Sport

AKTIVE SCHWEIZER FREIFLUGSPORTLER

von Alfred Andrist
3
Schweizer Freiflugsaison 2025

Eine Saison mit kleinen Erfolgen neigt sich dem Ende zu. Die Ergebnisse waren gut, aber die starken Leistungen der Vorjahre konnten nicht wiederholt werden. An den internationalen Meisterschaften wurden in diesem Jahr keine Spitzenrangierungen erreicht. Lauri Malila konnte seinen Weltmeistertitel im F1A nicht verteidigen. Er hatte sein Modell im zweiten Fly-off zu spitz eingestellt. Mit Samuel Mouret hat ein junger Pilot mit sehr guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Auch Urs Muntwyler startete zum ersten Mal an einer internationalen Meisterschaft. Die Vorfälle an der EM 2024 führten dazu, dass einige Piloten nicht an dieser WM teilnahmen. So waren nur drei Piloten aus der Schweiz am Start. An verschiedenen Weltcups haben wir Resultate erreicht, die zeigen, dass wir mit zur Weltspitze gehören.

In der Sparte F1E konnten die Schweizer nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Es war ein weiteres Mal ein Nachteil, dass keine Helfer zur Verfügung standen. National konnten die SM der FAI-Klassen mit einigem Wetterglück durchgeführt werden.

Die Klassen F1A und F1B flogen diese in Plamboz. Im F1A verhindert der Nebel den Beginn des Wettbewerbs. Als sich dieser verzogen hatte, konnten nur noch drei Durchgänge geflogen werden. Ende des dritten Durchganges wurde der Wind immer stärker. So musste nach drei Durchgängen diese Meisterschaft beendet werden.

Mit Dominik Andrist und Samuel Mouret hatten zwei Piloten das Punktemaximum. Im F1B konnten fünf Durchgänge geflogen werden. Der Wind spielte aber auch hier nicht mit. Konnte im ersten noch drei Minuten geflogen werden, mussten die restlichen Flüge auf zwei Minuten begrenzt werden. Hier hatten mit Christian Andrist und Giancarlo Polla zwei Piloten die geforderten Flugzeiten immer erreicht. Beide Fly-offs wurden im November im Gürbetal geflogen. Die Bedingungen waren optimal und die Flugzeit wurden für beide Klassen auf zehn Minuten festgelegt. Dominik Andrist gewann im F1A mit einer Flugzeit von 7 Minuten 51 Sekunden. Im F1B gewann Christian Andrist mit einer Flugzeit von 6 Minuten 47 Sekunden.

Die SM F1E wurde in Wikartswil bei Bern durchgeführt. Als Nachteil stellt sich immer mehr die Ausrichtung dieses Hanges heraus. Wir können praktisch nur bei Föhn fliegen. Dieser ist aber mehrheitlich sehr schwach, so ist es meistens ein Thermikfliegen. Dies ist auch immer mehr ein Nachteil für die Piloten, welche im Ausland fliegen. Die Modelle können selten bei Gegenwind eingeflogen werden. Dies zeigen auch die Resultate. Mit Andreas Tschanz hat der Pilot gewonnen, der die Bedingungen am besten beherrscht.

Unser Highlight war sicher der zweite Gürbe-Cup, welcher Ende Oktober durchgeführt wurde. 97 Teilnehmer/innen nahmen an diesem teil. Das Wetter war uns sehr gut gesinnt. Vortag Regen, Freitag und Samstag optimale Bedingungen, Sonntag Regen. In allen Klassen gab es nach den normalen Durchgängen viele Piloten/-innen mit dem Punktemaximum. Christian und Dominik Andrist leiteten kompetent als Wettbewerbsleiter diesen Weltcup. In allen Klassen kam es nach fünf Durchgängen zu Fly-offs. Die Fly-off-Zeit wurde auf 8 Minuten festgelegt. Es zeigte sich, dass dies richtig war. Nur im F1B wurde die Zeit von mehreren Piloten erreicht. Für den Veranstalter wird es bei so ausgeglichenen Bedingungen wie an diesen beiden Tagen äusserst schwierig, ein Fly-off mit so grosser Beteiligung zu organisieren. Hier ist man auf die Hilfe der anwesenden Piloten/-innen angewiesen.

Alfred Andrist



GÜRBE-CUP 2025

Weltklasse im FAI-Freiflug-Weltcup Gürbe-Cup in Mühlethurnen

97 Freiflug-Piloten/-innen aus 15 Ländern starteten am Freitag, 31. Oktober, und Samstag, 1. November 2025, im 2. Gürbe-Weltcup. Dieser von den Freifliegern des Modellvereins Bern alle zwei Jahre nach der Weltmeisterschaft durchgeführte FAI-Weltcup ist auch der Endspurt in der FAI-Weltcup-Jahreswertung im Freiflug.



Die Hauptorganisation des Gürbe-Cups lag bei der Familie Andrist und «befeundeten Orten», wie wir das in der Schweiz bezeichnen. Damit keine tiefen Überflüge oder Aussenlandungen mit Helikoptern mit den Modellflugzeugen negativ interagieren, wurden die Betriebe informiert und eine «Danger Area» beim BAZL beantragt. Diese erscheint im NOTAM für die Aviatiker.

Die Zeitmessung wurde von RC-Piloten des MV Bern und «befeundeten Modellfluggruppen» gemacht. So konnte für jede der bis zu 22 Startstellen ein offizieller Zeitmesser eingesetzt werden. Dies ist auch für die Weiterverbreitung des Freiflugs interessant.

Adrian Eggenberger, Präsident des Schweizerischen Modellflugverbandes (SMV), und Yeginsoy Faruk, Ressort Sport SMV, besuchten den Gürbe-Cup am Freitag. Adrian Eggenberger zu CH-Freiflug-Fachkommissionspräsident Michael Bleuer: «Ich war sehr beeindruckt vom sauberen und ruhigen Ablauf des Gürbe-Cups und von den B/C/Q-Flügen auf sehr hohem Niveau mit den eindrücklichen Hochleistungsflugzeugen.»

Am Freitag starteten die drei Motorseglerkategorien F1B (Gummimotor), F1C (Verbrennungsmotor) und die neue F1Q-Elektro-Klasse. Bei ruhigen Bedingungen mit wenig Wind konnten fünf Durchgänge mit vorgegebenen Flugzeiten von zweimal vier Minuten und dreimal drei Minuten geflogen werden. In der Kategorie F1B (Gummimotor) war fast die gesamte Weltelite am Start. Es waren 3 Schweizer Piloten am Start. Die Wettbewerbsleitung



war bestrebt, im Fly-off die maximal mögliche Flugzeit der Modelle auch möglichst auszufliegen. Die Podestplätze in dieser Kategorie waren in ukrainischer Hand und vereinten zusammen neun Weltmeistertitel:

1. Oleg Kulakowsky/UKR (4 Weltmeistertitel)
2. Alexander Andrukov/ehem. UKR, jetzt USA (3 Weltmeistertitel)
3. Stepan Stefanchuck/UKR (2 Weltmeistertitel)

Die kleinste Kategorie ist die F1C (Verbrennerklasse) mit schlussendlich noch 5 (von 11 gemeldeten) Piloten/-innen. Es siegte Kenneth Faux aus Grossbritannien vor Claus-Peter Wächter aus Deutschland und Viachselslav Aleksandrov aus der Ukraine. Peter Maurer aus Kehrsatz bei Bern flog auf den 5. Platz.

Die Elektrosegler-Klasse F1Q wurde dieses Jahr erstmals an einer Weltmeisterschaft geflogen. Die drei im Weltcup bestplatzierten Piloten/-innen und ein bzw. zwei Schweizer Piloten waren am Start. Es siegte der Italiener Franco Gradi, der damit die 12.-klassierte Imola Varadi aus Ungarn an der Spitze der Weltrangliste ablöste. Zweiter wurde der Deutsche Andre Seifert vor Mihaly Varadi aus Ungarn. Auch Varadis sind ein «Werksteam», sind sie doch einer der beiden bestbekannten Lieferanten für F1Q-Modelle.



Am Samstag flogen 43 Pilotinnen und Piloten aller Altersklassen die klassischen F1A-Segler mit Hochstart. Hier waren 6 Schweizer und 12 deutsche Piloten am Start, darunter Lauri Malila, Weltmeister 2023. Die schwachen Winde stellten an die Piloten/-innen für die dynamische Starts hohe Anforderungen. Dabei beschleunigen die Piloten/-innen ihre Modelle aus einer tiefen Kurve hinaus und leiten den Abflug mit einem spektakulären Rückwärtsfallen ein. Dieses komplexe Manöver erfordert athletische Kondition und eine gute Falltechnik, ohne die es zu Verletzungen kommen kann. Auf der Schnur wirken Kräfte um die 40 kg, was das 100-Fache des Modellgewichtes ist. Dies bedingt eine entsprechend stabile Bauweise. Mit der 50-m-Schnur werden so Höhen von weit über 100 m erreicht. 22 Piloten, darunter 4 Schweizer, flogen in allen Flügen das Maximum. Beim aufziehenden Regen waren am Abend kaum mehr thermische Aufwinde zu erwarten, und so erreichte keiner der Piloten/-innen die 8 Minuten Flugzeit. Es belegten durchwegs bekannte Spitzenpiloten die vorderen Ränge:

1. Dusan Fric (CZ) – Sieger des 1. Gürbe-Cups 2023
2. Jan Vosejkpa (CZ)
3. Michael Bleuer (CH, MV Rüttenen)

Die Teilnehmer waren von der abwechslungsreichen Landschaft des Gürbetals und der Aussicht in die Bergwelt begeistert. Ein abschliessendes Raclettessen war der Abschluss dieses erfolgreichen Freiflug-Weltcups. Die Resultate finden sich unter anderem auf www.guerbecup.ch. ■

Urs Muntwyler



Alle Kategorien anzeigen

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge



}
An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙