Sport

EINSTIEG IN DEN SEGELKUNSTFLUG

von Andreas Schaerer
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Lautlos, präzise, harmonisch – das ist Segelkunstflug


Segelkunstflug ist eine faszinierende und anspruchsvolle Variante des Modellfliegens und zieht immer mehr Modellpiloten in seinen Bann.



Hättest du Interesse daran, ein Segelflugmodell sicher zu beherrschen und präzise Kunstflugfiguren zu fliegen? Die Swissakro Connection unterstützt dich dabei. Sie führt dieses Jahr wieder Schnuppertage durch. Ob Einsteiger, Aufsteiger oder Wettbewerbsroutinier, jeder ist willkommen. Im folgenden Artikel von Andreas Schaerer kannst du nachlesen, wie du dein Modell am besten einstellst.


Einstieg in den Segelkunstflug – Tipps für die richtige Modelleinstellung

Segelkunstflug gilt als Königsklasse des Kunstflugs. Bei einem Experten wirkt er ruhig, elegant und scheinbar mühelos. Damit diese lautlose Kunstform aber wirklich präzise aussieht und auch Freude macht, braucht es mehr als nur Übung und ein geeignetes Modell – die richtige Modelleinstellung ist entscheidend. Dafür möchte ich euch ein paar Tipps geben. Ich setze voraus, dass das von euch gewählte Modell grundsätzlich kunstflugtauglich ist: ausreichend fest, mit geringer V-Form, genügend grossen Rudern und vernünftigen Rückenflugeigenschaften. Ist das gegeben, lässt es sich bestimmt auch so einstellen, dass die Figuren sauber und kontrolliert geflogen werden können. Wir orientieren uns für die Einstellungen an den Grundfiguren des Segelkunstflugs; Expertenfiguren wie gerissene Rollen lassen wir bewusst noch weg.


Wichtig: Die Einstellungen für den Kunstflug sind nicht die gleichen wie für den Schlepp oder die Landung. Ich habe daher bei meinen Kunstflugseglern immer zwei Flugzustände programmiert:

  • Start und Landung: Gutmütig, stressfrei und kurvenwillig. Und so viel Höhentrimmung, dass das Modell im Schlepp deutlich über dem Motorflugzeug fliegt.
  • Akro: Ausschliesslich für den Kunstflug

Diese Flugzustände habe ich auf einen separaten Schalter gelegt, den ich vor dem Beginn des Kunstflugprogramms auf die Position «Akro» stelle und vor der Landung wieder auf die Position «Start & Landung». Andere Piloten haben die Schalter mit dem Öffnen der Schleppkupplung kombiniert. Die nachfolgenden Einstellungen beziehen sich alle auf die Position «Akro».



Gerade Linien:

Was einfach klingt, ist in der Praxis anspruchsvoll – aber absolut zentral. Gerade Linien müssen wie an der Schnur gezogen sein. Wellen oder Bögen werden von Punktrichtern sofort erkannt und gnadenlos bestraft. Das Modell muss daher präzise Geraden fliegen können: horizontal, in 45° nach oben und unten sowie senkrecht nach oben und unten. Im Akro-Zustand trimme ich dafür so viel Tiefenruder, dass sich das Modell im 45°-Sinkflug weder abfängt noch steiler wird. Es soll exakt den eingestellten Winkel halten – ebenso im senkrechten Sturzflug. Diese Einstellung teste ich in alle Richtungen. Sie ist die Basis für saubere Linien zwischen den Figuren.


Für Bögen und Radien wie zum Beispiel für Loopings und Humpties stelle ich den Höhenruderausschlag so ein, dass bei hoher Geschwindigkeit enge Radien möglich sind, ohne Strömungsabriss – und bei wenig Fahrt trotzdem runde, gleichmässige Figuren entstehen. Positiv wie negativ. Gerade für negative Figuren kann es helfen, beim Tiefenruderausschlag die Querruder leicht nach oben mitlaufen zu lassen. Bei meinem 5,80-m-Swift sind das rund 5–10 mm negativer Querruderausschlag bei vollem Tiefenruder – mit enormer Wirkung.


Rollen

Rollen müssen vor allem eines sein: gerade. Keine Abweichung nach oben, unten oder seitlich. Entscheidend ist hier eine korrekt eingestellte Querruderdifferenzierung – idealerweise nahe null. So stelle ich das ein: mit hoher Geschwindigkeit genau von mir wegfliegen (sodass ich das Modell genau von hinten sehe), dann in einen 45°-Steigflug ziehen und in diesem Winkel eine halbe Rolle nach oben fliegen. Von hinten erkennt man seitliche Abweichungen sehr gut. Treten sie auf, bremst ein Ruder stärker als das andere. Die Differenzierung wird so lange angepasst, bis bei links- wie rechtsherum gedrehten Rollen keine Abweichung mehr sichtbar ist.


Für den Turn

...ist das Seitenruder der Schlüssel. So viel Ausschlag wie möglich ist gefragt – ideal sind etwa 45°. Passt der Ausschlag, geht es im Flug nur noch darum, den richtigen Zeitpunkt für den vollen Rudereinsatz zu treffen.


Expo:

Im Flugzustand Akro ist Expo sehr sinnvoll, um das Modell bei hohen Geschwindigkeiten ruhiger zu machen. Vor allem auf Höhen- und Querruder. An meinem Wettbewerbs-Swift fliege ich in der Akro-Position rund 40% Expo.


So, nun wünsche ich euch viel Freude beim Einstellen – und bei den ersten sauberen Segelkunstflugfiguren!


Schnupperkurs für Einsteiger in den Segelkunstflug:

Die Swissakro Connection bietet dieses Jahr zwei Schnupperkurse im Segelkunstflug an. Interessierte Modellpiloten sind eingeladen, die Kunstflugwelt kennenzulernen – ob mit dem eigenen Segler oder am Doppelsteuer mit einem grossen Segelflugmodell. Jeder ist willkommen. ■

Ort und Datum stehen auf der Swissakro-Webseite: www.swissakro.ch
Anmeldungen auf der Webseite des Schweizerischen Modellflugverbands.

Für die Swissakro Connection
Hans Gratwohl, Fotos von Kusi Brönnimann



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