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Hangmodellflug bei der MG Wettingen

von Rolf Girsberger
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Wer vom unteren Aaretal her über die Ausläufer des aargauischen Kettenjuras wandert, entdeckt vielleicht zu seiner Freude hoch über einer Hügelkuppe eine Reihe von Seglern, die lautlos und graziös ihre Kreise ziehen. Nach kurzem Aufstieg stösst der Wanderer auf eine gutgelaunte Schar, Junge und Junggebliebene, jeder sein Senderkästchen in der Hand und fasziniert zu seinem Segler hinaufblickend. «Gopfridschutz, han ich en Höchi», triumphiert mit Stentorstimme der Senior, während die in tieferen Regionen zurückgebliebenen sich gegenseitig bestätigen, dass sie mit etwas mehr «ziehen» noch viel höher hinauf könnten — wenn sie nur wollten.



start ab Startturm): Zeit 25 sec, Strecke 150 m. Die Kriegsjahre verhinderten leider die weitere Entwicklung dieses Vorläufers unserer heutigen RC-Segler, sodass es bei dem geschilderten «historischen Ereignis» blieb.



mehr ziehen ...

Weit geht der Blick über die dichtgedrängten Firste des Juradorfes mit seinem Rebbberg, wo in guten Jahren ein süffiger Landwein reift, weit, bis hinüber zu den Schwarzwaldhöhen. Hier oben treffen sich von Oktober bis April die Mitglieder der MG Wettingen, um ihrem geliebten Hobby zu fröhnen. Angefressen sind sie alle, denn weder Schnee noch Frost könnten sie davon abhalten.

Die MG Wettingen zählt heute über 40 Mitglieder, davon sind etwa 25 aktive RC-Flieger. Bereits im Jahre 1940 haben einige initiativ Gruppenmitglieder (damals noch MG Baden), allen Schwierigkeiten zum Trotz, mit einem radiogesteuerten Segelmodell am Nationalen Wettbewerb Aufsehen erregt. Als Kuriosum seien die damals erzielten Flugleistungen erwähnt (Hand-


Im folgenden will ich einiges über unsere Modelle und unsern Flugbetrieb berichten. Mit seinem schönen Flugbild und den ausgezeichneten Flugleistungen bei mässigem und kräftigem Wind hat das «Windspiel» bei uns viele Freunde gefunden und den «Cirrus» quasi als Standardmodell abgelöst. Anfängern empfehlen wir nach wie vor, den altbewährten «Amigo» oder den besonders einfach zu bauenden «Digistar». Daneben werden aber auch immer wieder Eigenkonstruktionen gebaut und geflogen. Ein Beispiel dafür soll weiter unten noch näher beschrieben werden.

Nun zum Flugbetrieb: Da bei uns praktisch alle verfügbaren Sendefrequenzen doppelt oder sogar dreifach belegt sind, ist gegenseitige Rücksichtnahme und Disziplin erste Voraussetzung für einen reibungslosen Flugbetrieb, denn bei günstigen Verhältnissen sind oft bis 10 Modelle gleichzeitig in der Luft. Die Piloten stehen möglichst nahe beieinander, da so die Gefahr von Störungen auf benachbarten Frequenzen am geringsten ist. Bei Start, «tiefen Vorbeiflügen» und Landung ist besonders darauf zu achten, dass das eigene Modell nicht zu nahe an einem fremden Sender vorbeifliegt. Auch alte Hasen denken oft nicht daran und wundern sich, dass ihre Anlage einen unerklärlichen Aussetzer hatte. Anfängern sollte sich immer ein erfahrener Pilot als Souffleur zur Verfügung stellen. In heiklen Situationen und bei schwierigen Landungen übernimmt dieser kurzerhand den Sender. Das setzt allerdings voraus, dass innerhalb der Gruppe die Steuerknüppel einheitlich angeschlossen sind.


Wenn auch beim Hangsegeln kein ruhebedürftiges Ohr durch Motorenlärm gestört werden kann, so will ich doch auf einen Punkt hinweisen, dem kaum zuviel Beachtung beigemessen werden kann. Dabei denke ich an das Fluggelände. Hat eine Gruppe ein Gelände gefunden, das sie regelmässig und über Jahre hinaus benutzen möchte, so ist in erster Linie ein gutes Einvernehmen mit Landbesitzern und Pächtern zu erreichen und zu erhalten. Die Rücksichtnahme auf deren berechtigte Interessen beginnt beim Parkieren der Fahrzeuge und endet erst abends beim Verlassen des Platzes. Viele schöne Hangfluggelände dürften zudem im Winterhalbjahr benutzbar sein. Innerhalb der Modellgruppen ist die Einhaltung einer geschriebenen oder ungeschriebenen Platzordnung relativ einfach durchzusetzen, Schwierigkeiten können sich aber mit verständnislosen Zuschauern oder «wilden» Modellfliegern ergeben. Es liegt an den organisierten Modellfliegern, in solchen Situationen den richtigen Ton zu finden. Rolf Girsberger




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