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Coupe d'Hiver

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Oder wie man auch im Sommer noch fliegen kann


Unsere Modellflugplätze werden in der auf uns zukommenden Zeit immer seltener, kleiner oder verschwinden ganz. Was läge also näher, als auch kleinere Flugmodelle zu bauen. Dies hat auch der im letzten Jahr zum ersten mal durchgeführte Wurfgleiter-Wettbewerb gezeigt.

Vor rund 20 Jahren entstand in Frankreich diese neue Modellflugklasse die sich in ganz Europa und der USA ausgebreitet hat. Der Grundgedanke war, endlich einmal Thermik und Absauser auszuschalten — nur die Leistung des Modells sollte ausschlaggebend sein über Sieg und Niederlage. Einerseits reduzierte man die Kraftquelle rigoros, andererseits sollte nur im (südlichen) Winter geflogen werden. Daher der Name «Coupe d'Hiver» d.h. Winterpokal.

Dass die Modellflieger auch zu dieser Jahreszeit aus ihren warmen Bastelstuben herausgeholt werden können, zeigte der von der MG Dübendorf zweimal durchgeführte Neujahrswettbewerb der 50er Jahre.



Baubestimmungen

Klasse CH — Coupe d'Hiver

Mindestgewicht: 80 g

Gummi geschmied: max. 10 g

Rumpfquerschnitt: min. 20 cm2

ist in einigen Ländern aufgehoben

Maximalzeit pro Flug: 120 sec


Vorteile

1. Das Modell ist klein und leicht, demzufolge ist die Bruchgefahr trotz der Leichtbauweise gering.
2. Das Modell ist ohne Schwierigkeiten zu fliegen, weil das Drehmoment klein ist.
3. Keine allzu grosse Fluggeländesorgen auch im Sommer, bei starkem Wind fliegt man ja nicht.
4. Weder der Bau noch der Antrieb kommt teuer zu stehen.
5. Kurze Bauzeit.


Tendenzen

Spannweite: 900—1100 mm
Flügelteufe: 100—120 mm
Flügelfläche: 9—12 dm2
Höhensteuerfläche: 2,5—3,5 dm2
Totalfläche: 11—13 dm2
Rumpflänge: 600—900 mm
Luftschaube: 2 Blatt, 370—420 mm Durchmesser, 400—600 Steigung.
Gummi: 6 Stränge 6/1 mm neuere Modelle verwenden sogar 8 Stränge
Totalgewicht: ca. 80—100 g (neue Formel 100 g).

Flügel und Höhensteuer werden in normaler Holm-Rippenbauweise und Papierbespannung gebaut.

Für den Rumpf ist ein 1 mm Balsarohr mit ca. 25—30 mm Durchmesser geeignet. Teilweise werden auch noch Stäbchen oder Kastenrumpfe gebaut. Um die 20 cm2 für den Rumpfquerschnitt zu erreichen, verwendet man mit Vorteil einen grossen Pylon. Die Schwierigkeiten beim Propellerbau werden meistens etwas überschätzt.



Coupe d'Hiver, MODELL von HANS MARTIN ST. PÖLTEN AUSTRIA 1966
Ges. Gewicht85 g
Spannweite900 mm
MOTOR6 STRANGE 6x1 mm
Luftschraube380 Ø 460 Stg.


Steigflug Rechts.
Gleitflug Eine weite Linkskurve.
Die Motorlaufzeit soll nicht mehr
als 30 Sek betragen



Vom Aero-Modeller sind folgende Baupläne für viereckige Rümpfe lieferbar:

Baron Knight II, Nr. D 894
Nikolina, Nr. D 873
Deuzio, Nr. D 1048

Vor allem aber ist das österreichische Rohrrumpfmodell «Nachtfalter» von Dipl.-Ing. Horst Wagner zu empfehlen. Dieser Bauplan, auf dem auch die Herstellung der Luftschaube ausführlich beschrieben ist, war im O. Schmolinske Verlag (Postcheckkonto Stuttgart 77788) erhältlich.

CH 71 von Johann Ployer ebenfalls ein Rohrrumpfmodell, Bauplan erschienen in der Zeitung Flug + modell-technik Folge 193 Februar 1972.

N. B. Baupläne und -zeichnungen, Gummi und gewusst wie, vermittelt gerne E. Rohrer Sonnenbergstr. 14, 8600 Dübendorf Tel. (01) 85 09 02.

Welche Modellfluggruppe organisiert im nächsten Jahr einen CH- und Wurfgleiter-Wettbewerb?

Übersicht über die Luftschauben, wie sie Erich Rohrer selbst anfertigt.




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