Archiv

Die neue, attraktive Wintersportart:

von
4

Seit einiger Zeit hört man immer wieder von Flügen mit Hängegleitern. In der Schweiz gibt es aber zwei grundverschiedene Typen Hängegleiter, der eine ist der in der Schweiz gebaute Skikarus, mit stabilen Flügeln und Rumpf, sein Aussehen gleicht dem eines konventionellen Flugzeuges. Der andere ist der Deltagleiter, nach seinem Erfinder auch Rogalloflügel genannt.


«Skikarus», dass diese Art des Fliegens wirklich zum ersten Mal im Jahre 1892 von Lilienthal mit Erfolg praktiziert wurde. Gegenüber dem historischen Flugapparat ist der «Skikarus» in Aufbau und Funktion wesentlich verbessert. Das gesamte Gestell besteht aus Leichtmetallrohren und die 11 m2 grossen Flügel sind mit Segeltuch bespannt. Hierdurch liegt bei einer Spannweite von 7,14 m und einer Länge von 5,20 m das Gesamtgewicht bei nur 36 kg. Als Fahrgestell dienen die mit Skiern versehenen Füsse des Piloten. Nach vielen hundert Probeflügen und Verbesserungen wurde im Frühjahr 1973 eine Serie von mehreren «Skikarus» gebaut und vom Eidgenössischen Luftamt in Bern abgenommen.

Im Gegensatz zu den historischen Hängegleitern startet man mit dem «Skikarus» nicht zu Fuss, sondern immer auf Skiern. Diese Methode erlaubt eine relativ hohe Flächenbelastung von ca. 12 kp/m2 bei einer Fluggeschwindigkeit von 40 km/h bis 50 km/h. Dadurch ist das Fluggerät gegen Wind und leichte Böen relativ unempfindlich.

Ein weiterer Unterschied zu den früheren Hängegleitern liegt darin, dass vor dem Start der Schwerpunkt und das Höhenruder genau auf das Gewicht des Piloten eingestellt werden. Hieran kann während des Fluges nichts verändert werden, so dass die Fluggeschwindigkeit bei Start, Flug und Landung konstant ist. Dies gewährleistet einen sehr stabilen Gleitflug, und zusätzlich scheiden Fehlreaktionen des Piloten aus. Im Gegensatz zum Höhenruder lässt sich das Seitenruder beliebig bewegen, wodurch der Pilot seine Flugbahn frei bestimmen kann.

Bei den historischen Gleitern dagegen musste der Pilot durch Schwerpunktsverlagerungen bei Start und Landung die Fluggeschwindigkeit herabsetzen, da zu Fuss nur schwerlich Geschwindigkeiten über 30 km/h zu erreichen sind. Diese Manöver erforderten jedoch fast dieselben fliegerischen Fähigkeiten wie bei einem Flugzeug mit Knüppelsteuerung und können bei unsachgemäßer Durchführung schnell zum Absturz führen.

Die Handhabung des «Skikarus» dagegen ist sicher und setzt keine Flugkenntnisse voraus, so dass jeder standsichere Skifahrer innerhalb kürzester Zeit das Ski-Segelfliegen mühelos erlernen kann. Ausser einer normalen Skiausrüstung oder im Sommer auch Grasski bedarf es keiner besonderen Ausstattung.

Wie sicher der «Skikarus» ist, zeigt die Tatsache, dass seit dem Frühjahr 1969 Tausende von Flügen mit Hunderten von Personen durchgeführt wurden, ohne dass es zu einem ernstlichen Zwischenfall gekommen ist.

Dass trotzdem das Eidg. Luftamt in diesem Jahr allein innerhalb von 5 Wochen drei schwere, zum Teil tödliche Unfälle mit Hängegleitern registriert hat, ist auf andere Konstruktionen zurückzuführen. (Deltagleiter). Im Gegensatz zum «Skikarus» hat der Deltagleiter die Form eines Dreiecks, woher auch sein Name stammt.



Aufbau und Flugeigenschaften sind von denen des «Skikarus» sehr verschieden. Neben unbestrittenen Vorteilen, wie Zusammenfaltbarkeit, extrem kleine Start- und Landegeschwindigkeiten und dadurch die Möglichkeit, auf sehr kleinen Plätzen zu starten und zu landen, weist der Delta-gleiter auch schwerwiegende Nachteile auf. Durch den bescheidenen Gleitwinkel von 1 : 4 (1 m Höhenverlust auf 4 m Flugstrecke) im Vergleich zu 1 : 9 beim «Skikarus», benötigt der Deltaleiter einen ziemlich steilen Hang, um überhaupt in die Luft zu kommen. Ebenso ist eine grosse Höhendifferenz erforderlich, um längere Zeit in der Luft zu bleiben. Durch seine sehr niedrige Flächenbelastung von nur 5 bis 6 kp/m2 ist der Deltaleiter besonders wind- und turbulenzempfindlich. Im Gegensatz zu den Dünenwinden in den USA, die oft tagelang gleichmässig blasen, sind die Windverhältnisse in den Alpen viel unregelmässiger und das ganz besonders an heissen Sommertagen.

Ein weiterer Nachteil der Deltakonstruktion ist das Risiko des Segelflatterns. Dies kann auftreten, wenn der Pilot bruske Gewichtsverlagerungen nach vorn durchführt oder bei Turbulenzen. Dadurch besteht die Gefahr eines unkontrollierbaren Sturzfluges. Da die Geschwindigkeiten durch Gewichtsverlagerungen des Piloten beeinflusst wird, sind Geschwindigkeiten von ca. 20 km/h bis über 80 km/h möglich. Das bringt unvermeidlich das Risiko von Fehlreaktionen mit sich, die, wie erwähnt, schwere Folgen haben können.

Tr.



Skihängegleiterfliegen

der neue, attraktive Wintersport im schneesicheren Hoch-Ybrig

  • modernste, grösste Anlage der Schweiz
  • EAV-geprüfte Hängegleiter (keine Deltas)

Fliegen auch Sie!

Fliegerische Vorkenntnisse nicht erforderlich.
Tages-, Wochen- oder Wochenend-Kurse.
Grundkurse inkl. Versicherung: Fr. 100.— pro Tag.
Kursleiter: Hch. Treichler, Wald, 055 95 21 72
Unterkunft kann besorgt werden.
Voranmeldung unbedingt erforderlich an Kursleiter oder
«Berglade» Hoch-Ybrig, Tel. 055 56 15 67.



Alle Kategorien anzeigen

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge



}
An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙