Sport

Glanzvolle Schweizer Freiflugsportler

von Alfred Andrist
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Die Freiflug-Weltmeisterschaften wurden in Monocontour, Frankreich, ausgetragen. Für die Schweizer Delegation war dies die erfolgreichste: zwei Einzel-Medaillen und weitere gute Ergebnisse.


Mit viel Optimismus gestartet

Piloten F1A: Lauri Malila, Michael Bleuer, Christian Andrist, F1B: Alfred Andrist, Christian Andrist, Dominik Andrist, F1C: Peter Maurer. Eine Weltmeisterschaft der Superlative für die Schweiz ist vorbei. Mustergültig vom französischen Veranstalter organisiert. Gelände, auf denen eine solche Meisterschaft durchgeführt werden kann, gibt es nicht mehr viele.


F1A: Anspruchsvoller Hochstart an der Schnur

In der Klasse F1A brauchte es 41 Startstellen. Bei einem Abstand von 10 Metern zur nächsten Startstelle bedeutet dies eine Startlinie von 410 Metern Länge. Von den Piloten wird einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Schnurkreuzungen waren immer wieder zu sehen. So war bei uns immer ein zweiter Pilot beim Startenden, um die Konkurrenz im Auge zu behalten. Der Startende konnte sich so auf das Modell und die Luft konzentrieren. Unsere Mannschaft war mit einigem Optimismus an den Start gegangen. Leider versagte im fünften Durchgang das Höhenservo bei Christian seinen Dienst und das Modell ging in den Rückenflug und konnte nicht mit der Funkbremse gestoppt werden. Lauri und Michael flogen in allen Durchgängen die volle Flugzeit. Somit waren sie mit 46 weiteren Piloten im Fly-off. Dies bedeute eine weitere Herausforderung für den Veranstalter. Gemäss Reglement müssen pro Fly-off-Teilnehmer 3 Zeitnehmer gestellt werden. Die Fly-offs wurden in den frühen Abend verlegt. Dies hatte zur Folge, dass nur noch sehr schwache Thermik vorhanden war. 15 Piloten, darunter Lauri, erreichten die geforderten sechs Minuten im ersten Fly-off. Michael hatte einen schlechten Start und so reichte es nicht, um diese Zeit zu erreichen. Lauri investiert sehr viel Zeit, um den Start zu optimieren. Immer wieder hat er in den Trainings seine Modelle hochgezogen, um die Startsequenz noch genauer einzustellen. Seine Starts in den Fly-offs waren sehr gut. Die Einstellung war so getimt, dass ohne Nachdrücken das Modell sofort in den Gleitflug überging. Mit der erreichten Höhe konnte er so die maximale Gleitflugzeit erzielen und wurde verdient neuer Weltmeister in der Klasse F1A.



Höhere Drehzahl heisst mehr Kraft

In der Klasse F1B (Gummimotormodelle) war ebenfalls ein komplettes Team am Start. Hier hat Alfred in der zweiten Runde die geforderte Zeit um 20 Sekunden verpasst. In dieser Klasse ist der Gummi ein wichtiger Teil. 30 Gramm darf dieser maximal wiegen. Er wird mittels einer Aufziehmaschine aufgezogen. Spitzenpiloten erreichen bis 480 Umdrehungen. Aber noch wichtiger als die Umdrehungen ist die Drehzahl. Diese gibt an, welche Kraft der Gummi abgibt. Höhere Drehzahl heisst mehr Kraft und die Ausgangshöhe ist um einiges komfortabler. Dominik und Christian erreichten mit 46 weiteren Konkurrenten das Fly-off. Das Fly-off wurde auf halb neun angesetzt. Somit war davon auszugehen, dass die Thermik nur noch schwach ist. Die Flugzeit war 8 Minuten. Bei den Fly-offs wird es für die Piloten in dieser Klasse bei einer Arbeitszeit von 7 Minuten eng. In dieser Zeit muss der Gummi aufgezogen werden und das Modell gestartet sein. Dominik hatte den Gummi schnell aufgezogen und startete sein Modell als Erster. Christian hatte seine liebe Mühe. Zwei Gummirisse kosteten ihn viel Zeit. Er übergab sein Modell als einer der Letzten. Die gestoppte Flugzeit von 7 Minuten und 7 Sekunden bei Dominik war gut. Als dann bekannt wurde, dass dies für den dritten Rang reichte, war die Freude bei der Schweizer Mannschaft riesig. Im F1C hatten wir mit Peter nur einen Piloten am Start. Es war nicht sein Tag. Die Starts waren sehr mässig und ihm fehlte die notwendige Ausgangshöhe. Bei dieser Weltmeisterschaft hat sich gezeigt, dass die Modelle heute ein Level erreicht haben, das nur noch schwer verbessert werden kann. F1A-Modelle kommen bei einer Schnurlänge von 50 Metern auf eine Ausgangshöhe von über 100 Metern. Auch in den beiden anderen Klassen sind die Ausgangshöhen enorm. Wer in den normalen Runden die geforderte Flugzeit nicht erreicht, findet sich im zweiten Teil der Rangliste. Mit diesen grossen Fly-off-Feldern sind nebst den Piloten auch der Veranstalter und die Zeitnehmer gefordert. Ohne zusätzliche Hilfsmittel (Blinklicht) ist es fast nicht mehr möglich, bei Dämmerung die Modelle zu verfolgen.



Unter den Freifliegern wird heftig diskutiert, wie diese grossen Fly-off-Felder in Zukunft verhindert werden können. Es wird sich zeigen, in welche Richtung die Verantwortlichen die Weichen stellen werden. Die Schweizer Freiflieger müssen sich nicht verstecken. Die Leistungen, die an dieser Weltmeisterschaft erzielt wurden, sind aussergewöhnlich.



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