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Lärmbekämpfung im Modellflug

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Von der Modellflugleitung der Region 2 des Aero-Clubs der Schweiz (Herr E. Wellenzohn, Obmann) wurde das Eidgenössische Luftamt ersucht, Lärmmessungen an Flugmodellen durchzuführen, damit Richtlinien und Empfehlungen ausgearbeitet werden können, um die Lärmemission der Modelle in den Griff zu bekommen.


1. Aufgabenstellung

Von der Modellflugleitung der Region 2 des Aero-Clubs der Schweiz (Herr E. Wellenzohn, Obmann) wurde das Eidgenössische Luftamt ersucht, Lärmmessungen an Flugmodellen durchzuführen, damit Richtlinien und Empfehlungen ausgearbeitet werden können, um die Lärmemission der Modelle in den Griff zu bekommen. Aus der Sicht des Aero-Clubs gilt es, das Lärmproblem der Modelle zu lösen, damit diese Art der Freizeitgestaltung nicht durch Art. 79 der LFV zu stark eingeschränkt werden muss und dass für die Weltmeisterschaften vom 8.—13. September 1975 auf dem Belpmoos für die Wettkampf-Modelle zulässige Grenzwerte festgelegt werden können.


2. Durchgeführte Messungen

Meteorologische Angaben:

Messungen a—d

Messung e

QNH

1022 mb

1022 mb

Temperatur

10° C

8° C

rel. F.

62%

80%

Wind

var. 0—4 kts

var. 0—4 kts

  • Untersuchte Flugzeuge:

  • Betriebszustände und Ausrüstung der Modelle bei den Schallmessungen:

    • Standmessung an FU-27, Typ: Marabu-Trainer mit Motor Webra-Speed; Drehzahl bei Vollgas 11 800 RPM mit Original-Auspuff Schalldämpfer

    • Standmessung an FU-27: Drehzahl bei Vollgas 11 300 RPM mit Spezial-Auspuff Schalldämpfer (Kö-Muffler)

    • Flugmessung: Höhe über Grund 2 m bei einer seitlichen Distanz vom Mikrofon von 25 m mit FU-27; Drehzahl bei Vollgas 11 300 RPM mit Spezial-Auspuff Schalldämpfer (Kö-Muffler)

    • Standmessung an BE-38, Typ: Senior Falcon mit Motor Enya III; mit Original-Auspuff Schalldämpfer, Drehzahl bei Vollgas 11 000 RPM

    • Standmessung an BE-38 mit Spezial-Auspuff Schalldämpfer; Drehzahl bei Vollgas 10 700 RPM

  • Messmethode siehe anschliessend an die Zusammenfassung

  • Verwendete Messgeräte:

    • 1" Mikrofon B+K Typ 4131

    • Terz/Oktavbandanalysator B+K Typ 2112

    • Pegelschreiber Typ B+K 2305


Schallmessungen im Stand Messanordnung

- ①—⑧ Messorte auf einem Kreis von 7 m Radius
Winkel zwischen den Messorten: 45 Grad
Bodenbeschaffenheit: gemahtes Gras



3. Messresultate

sind aus den abgedruckten Tabellen und grafischen Darstellungen ersichtlich, wobei hier nur die für uns wichtigsten und verständlichsten übernommen worden sind.


4. Zusammenfassung

Geht man von der Annahme aus, dass die gewünschten zugelassenen Schallpegel in ruhiger Wohnzone, wie im Bericht der Eidgenössischen Expertenkommission empfohlen, nicht überschritten werden, bedeutet dies, dass das Zentrum des Flugraumes (bei einem Aktionsradius der Modelle von 300 m) für ein lautstarkes Modell wie 2a in einem unbewohnten Gebiet mit einer Kreisfläche von 2—2,5 km2 oder einem Ø von 1 600—1 800 m sein muss, damit ein Schallpegel von 45 dB(A) nicht überschritten wird (gilt für Zone II «ruhige Wohnzone»). Ein solches Gebiet zu finden, dürfte für viele Modellbauer ein Traum bleiben. Es stehen heute jedoch bereits handelsübliche Spezial Schalldämpfer zur Verfügung, die es ermöglichen, den Lärm an der Quelle bereits gut hörbar zu reduzieren. (Siehe nachstehende Tabelle).

Die Dämpfung durch Spezial-Schalldämpfer beträgt bei den gemessenen Modellen 6—8 dB(A) und verkleinert das belästigte Gebiet um 50%, was noch einem Ø der Kreisfläche von 1 200 m entspricht.

Vorausgesetzt, wir können einen Mindestabstand von 600 m bis zum nächsten Wohngebiet einhalten, kann bei der angewandten Messmethode ein Mittelwert der 8 Positionen von 82dB(A) als anzustrebender Grenzwert empfohlen werden. Für die Modell-Kunstflugweltmeisterschaft kann der bereits in der Aero Revue publizierte zugelassene Grenzwert von 82 dB(A) bei 10 m Distanz unterstützt werden, was 84 dB(A) bei 7 m entspricht.

Zur Flugmessung kann gesagt werden, dass sie sich mangels Einhaltung eines genauen Flugweges nicht zur Bestimmung eines vergleichbaren Schallpegels eignet.

Als Messmethode empfehlen wir:

  • a) — 1—8 Messorte auf einem Kreis von 7 m Radius. Winkel zwischen den Messorten 45° (siehe 1.0)
  • Das Flugmodell wird auf einem drehbaren Gestell mit möglichst kleiner Plattform (400 x 250 mm) in einer Höhe von 1,20 m über Grund festgemacht
  • Höhe des Mikrofons üb. Grund 1,20 m
  • b) — Die Schallpegelmessung wird bei Vollgas durchgeführt
  • An allen 8 Positionen wird der Reihe nach mit einem geeigneten Schallpegelmessgerät der mit der A-Kurve bewertete Schallpegel in dB(A)-Einheiten gemessen, wobei die langsame Zeitkonstante «slow» einzuschalten ist.
  • c — Bodenbeschaffenheit: gemähtes Gras
  • In einem Abstand von 30 m rund um die Messstelle dürfen sich keine schallreflektierenden Gegenstände wie Gebäude, Mauern, usw. befinden
  • Bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 2 m/s (4 Kn) ist die Messlinie Schallquelle—Mikrofon in die Windachse zu legen. Bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 5 m/s (10 Kn) ist auf Schallmessungen zu verzichten
  • d) Die Schallpegelmessgeräte müssen den Spezifikationen der Internationalen Kommission IEC, Doc. 179 «Präzisions-Schallpegelmesser» entsprechen.

Als Grenzwerte empfehlen wir:

  • a) Aus den 8 Messpositionen ist der energetische Mittelwert zu bilden, welcher 82 dB(A) nicht überschreiten soll. (Wünschenswert wären 78 dB(A))

Eid. Luftamt, Sektion Flugmaterial


Modell

Auspuffsystem

gemessene Mittelwerte
r = 7 m

gerechnete Mittelwerte
(Aktionsradius 300 m +
Umrechnungsdistanz 300m
= 600 m)

dB (lin)

dB(A)

PNdB

dB(lin)

dB(A)

PNdB

FU-27

Original

88

88

100

52

51

61

FU-27

Spezial

83

81

94

48

45

49

BE-38

Original

86

86

98

51

49

59

BE-38

Spezial

80

78

91

46

43

48



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