einem sehr fetten Leerlauf führt. Das muss in Kauf genommen werden, denn im Vorwärtsflug, vor allem beim Landeanflug wird nur etwa die halbe Schwebeflugleistung benötigt.

5. Die Justierung des Einstellwinkelverhältnisses zwischen Haupt- und Heckrotor ist eine kleine Geduldsprobe und muss solange korrigiert werden, bis das Modell brüskes Steigen und Sinken zwischen 1 und 3 m Höhe ohne nennenswerte Drehtendenz um die Hochachse ausführt. Unterhalb 1 m stimmt der Ausgleich infolge des Bodeneffekts nicht mehr ganz, so dass etwas gegengesteuert werden muss. Des Abheben erfordert daher normalerweise einen halben Steuerausschlag nach rechts.



6. Die ersten Rundflüge!
  • Kontrolliere durch längeres Schweben, ob der Motor wirklich korrekt eingestellt ist.
  • Windiges Wetter ist ungeeignet, ein hindernisfreies Feld von Vorteil.
  • Nach anfänglichem Schweben kurz etwas andrücken, worauf das Modell nach kurzer Verzögerung Fahrt aufnimmt und wegsteigt.
  • Gas allmählich zurücknehmen, damit das Modell eine Höhe von etwa 20 m einhält.
  • Vorwärtsfahrt beibehalten! Dazu etwas andrücken oder den Heli in eine flache Kurve legen, was ebenfalls Fahraufnahme bewirkt. Lässt man den Steuerknüppel in der Neutralstellung, so kommt das Modell allmählich zum Stillstand, nimmt gar etwas Rückwärtsfahrt auf und dreht sich um die Hochachse, wobei es massiv zu sinken beginnt. Geschieht dies in ungewohnter Entfernung, so verliert man leicht die Nerven.
  • Nie aus grösserer Höhe Vertikallandungen versuchen! Schon bei einer geringen Sinkgeschwindigkeit sackt der Heli plötzlich durch und kann nur durch volles Andrücken und einen anschliessenden Sturzflug wieder aufgefangen werden, vorausgesetzt, die Höhe hat ausgereicht.
  • Zur Landung fliegt man gegen den Wind langsam sinkend auf sich zu und lässt das Modell langsamer werden. Dabei muss allmählich die Leistung erhöht werden, da der Auftrieb mit sinkender Geschwindigkeit abnimmt. Erst möglich nahe bei sich stoppt man das Modell durch leichtes Ziehen endgültig ab, damit es in knapp einem Meter Höhe anhält und ohne grosse Probleme abgesetzt werden kann.


7. Vorsicht bei steilen Rechtskurven und schnellen Renversements!

Erfolgte Abstürze weisen auf eine gewisse Problematik im Verhalten der Stabilisierungswippe bei engen Kurven und bei schnellem Abfangen hin, und es wird an geeigneten Modifikationen herumgedoktert.

Abschliessend soll betont werden, dass das Steuern von Modellhelikoptern anfänglich sicher etwas verwirrend erscheint, doch macht Uebung auch hier den Meister und die ganze Sache grossen Spass. Um unnötige Schäden und Rückschläge zu vermeiden, bedarf es selbstverständlich einer gewissen Systematik und Sorgfalt sowie einer Portion Theorie, was die Angelegenheit nur umso interessanter gestaltet.



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