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Motorsegeln im Kommen

von Oskar Itel
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Mancher Modellflieger der 20 oder mehr Kilometer weit fahren muss, bis er ein Gelände findet, das sich zum Hangsegeln eignet, mag sich schon Gedanken gemacht haben, ob er sein Modell mit einem Motoraufsatz versehen soll. Auch wer Hochstart machen will, hat seine Probleme, braucht er doch seine Helfer und deren Zutrauen.


Grosse Wiesen ohne Bäume, oder sonstige Hindernisse sind bei uns im Mittelland bald eine Seltenheit, sie können auch nicht zu jeder Jahreszeit betreten werden. Besonders kritisch wird es, wenn man seine 300 m Hochstartschnur in der geeigneten Richtung auslegen will.

Ein Motorsegler ist, was das Fluggelände anbetrifft bescheidener. Ein kleines Stück gemähte Wiese von ca. 30 x 80 m bei dem die weitere Umgebung das Fliegen ermöglicht, lässt sich meistens finden.

Am 10. März fand in Glattbrugg eine Zusammenkunft von Modellfliegern verschiedener Gruppen, welche am Wettbewerb für Motorsegler interessiert sind, statt. Bei reger Diskussion wurde das beigelegte Reglement ausgearbeitet. Das Flugprogramm entspricht demjenigen, welches bei den letzten zwei Motorseglerwettbewerben in Diessenhofen geflogen wurde. Doch wurden noch einige Präzisierungen in das Reglement aufgenommen. Wir hoffen nun mit diesem sicher gutausgedachten und auch erprobten Reglement das Richtige gefunden zu haben, so dass es bald an die MFK weitergeleitet werden kann und evtl. in vorgelegter Form national eingeführt werden kann.

Das Visier, das den meisten Modellfliegern noch nicht bekannt ist, wird in einem der nächsten «Modellflugsport» beschrieben.

Die Teilnehmer des Diskussionsnachmittags erhoffen mit dem geschaffenen Reglement neue Interessenten dieser immer mehr aufkommenden Modellkategorie zu finden. Oskar Itel


Reglement

1. Motorinhalt

Die mindest Motorengrösse betr. 1,5 ccm
Modelle bis 2 kg Startgewicht
max. 2,5 ccm Totalhubraum
Modelle bis 5 kg Startgewicht
max. 3,5 ccm Totalhubraum
Es sind nur Modelle mit Schalldämpfer zugelassen.

2. Motoranwerfzeit 2 Minuten ohne Abzug, von Beginn der 3. Minute bis zum Ende der 4. Minute pro Sek. 1 Punkt Abzug. Werden 4 Minuten überschritten, wird dieser Flug mit 0 Punkten gewertet.

3. Motorlaufzeit max. 1 ½ Minuten (von der Abgabe des Modells aus der Hand bis zum Abstellen).

Jede Sekunde die der Motor länger läuft, hat 5 Punkte Abzug zur Folge.

4. Nach Abstellen des Motors Flug auf Zeit, 4 Minuten. Für jede Sekunde Über- oder Unterschreiten der Idealflyzeit wird 1 Punkt von 240 abgezogen.


Landung

1. Will der Pilot landen, soll er einen Kreis über dem Landeviereck fliegen. 20 Punkte

2. Auf kürzestem Weg zur Wendemarke gegen den Wind, diese ist zu Umfliegen, min. 180°. 50 Punkte

3. Überfliegen des Landevierecks in gerader Linie mit dem Wind, anschliessend wenden und zur Landung ansetzen.

4. Unterfliegen einer Visierlinie 2 m Höhe und 10 m vor der ersten Linie des Landevierecks, ohne die Höhe von 2 m wieder zu übersteigen ergibt die doppelte Punktzahl für die Landung innerhalb des Landevierecks.

Grösse des Landevierecks. Breite 15 m, Länge 30 m. Das Modell muss innerhalb des Landevierecks aufsetzen, das ganze Modell muss nach dem Stillstand innerhalb der Linien des Landevierecks sein, es darf bei der Landung wie auch beim Flug keine Teile verlieren.

Für die Landung innerhalb des Vierecks ohne Unterfliegen der Visierlinie oder nochmaliges Übersteigen derselben erhält der Pilot 50 Punkte

Für die Landung innerhalb des Vierecks mit Unterfliegen der Visierlinie 100 Punkte

Wenn das Modell bei der Landung Teile verliert oder mit einem Modellteil über die Linien des Landevierecks ragt. 0 Punkte

Landung nach 4 Min. 30 Sek. oder Absturz ins Landeviereck. 0 Punkte

Wenn das Modell während des Fluges einen Bestandteil verliert, gilt der Flug von diesem Moment an als beendet.

Der Motor darf nicht abgeworfen werden.

Die Entscheidungen liegen in erster Linie bei den Punktrichtern bzw. Zeitnehmern. Bei evtl. Unstimmigkeiten entscheidet die Jury endgültig. Die Jury wird aus einem Mitglied des Veranstalters und je einem Konkurrenten der zwei bestbeteiligten Gruppen bestimmt und vor Wettbewerbsbeginn bekanntgegeben.

Pro drei Teilnehmer einer Gruppe an einem Wettbewerb soll ein Helfer mitgenommen werden der als Zeitnehmer eingesetzt werden kann.



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