SMV / FSAM

Eine Fako mit sieben Gesichtern

von Andrea Bolliger
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Der Schweizerische Modellflugverband zählt neun Fachkommissionen, kurz Fako genannt. Sie sorgen dafür, dass die Disziplinen als Sport nach FAI-Regeln ausgeübt werden können, und stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn technische oder reglementarische Fragen auftauchen. In den nächsten Ausgaben stellen wir Ihnen die Fakos und ihre Präsidenten näher vor: In dieser Ausgabe Markus Schneuwly, Fako-Präsident F3-Segelflug, und René Koblet, F3-Kunstflug.


«Der F3-Segelflug ist eine Sparte mit sieben Gesichtern»

«Der F3-Segelflug ist eine Sparte mit sieben Gesichtern», sagt Markus Schneuwly. In den einzelnen Kategorien kommen verschiedene Modelle zum Einsatz und auch die sportlichen Aufgaben unterscheiden sich. Die Kategorien hier zu erläutern würde den Rahmen dieses Beitrags aber sprengen. Interessierten ist ein Blick auf die Website <https://www.modellflug.ch/DE/cont/34> empfohlen. Auffallend ist die Angliederung des RC Fallschirm in dieser Fachkommission. Das sei vor Jahren so entschieden worden, erklärt Schneuwly. «Es ist eine interessante Kategorie, ich habe kein Problem, sie mitzubetreuen.»


Herausforderung Siegertypen

Die Fachkommission F3-Segelflug besteht aus sieben Mitgliedern. «Die grösste Herausforderung in meiner Fako ist, dass sie aus sieben Kategorien besteht und ich Piloten im Alter zwischen 10 und 90 Jahren zusammenbringen muss», sagt Schneuwly. Rund 120 Piloten nehmen an nationalen, rund 65 an internationalen Wettkämpfen teil. «Unsere Piloten haben teilweise grosse sportliche Ambitionen bis hin zu «Ich will gewinnen» oder «Ich will Weltmeister werden». Wenn solche ehrgeizigen Piloten in der gleichen Nationalmannschaft zusammenkommen, könne dies motivierend wirken, aber auch zu Reibungen führen, sagt Schneuwly. «Es gehört zu meinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass sie einander respektieren und als Team agieren. Das erfordert oft viel Feingefühl.»

Die Einführung von Wettkampfregelein, die Aktualisierung von Informationen auf der Website des SMV und die Teilnahme an zahlreichen Sitzungen halten den Fako-Präsidenten beschäftigt. Die Fako-Mitglieder trifft er vier Mal im Jahr. «Ich lasse sie relativ selbstständig arbeiten. Sie sollen mir rapportieren, wenn sie Schwierigkeiten haben und wenn sie Hilfe brauchen.» Zwischendurch bekommt Schneuwly Anfragen zu Anliegen, die mit der Fako wenig zu tun haben, aber trotzdem wichtig sind und seinen Einsatz erfordern. Beispielsweise wenn es darum geht, Fluggebiete zu erhalten. Das ist etwa der Fall, wenn bisher genutzte Hänge mit Photovoltaikanlagen zugebaut werden sol-



Umfeld motivieren, Nachwuchs gewinnen

Für Schneuwly bedeutet der Kampf gegen die Überalterung, junge und neue Wettbewerbspiloten zu gewinnen. Sein Rezept: Im persönlichen Umfeld Menschen motivieren, sich einmal einen Wettbewerb anzuschauen. «So ist man bei den Leuten und kann Interessierten den Sport direkt vor Ort vorstellen. Am besten wäre es, wenn sich im ganzen Land Gruppen fänden, die Wettbewerbe organisieren. Die Fako richtet die Schweizer Meisterschaften aus und unterstützt Vereine bei der Ausrichtung von Wettbewerben.» Was er sich erspart, ist ein enttäuschter Rückblick, wenn der Erfolg einmal ausbleibt. «Du musst dich über jeden freuen, der kommt, ohne zu hinterfragen.» Neben Nachwuchspiloten braucht es auch Wettbewerbsleiter und Zeitnehmer. Es brauche sehr viel Überzeugungsarbeit, um sie zu finden.


Sieben Jahre Fako, vier als Präsident

Schneuwly fliegt in den Kategorien F3J und F3L mit. Er richtet auch selbst Wettbewerbe aus. «Ich begann mit ein bis zwei Trainingswettbewerben pro Jahr. Später kam mit der Fribourg-Trophy ein Eurotour-Wettbewerb dazu.» Vor sieben Jahren wurde er angefragt, ob er der Fako beitreten würde. Er sagte zu, weil, wie er sagt, man damit mehr erreiche als mit Meckern im Hintergrund. «Irgendwann kam der Tag, an dem mich mein Vorgänger Ruedi Schaub fragte, ob ich das Präsidium der Fako übernehmen möchte. Ruedi mit einem Fussabdruck in Grösse 99 im F3-Segelflug weltweit zu ersetzen – kann ich das?», habe er sich gefragt. Im Wissen, dass dies nur in Erfahrung gebracht werden kann, wenn er das Amt annimmt, sagte er zu. «Und kann er?», will die Journalistin wissen. «Nun, nach vier Jahren als Präsident kann ich sagen, dass es schon möglich ist, diese Schuhgrösse zu erreichen. Jedenfalls bereue ich es nicht.» Der Urtribourger entdeckte die Fliegerei in jungen Jahren durch seinen Onkel und seinen Cousin, beide leidenschaftliche Segelfluggpiloten, deren Leistungen er bewunderte. Selbst ins Cockpit stieg er nicht, dafür begann er mit 18 oder 19 Jahren mit dem Modellflug. Aus zeitlichen Gründen legte er aber bald eine Pause ein, bis die Kinder grösser waren. «Das ist aber auch schon wieder über 35 Jahre her», meint er schmunzelnd und bemerkt: «Auch heute muss ich manchmal Rücksicht auf die Familie nehmen, ist sie doch ein wichtiger Teil meines Lebens.» Zum Ausgleich und zum Lüften des Kopfs – wenn ihn Modellflugthemen einmal zu sehr beschäftigen – ist für ihn eine 50-km-Tour mit dem E-Bike Gold wert. Hierbei holt er sich Inspiration und Kraft, auch für die Organisation der Weltmeisterschaften nächstes Jahr in Düringen. Acht Nationen braucht es mindestens, damit diese zustande kommt. Sie zu motivieren, ist ebenfalls eine Herausforderung. Aber auch beste Werbung für den Modellflug.



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