Archiv

Modellflieger im Bundeshaus

von
4

Anfangs Januar 77 überbrachten Vertreter der Fachgruppe für Fernsteuerfrequenzen, der F3A- und F3B-Nationalmannschaften sowie der Region 5 dem Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements 10 536 Unterschriften. Bleibt zu hoffen, dass unser Anliegen — trotz des massiven politischen Drucks, der auf die Fliegerei ausgeübt wird — nicht in Schubladen verschwindet, sondern speditiv behandelt wird.


Bild Keyten

Herrn
Bundesrat Willi Ritschard
Vorsteher des Eidg. Verkehrs-
und Energiewirtschaftsdepartementes
Bundeshaus
3000 Bern

Hittnau, 12. Januar 1977

Sehr geehrter Herr Bundesrat Ritschard,
10'536 Modellflieger und Freunde des Modellfluges haben die dem Generalsekretariat des Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartementes übergebene Petition zur Freigabe zusätzlicher Sendefrequenzen für den Modellflug unterzeichnet. Der Text der Petition lautet:

«Die hier Unterzeichneten sind überzeugt, dass der Modellflugsport zu den interessantesten und sinnvollsten Freizeitbeschäftigungen gezählt werden muss und bitten deshalb die Bundesbehörden, dafür zu sorgen, dass mit der Freigabe von zusätzlichen Fernsteuerfrequenzen, welche nur dem Modellflug zur Verfügung stehen sollen, die Modellflieger wieder einen geregelten, störungsfreien Flugbetrieb aufrecht erhalten können und damit auch in Zukunft ihr Hobby nicht mit Enttäuschung und Verdruss, sondern mit Freude und Begeisterung betreiben dürfen.»

Wir erlauben uns, Sie im Folgenden über unser Anliegen etwas eingehender zu orientieren.


Die Zahl der aktiven Modellflieger in der Schweiz kann auf über 10'000 geschätzt werden. Mehr als 4000 Modellflieger sind in etwa 120 Modellfluggruppen dem Aero-Club der Schweiz angeschlossen. Ein Blick auf das soziale Herkommen und das Alter der Modellflieger zeigt, dass die Begeisterung für den Modellflug sich auf alle Schichten unserer (männlichen) Bevölkerung erstreckt. Die meisten Modellflieger, ob jung oder alt, bauen ihre Modellflugzeuge in unzähligen Arbeitsstunden und mit grossem handwerklichen Geschick selber. Viele unter ihnen setzen sich mit ihrem Hobby derart intensiv auseinander, dass sie ihre Modelle und die dazu gehörenden Hilfsmittel selber konstruieren.


Die Entwicklung der Elektronik in den letzten 20 Jahren ermöglicht es auch demjenigen Modellflieger, der auf diesem Gebiet nicht über Spezialkenntnisse verfügt, seine Modellflugzeuge mit technisch zuverlässig funktionierenden Funkfernsteueranlagen auszurüsten. In der ständig wachsenden Zahl von ferngesteuerten Modellflugzeugen spiegelt sich die Faszination, die von der Beschäftigung mit dieser Sparte des Modellflugzeuges ausgeht. Besonders erfreulich ist, dass die ferngesteuerten Segler, mit denen unter sorgfältiger Beobachtung und Ausnutzung der natürlichen Aufwinde stundenlang ohne Motorhilfe geflogen werden kann, sehr beliebt geworden sind.


Leider hat in den Frequenzbändern, die von der PTT den Modellfliegern für Funkfernsteuerungen zur Verfügung gestellt werden, die Belegung durch andere Dienste stark zugenommen. Damit ist die Gefahr von Funkstörungen sehr angestiegen und hat in gewissen Gegenden der Schweiz ein Ausmass erreicht, das den zuverlässigen Betrieb von ferngesteuerten Modellflugzeugen beinahe verunmöglicht. Wegen ihrer Bewegung in der dritten Dimension sind die ferngesteuerten Modellflugzeuge durch Fremdstörungen, deren Auswirkungen sich mit elektronischen Massnahmen nicht verhindern lassen, besonders gefährdet. Starke Fremdstörungen führen zu einem zeitweisen Ausfall der Fernsteuerverbindung und damit meistens zum Absturz des betroffenen Modellflugzeuges.


Eine grundsätzliche Abhilfe für diese Schwierigkeiten sehen wir derzeit einzig darin, dass den Modellfliegern die Benützung eines zusätzlichen, genügend grossen Frequenzbandes ermöglicht wird. Dieses Frequenzband sollte zu den Zeiten, die von den Modellfliegern benützt werden, eine möglichst grosse Sicherheit gegen Fremdstörungen bieten. Die Vorteile eines solchen zusätzlichen Frequenzbandes kämen allerdings nur dann allen Modellfliegern zugute, wenn die im Ausland serienmässig hergestellten hochwertigen Geräte ohne Anpassungen in der Schweiz betrieben werden dürften.


Im Verlaufe des vergangenen Jahres haben wir mit der Sektion Frequenzverwaltung und Senderegal der PTT eine bis heute leider erfolglose Korrespondenz geführt. Zudem haben wir unser Problem ebenfalls der Abteilung für Übermittlungstruppen unterbreitet.


Im Namen der Unterzeichner unserer Petition bitten wir Sie, sehr verehrter Herr Bundesrat Ritschard, uns bei der Suche nach einer allseits befriedigenden Lösung zu unterstützen.

Mit vorzüglicher Hochachtung grüssen Sie Modellflugregion 5 des Aero Clubs der Schweiz

Der Regionalobmann: Emil Giezendanner
Für die Fachgruppe für Fernsteuerfrequenzen FFF

Der Präsident: H.R. Schläpfer
Der Aktuar: Rolf Girsberger



Alle Kategorien anzeigen

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge



}
An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙