Archiv

Ein Freiflug-Segelmodell (A1) für den Anfänger

von Werner Heise
3

Freundlicherweise stellte mir Dr. Mencel, CSSR (Trainer der Tschechischen Nationalmannschaft Freiflug) das Modell «KIKI» zur Veröffentlichung zu. Nebst dem Bauen hat sich das Modell im Hochstart für Anfänger besonders bewährt. An A1-Wettbewerben war das Modell öfters erfolgreich.


Bauanleitung

Rumpf:

Aus 2 Limbabrettchen (Nr. 1) schnitzen wir die Rumpfnase. Besondere Vorsicht ist bei der Ausführung des Schlitzes für die Lasche angebracht, rechter Winkel und Anstellwinkel genau einhalten. Anschliessend wird ca. 50 g Walzblei in der Bleikammer befestigt. Nun können wir die beiden Rumpfhälften mit Weissleim zusammenleimen. Es folgt das Anpassen der zwei zugechnittenen Rumpfgurten (Nr. 2). Gleichzeitig befestigen wir die obere Gurte (Nr. 3). Diese soll beim Zusammenbau des Rumpfes auf dem Baubrett anliegen. Für das Aufleimen von Gurte (Nr. 4) werden die beiden Seitengurten plan geschliffen. Der Abschlussstap (Nr. 5) wird entsprechend angepasst und eingeleimt. Aus 2 mm Aluminiumblech sägen wir die Form des Hochstarthakens (Nr. 6). Unten wird eine Bohrung 1 mm für (Teil 22) Kurvenauslösung angebracht. In diese Bohrung klemmen wir einen Stahldraht 1 mm x 5 mm lang. Aus 0,2 mm Weissblech biegen wir drei Oesen (Nr. 7). Dabei gehen wir wie folgt vor: schneiden eines rechteckigen Blechstückes 4 x 10 mm. In die Mitte der Schmalseite legen wir einen Stahldraht 1 mm und biegen von Hand das Blech darum herum. Mit der Zange können wir die Rundung noch ausgeprägter klemmen. Stahldraht herausziehen und die Oese ist fertig.

Aus 2 mm Kiefer-Rundholz fertigen wir die Teile 8, 9 und 10. Aus Sperrholz 1,5 mm dick wird der Anschlag (Nr. 11) und die Höhensteuerauflage (Nr. 12) angefertigt und angeleimt. Der Gewindebolzen M4 x 6 (Nr. 13) kann im Fachhandel gekauft werden. Das Seitensteuer wird aus den Teilen 14, 15 und 16 zusammengeleimt. Holzfaserrichtung auf dem Plan beachten!

Nr. 16 ist eine Verstärkung aus Sperrholz.

Es folgt als Abschluss des Rumpfes das angenähte Seitenruder mit dem Mechanismus. Nr. 17 zwei Stück aus 2 mm Sperrholz. Nr. 18 aus 2 mm Aluminium 2 x 4 x 15 mm zwei Gewindebohrungen M 2 für die Aufnahme der Gewindebolzen (Nr. 19) und die Gegenmuttern (Nr. 51) aus Messing. Ein Perlonfaden ca. 0,3 verbindet das Seitenruder mit dem Federplättchen (Nr. 22). Wer keine Möglichkeit für die Herstellung der mechanischen Teile hat, kann dieselben beim Berichterstatter beziehen. Zwischen dem Perlonfaden (Nr. 20) wird ein Gummibändchen (Nr. 21) geknüpft. Das Seitensteuer kann nun wahlweise mit dem Anschlaggummi (Nr. 52) links oder rechts angeschlagen werden.


Höhensteuer:

Wir sägen eine Musterrippe (Nr. 23) aus 1,5 mm Sperrholz. Diese dient uns als Schablone. Es werden zwölf Balsarippen 1 mm und für das Mittelstück zwei Rippen 2 mm geschnitten. Wenn man das Messer sauber senkrecht führt, ist jede Rippe gleich. Nach dem Zuschneiden der Endleiste (Nr. 24) mit Rippeneinschnitten des Hauptholms (Nr. 25) und der Nasenleiste (Nr. 26), kann der Zusammenbau mittels Stecknadeln direkt auf dem Plan erfolgen. Als Leim nehmen wir einen Kunstharz z. B. Britt-Fix, Uhu-hart etc. Für das Anbringen der Beplankung muss der Nasenholms mit den Rippen bündig nach Plan geschliffen werden. In der Mitte des Höhensteuers wird ein Füllklotz (28) eingepasst, dieser dient zur Aufnahme der Höhensteuerhalterungen (Nr. 31 Kiefer-rundholz 2 mm konisch und Thermikanschlagstift 1 mm Stahldraht). Als Verstärkung des Nasenholms beim Anschlag, leimen wir einen Weissblechstreifen 4x15mm nach Plan. Nach dem Anbringen der Randbogen (29) wird das ganze Gerippe mit feinem Glaspapier sauber verputzt.


Flügel:

Dem Flügel ist vom Modellbauer besondere Aufmerksamkeit zu schenken; denn von ihm hängen die späteren Flugleistungen hauptsächlich ab. Der Aufbau ist ähnlich wie beim Höhensteuer. Um die linke Flügelhälfte aufzubauen, muss der Plan mit einem ölgetränkten, nicht zu nassen Lappen eingerieben werden. So wird der Plan durchsichtig. Zudem haben wir den Vorteil, dass Leimstellen auf dem Plan nicht kleben.

Nochmals fertigen wir eine Musterrippe aus Sperrholz (35) 1,5 mm dick an. Dies ist dann zugleich eine der sechs Mittelstückrippe zur Aufnahme der Alu-Lasche (49). Die Abschlussrippe (Nr. 33) sind aus 1 mm Sperrholz, alle übrigen Rippen aus 2 mm Balsa (mittelhart). Die Hauptholme (42, 43, 44) aus Hart-Balsa. Nasenholme (46) und Endleiste aus mittelhartem Balsa. Zuerst werden die Rippen provisorisch auf den Hauptholm (42) aufgesteckt. Unter die Endleistenvorderkante wird eine Unterlage 1,5 mm geklemmt — so wird der Flügel Profilgetreu. Beim Flügelknick werden die Rippen nach einer selbst hergestellten Schablone schief eingeleimt und stirnseitig plan geschliffen. Nach dem Anbringen der Beplankung (47) und der Randbogen (50) wird das ganze Gerippe ebenfalls sorgfältig und sauber verschliffen.


Bespannung:

Der ganze Rohbau wird mit einer Spannlack-Verdünner-Mischung 1:1 lackiert und nochmals fein verschliffen. Ein gefälliges Aussehen erhält das Modell, wenn man es nach dem Farbcode des Plans bespannt. Für den ungeübten Modellbauer empfehle ich, die Bespannung mit Glutofix aufzutragen. Dünnes Japan-Papier verwenden! Zuerst die Unterseite. Alle Holzteile, wo Papier aufliegt, mit Glutofix bestreichen und anschliessend die Bespannung faltenfrei aufziehen. Nach dem Trocknen mit Wasser besprühen.

Erster Lackanstrich mit einer Mischung Spannlack-Verdünner 1:1. Nach dem An trocknen einspannen — nicht zu früh — damit keine Verzüge entstehen. Zweiter Anstrich mit Mischung 2/3 Spannlack, 1/3 Verdünner. Eventuell dritter Anstrich mit gleicher Mischung. Zwei Tage trocknen lassen.

Nach dem Zusammenstellen des Modells wird die Schwerpunktlage mittels Bleikügelchen eingetrimmt.


Einfliegen:

Zum Einfliegen nimmt der Anfänger am besten einen erfahrenen Kollegen mit. Er spart sich dadurch viel Zeit und unnötigen Bruch.

Wer es selber versuchen will, geht wie folgt vor: Das Modell am Rumpf hinter dem Schwerpunkt haltend mit ausgestrecktem Arm in ebenem Gelände, leicht nach unten geneigt, gegen den Wind in die Luft schieben. Fliegt das Modell brüsk nach unten, muss Blei entfernt werden. Macht das Modell einen sog. Hackflug, muss Blei nachgefüllt werden bis es aus der Hand geschoben eine Strecke von ca. 20 Metern fliegt. Ich wünsche viel Spass beim Bauen und Fliegen. W. Heise

NB. Plan 1:1 beim Redaktor erhältlich.


Technische Daten Kiki

Spannweite

1350 mm

Rumpflänge

745 mm

Gesamtfläche

18,96 dm2

Flügelfläche

15,90 dm2

Höhensteuerfläche

3,06 dm2

Gewicht

236 g

Konstrukteur

Jiří Novotný




Alle Kategorien anzeigen

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge



}
An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙