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Testbericht RC-Segelmodell HI-FLY

von W. Heise
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Verwendungsbereiche: Das RC-Segelmodell HI-FLY kann in folgenden Ausführungen eingesetzt werden:


  1. Als Hochstart-Segelmodell, wo es besonders beim Gummiseilstart durch das leichte Gewicht von nur 980 Gramm optimale Höhen erreicht.
  2. Als Hangsegelmodell. Hier empfiehlt es sich ab 6 m/sec. Gegenwind. Blei beim Schwerpunkt im Rumpf beizugeben, 100—300 Gramm.
  3. Als Motorsegler mit 2 verschiedenen 0,8 ccm COX-Motoren für schwächeren und rasanten Steigflug.
  4. Als Elektroflugmodell das heute viele Vorteile bringt, z. B. unabhängiges Ein- und Ausschalten der Motoren während des Fluges.

Zudem hat man die Möglichkeit die Flügel mit gewöhnlicher V-Form oder mit Ohren auszuführen.


A. Aufbau

Das Modell ist in der konventionellen Balsa-holzbauweise konstruiert. Alle Teile sind sauber ausgeschnitten.

Der Rumpf ein Kastenprofil, aus ebenfalls vorgeschrittenen Balsabrettern lässt sich leicht mit den mitgelieferten Schablonen aufbauen. Wichtig ist, dass man die Spannen gut einleimt. Ich empfehle diese Leimungen mit Uhu-Colle vorzunehmen. Dieser liegt dem Baukasten nicht bei. Man hat bei diesem Leim mehr Zeit zum Richten und Befestigen von grossen Leimstellen mit Stecknadeln. Zudem gibt es eine elastischere Verbindung als mit Uhu hart. Wichtig ist für den Bau des Modells, dass eine gerade Unterlage vorhanden ist. Prüfen Sie einmal ihren Tisch — schon mancher wunderte sich, dass derselbe bis zu 5 mm durchhängte.

Für den Anfänger empfiehlt es sich, die Bauanleitung zuerst durchzulesen. Dieselbe ist sehr ausführlich in 4 Sprachen (d, f, i, e) in der Reihenfolge des Aufbaues beschrieben.

Der Flügel wird auf einer weichen Pavatexplatte von 25 x 120 cm aufgebaut. Hier können jetzt wahlweise die Teile für Ohren oder geraden Flügel eingebaut werden. Ich empfehle besonders für den Anfänger das Modell mit Ohren auszuführen. Es liegt besser in der Kurve, dafür ist das Modell etwas weniger transportabel. Die Beplankungsbretter sind ebenfalls mit Uhu-Colle zu leimen. Zwischenstufen des Aufbaues siehe Fotos. Die Messing-Rohre für die Flügelbefestigung müssen mit Araldit unbedingt vor dem Einleimen des oberen Hauptholmes befestigt werden. Die beiden Löcher für die Zentrierstifte an den Anschlussrippen Ø 5 mm bei der Flügelwurzel sind vor dem Einbau zusammen zu bohren. Beim Bespannen des Flügels besonders darauf achten, dass der negative Ausstellwinkel am Flügelende eingehalten wird. Für den Anfänger als unwichtig erscheinende Details müssen unbedingt genau ausgeführt werden. So z. B. wird der Stahldraht mit Seidenstreifen an der Endleiste des Flügelwurzelstückes befestigt. Hier können sonst Einrisse durch die Gummibefestigung entstehen, was zum Bruch des Flügels führt.

Das Leitwerk wird dem Anfänger etwas Schwierigkeiten bereiten. Hier einige Erleichterungen. Statt das Seitensteuer am Rumpf frei einzubauen, kann dasselbe auf ein Sperrholzplättchen aufgezeichnet und gebaut werden. Vor dem Verschleifen auf den Rumpf aufleimen.

Beim Höhensteuer ist es von Vorteil, die Unterlagen an den Sperrholzrippen vor dem Einbau abzuschneiden, denn am fertigen Gerippe ist dies eine umständliche Arbeit. Die Balsarippen mit Unterlagen erfüllen den Zweck genügend. Auf dem Foto ist der Aufbau gut ersichtlich.



Bespannung: Das ganze Modell kann entweder mit Spannpapier Mittelstärke oder mit Bügelfolie bespannt werden. Wer ein besonders leichtes Modell wünscht, verwendet Spannpapier. Anstelle von Farbe kann auch ein Sujet aus farbigem Spannpapier aufgezogen werden. Besonders robust wird das Modell natürlich mit Bügelfolie Monokote, Ecconokote, Flite kote etc., auch fällt die Behandlung mit Spannlack weg.

Um die Flugeigenschaften zu verbessern, kann über die Bügelfolien-Bespannung eine leichte Schicht Haarspray aufgetragen werden (Aufrauhung).

Der Einbau der RC-Steuerung bietet keine besonderen Schwierigkeiten. Für den Bau des Modelles inklusive Einbau der RC-Anlage benötigte ich 30 Stunden.


B. Erfahrungen bei der Flugerprobung

Die Rumpfnase erwies sich als zu weich. Ich ersetzte dieselbe durch einen Lindenholzklötzchen von 5 x 5 x 5 cm.

Bei einem weiteren Absturz aus ca. 10 m Höhe senkrecht in den Boden, brach der Rumpf bis zur Flügelvorderkante. Den Neubau beplankte ich zusätzlich innen mit Sperrholz 1 mm bis Flügelmitte. Seither kein Bruch mehr des Rumpfes, obwohl einige Abstürze verursacht durch Steuerstörungen (Fremdeinwirkung). Meine verwendete Varioprop-Anlage funktioniert einwandfrei. Die Batterien geben erst ihre maximale Leistung nach ca. 4 Aufladungen.

Flugeigenschaften. Für den RC-Anfänger habe ich dieses Modell zum Testen gewählt. Für mich war es ebenfalls das erste RC-Segelmodell — ich hatte absolut keine Steuererfahrung. Man wird wohl kaum um einen Absturz herum kommen.

Meine Erfahrungen zeigten, dass man als Anfänger viel zu starke und zu lange Steuerausschläge gibt. Das Seitensteuer wirkt ziemlich träge, dafür um so abrupter. Das Höhensteuer reagiert sofort. Es werden einige Stunden Training vergehen, bis man die Kombination Seiten-Höhenruder beherrscht. Selbstverständlich wird mit selbstneutralisierenden Knüppeln geflogen. Beide Funktionen auf den gleichen Knüppel genommen erleichtert das Steuern — dies muss jedoch persönlich ausprobiert werden.

Im Gummiseilhochstart 30 m Gummi 12 mm2 und 90 m Nylonschnur 0,7 mm erreicht das leichte Modell (980 g) die volle Höhe von 120 Metern. Bei einem Gegenwind von ca. 6 m/sec. wurde der Gummi mit zunehmender Höhe sogar nochmals gespannt und ich hatte Mühe das Modell auszuhängen. Die Gleitflugzeiten liegen bei ruhigem Wetter abends ohne thermische Einflüsse um 3½ bis 4 Minuten.

Für das neue RC-Programm mit den 3 Prüfungen Geschwindigkeit—Distanz—Dauer, erflug ich vorläufig als Anfänger bei einem Training folgende Daten:

  • Geschwindigkeit 28 Sekunden (mit 150 g Blei);
  • Distanz 750 m;
  • Dauer 5'58".

Natürlich sind diese Messungen noch weit unter dem Möglichen.

Als Hangflugmodell empfiehlt es sich, wie bereits erwähnt, je nach Windstärke Blei zuzugeben. An einem Wettbewerb beobachtete ich einen HI-FLY, der aus 100 m Höhe keinen Meter vorwärts flog, eindeutig zu wenig Blei.

Als Motorsegler kann es passieren, dass das Modell mit dem stärkeren Motor und vollem Tank eine ungewollte Höhe erreicht.

Vor allen Flügen ist es wichtig, dass das Modell am Boden mit Handstarts gut eingeflogen wird.

W. Heise




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