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Scale-Helikopter

von Anton Laube
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Ein Besuch in den heiligen Hallen im Südschwarzwald

JetCat ist der grösste Hersteller von Modellturbinen. In den Fabrikationsstätten in Ballrechten-Dottingen, nur 50 Kilometer nördlich von Basel entfernt, arbeitet das Ingenieurbüro CAT M. Zipperer GmbH mit rund 90 Angestellten nicht nur an Lösungen für den Laborbereich, sondern fertigt auch Modellturbinen an. JetCat-Turbinen werden für jede Modellklasse angeboten.

Das Ingenieurbüro CAT M. Zipperer GmbH entwickelt seit 1976 auf den Kunden zugeschnittene, individuelle Lösungen im Laborbereich. Die Produktpalette reicht von hochpräzisen Mikrodosierpumpen über Magnetrührer, Schüttelgeräte bis hin zu Dispergiergeräten, Cell Counters und Robotern für die Laborautomation. Ein komplett anderer Produktbereich, die Entwicklung und Herstellung von Modellflugturbinen für den Jet-Modellflug, kam im Jahre 1998 hinzu, und die Produktmarke «JetCat» war geboren.


In Drohnen im Einsatz

Die Faszination für den Jet-Modellflug ist seither ungebrochen. Heute werden diese Turbinen nicht nur im Modellflugsport eingesetzt, sondern auch für spannende Anforderungen in der Industrie verwendet, wie z. B. in Drohnen oder im stationären Einsatz in Universitäten oder Hochschulen. Die Belegschaft von rund 90 Mitarbeitern sichert die konsequente Bereitstellung von umfassenden Lösungen, die den individuellen Anforderungen der Privat- und Industriekunden gerecht werden. Aber auch die Lehrlingsausbildung wird bei JetCat grossgeschrieben. So wird zurzeit in den Bereichen Industriemechaniker, Elektroniker und im kaufmännischen Bereich zwölf jungen Leuten die Möglichkeit für ihre Ausbildung gegeben. Bei allen Produkten, Dienstleistungen und Services sowie in den Prozessen legt JetCat grossen Wert auf einen hohen Qualitätsstandard. Heute wird das Unternehmen von Dipl.-Ing. Markus Zipperer geführt und erfreut sich stetig wachsender Nachfrage in allen Sparten. Alle JetCat-Turbinen sind vollständig am 3D-CAD-System designt und verifiziert. Der eigene CNC-Maschinenpark erlaubt neben dem Werkzeugbau eine flexible Produktion von Fräs- und Drehteilen aller Art. Kunststoffteile werden auf den eigenen Kunststoffspritzmaschinen hergestellt. Das präzise Verschweissen von dünnwandigen Metallteilen (z. B. Brennkammern etc.) erfolgt werkintern auf den eigenen Laserschweissanlagen. Besonders stark machen JetCat «die kurzen Wege», die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsingenieuren und der Produktion. Neue Ideen und Kundenwünsche können auf diese Weise schnell umgesetzt und für die Praxis getestet werden. Alle Triebwerke werden vor Auslieferung einem Testlauf unterzogen. Hierzu verfügt JetCat über einen speziell eingerichteten Testraum, in welchem neben reinen Schubmessungen auch Wellentriebwerke auf Drehmoment und Leistung vermessen werden können. Die Rotorbaugruppen der Triebwerke werden auf Präzisionswuchtmaschinen dynamisch ausgewuchtet. Am Ende wird das komplette Triebwerk noch einmal im fertig montierten Zustand feinjustiert. Für diese Arbeiten steht ein Park von verschiedenen Auswuchtmaschinen zur Verfügung. Das Ingenieurbüro CAT M. Zipperer GmbH ist nach ISO-zertifiziert (DIN ISO 9001 und DIN ISO 13485).


Die Helikopterturbinen bei JetCat

Von Anfang an machte sich JetCat an die Entwicklung von Turbinen für Helikopter. Bereits ein Jahr nach der ersten Auslieferung von Strahltriebwerken kam 2001 mit der PHT3 die erste Helikopterturbine von JetCat auf den Markt. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch gewisse Turbinen aus dem schnell wachsenden Sortiment bei JetCat über die Firma Graupner vertrieben. Dies machte den Weg für den Vertrieb weltweit über ein grosses, bereits bestehendes Händlernetz möglich. In dieser Zeit war es nicht immer möglich, dem schnell wachsenden Markt, sei es in der Produktion oder im Service, gerecht zu werden. Aber die süddeutsche Qualität mochte das in dem nicht immer leichten Umfeld wettzumachen. Bei der PHT3 setzte man von Anfang an auf die Lösung Turbine mit Mechanik, sowie die Heruntersetzung der Drehzahl in der ersten und zweiten Stufe mittels Zahnriemen. Viele Skeptiker belächelten am Anfang diese Zahnriemen, aber die Zeit hat JetCat recht gegeben. Dieser Antrieb wird mit oben- oder untenliegender Turbine, mit verschiedenen Haupt- und Heckrotordrehzahlen angeboten. Die PHT3, ein nicht mehr in den Modellhelikoptern wegzudenkender Turbinenantrieb, wird heute zigtausendfach von Modellpiloten eingesetzt.


Für jeden Heli ein Triebwerk

Mit der PHT2 folge dann 2007 ein Turbinenantrieb für Modelle mit einem Rotordurchmesser von circa 1,6–1,7 Meter. Obwohl da vom Hersteller als obere Gewichtslimite immer das Abfluggewicht mit neun Kilogramm angegeben wird, werden diese Triebwerke leider häufig in schwereren Modellen eingesetzt. Leider wird dann dies von den Besitzern geleugnet und das Produkt zu Unrecht schlechtgemacht. Einzigartig ist auch bei diesem Antrieb der Starter-Generator zur Puffe­rung des Betriebsakkus. Auch bei der PHT2 sind verschiedene Haupt- und Heckrotordrehzahlen bei der Bestellung möglich.

Da aber mit der Zeit die Modelle in Grösse und Rotordurchmesser wuchsen, entwickelte JetCat bereits ab 2004 die Zweiwellenturbinen für Modellhelikopter. Mit der SPT5-H mit 6 Kilowatt Leistung oder der SPT10RX-H mit 9 Kilowatt Leistung deckt man so bei JetCat den Bereich ab 2,0 Metern Rotordurchmesser ab. Seit Kurzem werden die beiden Turbinentypen mit einem neuen Gehäuse im Bereich der Abgasauslässe ausgeliefert. Einige Änderungen haben hier zu deutlich tieferen Abgastemperaturen geführt, was sich auf das Laufverhalten sehr positiv auswirkt. 2012 folgte dann die SPT15-RX-H. Diese Zweiwellenturbine, welche in grossen und schweren Modellen eingesetzt wird, hat eine Leistung von 15 Kilowatt.

Ein Sortiment von verschiedenen Mechaniken für die Zweiwellenturbinen rundet das Angebot ab. Dabei kann der Kunde unter diversen Möglichkeiten seine dem Modell bestens passende Mechanik auszusuchen. Diverse Haupt- und Heckrotordrehzahlen sind auch hier möglich, um sie dem jeweiligen Modell perfekt anzupassen.


Service und Dienstleistungen

Grosser Wert wird bei JetCat auch auf den Service gelegt, sei dies eine Kontrolle nach einem Absturz, ein Software-Update oder die periodische Wartung. Normalerweise verlässt eine Turbine nach einem Service das Werk innert etwa drei Wochen. Leider kann es bei grossen Aufkommen von Arbeiten vorkommen, dass diese Zeit länger wird. Was aber der Servicestelle des Turbinenherstellers immer auch viel Aufwand bereitet, ist, dass Kunden ihre Turbine einsenden, ohne in nur einem Wort zu erwähnen, was von der Servicestelle gemacht werden muss. Auch schon vorgekommen sein soll, dass jegliche Informationen und Besitzer gefehlt haben. Ein Software-Update kann aber in Kürze vom Triebwerkbesitzer selber vorgenommen werden. Alle Software-Erweiterungen werden dann auf der Firmenhomepage heruntergeladen werden können. Ausführliche und leicht verständliche Anleitungen erleichtern diese Arbeiten und sind auch für nicht geübte EDV-User ohne Weiteres möglich. [www.jetcat.de](http://www.jetcat.de) info@cat-ing.de Facebook: JetCat


Scale-Helikopter-Schweizer-Meisterschaften

Verschiedene Verantwortliche für die Heli-Scale-Kategorien haben vieles in den vergangenen Jahren ausprobiert, leider aber nur mit mässigem Erfolg. Im aktuellen Jahr will man von Seiten der FAKO nochmals intensiv am Ziel «mehr Teilnehmer» arbeiten. Leider hat der Heli Scale Contest anlässlich der WM 2018 in Meiringen nicht den gewünschten Aufschwung für die Scale-Schweizer-Meisterschaft gebracht, die Kategorie «Helikopter» weltmeisterlich zu machen. So wie es zurzeit aussieht, wird ein zweiter Heli Scale Contest anlässlich der WM 2020 in Norwegen auch nicht durchgeführt. Somit rückt eine Weltmeisterschaft für Scale-Helikopter wiederum in weite Ferne.

In den letzten Jahren war es schwierig, genügend Teilnehmer zu motivieren, damit eine Schweizer-Meisterschaft reglementskonform durchgeführt werden konnte. Um einen Schweizer-Meister-Titel zu vergeben, müssen im Minimum fünf Teilnehmer je Kategorie (Heli Scale und Heli Semiscale) teilnehmen. Mit einem speziellen Einsteigeranlass möchten die Verantwortlichen neue Piloten zur Teilnahme animieren. In diesen beiden Klassen kann gestartet werden:


Kategorie Heli Semiscale

Die Baubewertung dieser Kategorie wird durch die Punktrichter am Modell anhand von mindestens einem Foto des Vorbildes vorgenommen. Somit ist es auch schon möglich, mit einfachen Modellen teilzunehmen, weil Haupt- und Heckrotor nicht in die Bewertung fallen. Das Gewicht darf 29 Kilogramm nicht überschreiten. Bei der Flugbewertung sind die Pflicht- und Wahlfiguren die gleichen wie in der Kategorie Heli Scale. Die Bewertung ist im Verhältnis 1/5 Bau zu 4/5 Flug.


Kategorie Heli Scale

In dieser Kategorie braucht es eine ausführlichere Baudokumentation. Die Baubewertung umfasst die folgenden Punkte: Vorbildtreue, Farbgebung, Kennzeichen, Markierungen, Oberflächenstruktur und Wirklichkeitstreue, Bauausführung mit Haupt- und Heck-Rotorsystem, Vorbildtreue in den Einzelheiten. Das Haupt- und Heckrotorsystem wird wegen der technischen Anforderungen und der Sicherheitsaspekte nur bezüglich Anzahl Rotorblätter und Drehrichtung des Rotorsystems bewertet. Die Flugbewertung besteht aus Pflicht- und Wahlfiguren. Die Bewertung ist im Verhältnis 1/2 Bau, 1/2 Flug.


In der Absicht, möglichst viele neue Piloten für die Heli-Scale-Meisterschaft zu finden und zu begeistern, findet am 21. März 2020 in Interlaken dazu ein Infotag statt. Das Ziel dabei wird sein, interessierten Piloten die Zurückhaltung vor dieser Wettbewerbssparte zu nehmen. Aufgezeigt werden im morgendlichen Theorieteil, wie man aus einem Scale-Modell mit relativ geringem Aufwand ein Einsteigermodell für die Scale-Szene macht, wie die Baudokumentation erstellt wird für eine erfolgreiche Baubewertung oder wie kleine spezielle Details zu mehr Punkten führen können. Am Nachmittag wird aufgezeigt, wie das Modell im Wettbewerbseinsatz erfolgreich zu fliegen ist, um auch viele Punkte zu erhalten. Ebenfalls soll hier auch das Fliegen der Teilnehmer unter Wettbewerbsbedingungen trainiert werden. Der Part des Fliegens ist natürlich wetterabhängig.

Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Heli-Piloten (Scale oder Semi Scale), welche noch keine Meisterschaftserfahrung haben, es aber gerne mal versuchen wollen. Hoffen wir, dass sich möglichst viele Modellpiloten zur Teilnahme melden, damit an den Scale-Schweizer-Meisterschaften vom 29. und 30. August 2020 in Interlaken zum ersten Mal seit Jahren wieder ein grosses Teilnehmerfeld zu sehen ist. ■

Anton Laube



Heli-Termine 2020
14. und 15. MärzROTOR live – Baden-Baden D
21. MärzTraining Scale-Heli – Interlaken CH
11. AprilFrühjahrs-Heli-Treffen – Leuggern CH
1. bis 3. MaiCoupe Vario 2020 – Argelès-sur-Mer F
9. Mai10. FFFF Treffen – Dorf CH
16. Mai2. Scale- und Semiscale-Heli-Treffen – Landquart CH
21. MaiVario Event 2020 – Gräfendorf D
23. Mai17. Dreiländereck-Heli-Treffen – Bregenz A
23. und 24. MaiHeliWorld – Hammelburg D
23. und 24. MaiSymposium Heli-Divonne – Divonne F
30. und 31. MaiENGHIEN HeliDays – Petit-Enghien B
6. und 7. JuniLama & Alouette II-Treffen – Wieslet D
22. und 23. Juni3. Heli Day FIAM Vario Italia – Siena I
1. und 2. August17. Loorholz-Flugtage – Leuggern CH
22. und 23. AugustRaduno Elicotteri – Stabio CH
28. bis 30. AugustHochsteiermark-Airfest, – Lanzen-Turnau A
29. und 30. AugustSchweizer-Meisterschaft Scale – Interlaken CH
11. bis 13. SeptemberJet-Power Event – Donauwörth D
26. SeptemberScale-Heli-Treffen – Leuggern CH

Heli-Ferien
27. Juni bis 4. JuliHeli-Ferien mit swiss-scale-helikopter.ch – Samnaun CH
22. bis 29. AugustHeli-Ferien mit swiss-scale-helikopter.ch – Samnaun CH

Weitere Infos:


Dem Scale-Helikopter verschrieben – Anton Laube

Mein Name ist Anton Laube, ich bin 58 Jahre alt und wohne in Kappel SO. Begonnen hat der Heli-Modellbau bei mir anfangs 1977 mit einer Varioprop 12S und einer Bell 47G von Graupner. Nach unzähligen Abstürzen und Reparaturen an der Bell (der längste Flug war sicherlich unter 10 Sekunden), stellte ich Ende der 70er-Jahre alles auf den Dachboden, um mich der mantragenden Fliegerei zu widmen. Ende der Achtzigerjahre musste ich diese aber leider aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und hatte plötzlich, trotz Familie, wieder viel Zeit für ein Hobby.

Ja, da war ja noch der Bell 47G auf dem Dachboden, aber mit dem wieder anzufangen, nein, der war zwischenzeitlich samt Steuerung ausser Mode geraten. (Habe aber beides noch.) Zu jener Zeit gab es bereits die ersten Modellhelikopter-Flugschulen. Nach fünf Schulstunden auf einer Futura, das Mass der Dinge zu der Zeit, konnte ich schweben. Mit einem Kyosho Concept 30SE und einer Multiplex 2020 wurden die Schwebeflugübungen, ein wenig Rundflug, step by step, selber weiter angeeignet. Es folgten Modelle wie Futura SE, Hirobo Freya und SDX, TREX 700, Vibe 50 und viele mehr.

2001 baute ich mir den ersten Turbinenhelikopter, eine BK117 von Robbe mit einer JetCat PHT3. Von da an war ich vom Scale-Virus befallen. Einige turbinenbetriebene Modelle, Lama, Super Puma und Bell 429, aber auch Elektromodelle wie eine Agusta A109, einen Gaui X5 und einen LOGO 600 fliege ich zurzeit.

Ja, du hast richtig gelesen, immer nur RC-Helikopter; nein, nie RC-Flächenflieger, konnte ich mich nie anfreunden, oder die nicht mit mir (habe es aber einmal versucht).

Mitte der Neunzigerjahre gründete ich das Modellbaugeschäft A. L. K. Modellbau & Technik GmbH, welches auf Modellhelikopter spezialisiert ist. Bis Ende 2006 betrieb ich es nebenberuflich, aber der Heli-Boom liess mich auf Anfang 2007 den Schritt in die Selbstständigkeit machen. In den Jahren 2015 und 2018 habe ich einen Grossteil meiner Firma verkauft.

Heute betreibe ich swiss-scale-helikopter.ch, welche auf Grosshelikopter, Heli-Ferien und Zubehör spezialisiert ist. Daneben organisiere ich die loorholz-events.ch in Leuggern /AG und bin Präsident der MG Swipair.

Seit 2015 habe ich regelmässig in der Schweizer Zeitschrift «Helico», ab 2017 «Helico-Sky-heli», Berichte über Veranstaltungen, Bauberichte oder Szenen-News der Modellhelikopter geschrieben. Auf Ende 2019 habe ich diese Mitarbeit zugunsten des Modellflugsports gekündigt. Die Überzeugung, dass meine Arbeit über Modellhelikopter hier im «Modellflugsport» besser gebraucht werden kann und auch mehr Interessierte anspricht, hat mich zu diesem Schritt bewegt.

Aber gute Berichte sind immer auch abhängig von den Informationen, die dem Schreibenden zugetragen werden. Darum hier mein Aufruf:

  • Du hast einen aussergewöhnlichen Modellhelikopter, den du den Lesern des «Modellflugsport» näherbringen möchtest, möchtest aber nicht selber schreiben.
  • Dein Verein veranstaltet ein Treffen oder einen Flugtag mit vielen Modellhelikoptern, aber niemand schreibt einen Bericht.
  • Du hast ein Heli-Anliegen, welches einen Bericht wert wäre, aber wer bringt es zu Papier?
  • Du weisst von etwas Neuem in der Heli-Szene, weisst aber nicht, wie darüber schreiben.

Melde dich doch bei mir, gerne übernehme ich für dich diese Arbeit. Nur gemeinsam schaffen wir es, unser schönes Hobby Interessierten näherzubringen oder neue zu finden. Schon heute freue ich mich auf viele tolle Rückmeldungen, Begegnungen und Veranstaltungen mit dir. ■

Anton Laube




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