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Freundschaftsfliegen der Modellfluggruppen Bülach, Erlenbach und Wehntal F3 B-Segelflugmeisterschaft

von
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Im Rahmen eines Freundschaftstreffens der Modellfluggruppe Bülach, Erlenbach und Wehntal wurde am 26. November 1974 bei Schneisingen ein praktischer Versuch mit dem neuen F3 B / FAI RC Segelflugmeisterschaft durchgeführt.


Die 3 genannten Gruppen beschäftigen sich vorwiegend mit RC Segelflug und zeigen daher für dies neue Programm ein reges Interesse.

Nach eingehendem Studium des provisorischen Reglementes kamen die Obmänner zum Schlusse, in Anbetracht der voraussichtlich langen Zeit die für ein Durchgang benötigt wird (optimale Staffelung der Startzeiten und minimale Pausen durch mangelhaften Ablauf der Organisation vorausgesetzt, wurde für 20 Teilnehmer eine Dauer von 4 Std./Durchgang zu Grunde gelegt) und des frühen Einnachtens zu dieser Jahreszeit sowie wegen event. Nebelbildung nur 1 Durchgang zur Durchführung auszuscheiden. 9 Piloten absolvierten in der Folge an diesem nasskalten, unfreundlichen Sonntag das Programm in ca. 3 Stunden.

Aus den angeregten Diskussionen während des Wettbewerbs und anschliessend beim wärmenden Kaffee im Stammlokal der Wehntaler, ging einstimmig hervor, dass das vorliegende Reglement, mit kleinen Ausnahmen, sehr durchdacht ist und mehrfach praktisch erprobt wurde. Das jahrelange herumdoktern in der CIAM hat sich ohne Frage gelohnt.

Auffallend erscheint die Abstimmung auf den manntragenden Leistungssegelflug zu sein, stellen doch die einzelnen Prüfungen ähnliche und auch recht hohe Anforderungen an Pilot und Modell (natürlich immer auf den RC Segelflug und seine praktischen Möglichkeiten abgestimmt).

Sicher ist, dass dieses Programm eine Neuorientierung beim Bau von Modellen bringen wird. Durch die Auflage, dass alle 3 Prüfungen mit dem gleichen, unveränderten Modell absolviert werden müssen, lediglich Ballastzugaben innerhalb der FAI-Gewichtslimiten und Veränderungen der EWD sind erlaubt, werden wir gezwungen, bei der Entwicklung unserer Modelle unser Augenmerk auf gute $v_{\text{sinken}}$ , guten Gleitwinkel, grossen Geschwindigkeitsbereich, gute Wendigkeit und präzise Steuerbarkeit zu legen. Profile mit Wölbklappen werden zur Tagesordnung gehören, dass das Modell um alle 3 Achsen gesteuert werden kann wird zur Selbstverständlichkeit. Dadurch, dass nur 1 Durchgang geflogen wurde, ist ein Vergleich mittels der Resultate nicht möglich. Zudem liegen die vergleichsweise grossen Unterschiede bei den Leistungen vermutlich nicht bei den Modellen, eher sind sie bei den Piloten zu suchen, waren doch die Anforderungen noch relativ neu.


Prüfung A, Dauerflug

Hier gilt es mit dem Modellsegler im Hang-resp. Thermikaufwind in Kombination mit geringstem $v_{\text{sinken}}$ auf die Idealzeit von 6 Minuten Flugzeit zu kommen ab Hochstart-schnur von nur 150 m Länge. Anschliessend ist in Berücksichtigung der laufenden Zeit eine Ziellandung auszuführen.


Prüfung B, Distanzflug

Bei dieser Prüfung wird der Pilot und das gegenüber Prüfung A unveränderte Modell geprüft, ob die Geschwindigkeit mit dem besten Gleitwinkel während 4 Minuten erfliegen werden kann. Es gilt hier bei jeder Wendung eine optimale Kurve ohne zusätzlichen Höhen-, Geschwindigkeits- und Distanzverlust zu fliegen.

Da die Messzeit nur 4 Minuten gegenüber der max. 8 Minuten zur Verfügung stehenden Flugzeit beträgt, kann der Pilot bei klugem taktischem Verhalten ab der 150 m Schnur noch Höhe zutanken um anschliessend sein Modell mit dem idealen Gleitwinkel über den Kurs zu bringen. Die dazu benötigte Geschwindigkeit, namentlich bei Hochleistungsprofilen, ist weit höher als allgemein angenommen wird und verlangt vom Piloten einiges an Konzentration und fliegerischem Können.


Prüfung C, Geschwindigkeitsflug

Vor allem aus Kreisen der südafrikanischen und der amerikanischen Modellflieger scheint eine grosse Abneigung gegen diesen Teil des Programms zu bestehen. Wir glauben dass der Grund dafür vor allem in der extremen Leichtbauweise dieser Modelle, welche immer noch zu sehr an den A2 Segelflug angelehnt ist, zu suchen sei. Wenn dazu in der Kehrtwende durch eine brutale Horizontalkurve versucht wird, das Modell möglichst schnell auf Gegenkurs zu bringen, sind Flügelbrüche unvermeidlich. Dadurch, dass innerhalb des Geschwindigkeitskurses eine 180° Kurve geflogen werden muss und das Modell unverändert aus den Prüfungen A und B (mit Ausnahme von Ballastzugaben) übernommen werden muss, verhindert man jedoch von vornherein reines Spezialistentum. Wir glauben nicht, dass es sinnvoll ist, auf der Geraden die absolute Höchstgeschwindigkeit des Modells zu erfliegen. Vielmehr soll sich der Pilot eine optimale Geschwindigkeit erarbeiten in der er in der Lage ist, eine zeitmässig schnelle Wende einzubauen in der Form eines Immelmanns, eines Abschwunges oder einer anderen Figur. Wir sind überzeugt, dass sich mit den uns heute zur Verfügung stehenden Modellen, Zeiten von 10 Sek., entsprechend 30 m/s resp. 108 Km/h, zu erreichen ohne Bruch zu machen.

Wie aus obigen Ausführungen hervorgeht, bietet dieser Wettbewerb eine sehr anspruchsvolle aber auch äusserst interessante Prüfung, bei der alle Daten messbar sind.



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