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Kunststoffsegler mit Rotowing-Querrudermechanik

von Rolf Girsbreger
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Technische Daten
Flügel:
Spannweite2520 mm
Fläche (inkl. Mittelstück)48 dm 2
Sehnenlänge innen/aussen210/170 mm
Flügelstreckung13
ProfilEppler 374
V-Stellung (pro Flügelhälfte)
geom. Schränkung0,5°
Rumpf:GFK-Fertigrumpf
Länge total1260 mm
Höhenleitwerk:Pendelruder
Spannweite560 mm
Fläche6 dm 2
Profilsymmetrisch, 8% dick
Fluggewicht1700—2200 g
Flächenbelastung35—45 g/dm 2
Schwerpunktrücklageca. 33%

Bezugsquellen:
Mechanik und Rumpf:
W. Blumer, Schulstr. 20, 5415 Nussbaumen
Laminatfolie:
K. Hennerbichler, Albertstr. 15,
5430 Wettingen

Gegeneinander verdrehbare Flügelhälften als Ersatz für Querruder, das ist eine Idee, die wohl schon den einen oder andern Modellbauer beschäftigt haben dürfte. Die unseres Wissens erste funktionstüchtige und im Flugbetrieb bewährte Lösung dieses Problems ist die von Hanspeter Senn entwickelte Rotowing-Querrudermechanik. Für schnelle und wendige Hangsegler ist das System geradezu ideal.


Eine detaillierte Beschreibung findet sich in Heft 10/1973 der «Aero Revue», sodass wir uns auf eine kurze Erläuterung des Funktionsprinzips beschränken können (vgl. Skizze). Die Drehachsen der beiden Flügelhälften werden von zwei kräftigen Steckbolzen gebildet (6 mm Ø), die je mit zwei Kugellagern in einer im Rumpf befestigten Alu-Hülse gelagert sind. Durch Verdrehen einer Wippe werden zwei Laschen ausgelenkt, deren Bewegung von zwei dünnen Steckbolzen auf die Flügelhälften übertragen wird. Es empfiehlt sich, für den Antrieb dieser Querrudermechanik präzise und möglichst spielfreie Ruderservos zu verwenden.



Die Flügel sind aus einem Schaumstoffkern gefertigt, der mit 0,15 mm dicker Glasfaserlaminatfolie beplankt wurde. Diese Bauweise ist in Heft 4/1974 der «Aero Revue» ausführlich beschrieben worden. Es lassen sich damit beinahe messerscharf auslaufende Flügel hoher Torsions- und Biegefestigkeit herstellen. Wer Wert auf grosse Profiltreue legt, muss beim Anfertigen des Kernes sehr sorgfältig vorgehen, denn ein Nacharbeiten der Profilkontur nach dem Verleimen ist nicht mehr möglich. Als Kernmaterial eignet sich «Styrofoam» wegen der völlig regelmässigen Struktur ausgezeichnet. Es lässt sich mit einem heissen Draht oder einem scharfen Messer schneiden und kann mit Schleifpapier vorsichtig nachgeformt werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist dem Anpassen der Flügel an den Rumpf zu schenken und auf minimale Spaltbreite zu achten. Vorteilhaft könnte eine flexible Dichtlippe sein, die eine Ausgleichsströmung zwischen Unter- und Oberseite des Flügels völlig unterbinden würde.

Das Modell hält sich auch bei hoher Flächenbelastung erstaunlich gut in der Luft und ist für einen etwas geübten Piloten völlig unproblematisch zu fliegen. Auch im Langsamflug reagiert der Segler sehr gutmütig auf starke Querruderausschläge. So richtig im Element ist er allerdings erst bei grösseren Geschwindigkeiten und auch erst dann bereitet das Fliegen so richtig Spass.



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