Editorial

Weisch, was i meine? – Die Sache mit dem Schwerpunkt

von Emil Giezendanner
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Liebe Modellfliegerinnen und Modellflieger


Ein Humorist meinte kürzlich, dass sein nächstes Modell, das er posten wolle, keinen Schwerpunkt haben dürfe. Dabei ist das Thema Schwerpunkt eine durchaus wichtige, ja sehr ernste Sache, die wir schon den Einsteigern zu erklären versuchen. Unsere Profis gehen dabei einen Schritt weiter und beschaffen sich kostspielige elektronische Schwerpunkwagen und empfehlen überdies, dass jeder für sein Modell den Schwerpunkt «erfliegen» müsse. Nun, wie wir kürzlich den Medien entnehmen konnten, ist man bei den Fluggesellschaften noch nicht ganz so weit. So will die Swiss in einem europäischen Flugzeugtyp offenbar die First Class aufwerten: Acht Sitze sollen drei Kabinen weichen. Sie, die Swiss, wittert einen neuen Markt in der Luxusklasse. Nur haben die Marketingabteilungen nicht damit gerechnet, dass diese neuen Einrichtungen schwerer sind als die bisherigen und damit den Schwerpunkt des Flugzeuges gefährlich verschieben werden (siehe Handbuch für Modellflug-Anfänger). Zum Glück ist dem Ingenieur nichts zu «schwör», nicht einmal Metallplatten, die man im Heck des Flugzeuges unterbringen will. Diese neu getrimmten Flugzeuge werden so sicher wie zuvor, allerdings wird der Treibstoffverbrauch zunehmen! Sätze der Swiss zur Umwelt, wie z.B. «Die Swiss ist sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt und der nächsten Generation bewusst» usw., kann ich deshalb genauso wenig ernst nehmen wie etwa Strassenkleber/innen, die regelmässig nach Valencia, London oder Miami fliegen. ■

Mit kollegialen Grüßen
Emil Giezendanner



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