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Lärmbekämpfung im Modellflug

von H. St.
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Schön wär's. Heutzutage erzeugen dieselben jedoch ein eher penetrantes Plärren, welches erfahrungsgemäss die betroffenen Flugfeldanwohner langsam aber sicher zu restriktiven Gegenmassnahmen reizt.


Leise flüstern die Motoren . . .

Man darf nämlich auch als überzeugter Modellflieger anerkennen, dass für einen Ausenstehenden der heute übliche Lärm der Modellmotoren in keinem Verhältnis zur persönlichen Befriedigung des Modellpiloten stehen kann. Was sieht denn jener anderes als ewig sich gleichende Flugmodelle dauernd mehr oder weniger gelungene Flugfiguren durchfliegen oder, anders ausgedrückt, am Himmel herumfetzen. Der Motormodellflug hat heute leider optisch den Charakter einer Spielerei erhalten, nicht zuletzt dank der immer zuverlässigeren Steuerungsanlagen und dem grossen Angebot an vorgearbeiteten Modellen, welche vor allem dem Anfänger manche Rückschläge ersparen.

Parallel zur Leistung der Modellmotoren hat sich nun auch deren Geräuschpegel entwickelt, wodurch eine wachsende Gegnerschaft der Modellfliegerei mobilisiert wird. Es ist aber witzlos, diesen Zustand als gegeben zu erachten und aus der Defensive auf irgend ein Wunder zu warten, dass z. B. ein Motorenhersteller plötzlich von sich aus einen superleisen Motor anbietet. Wieso soll er auch, wenn man sich in der Zwischenzeit frischfröhlich die immer stärkeren und lauter Motoren anschafft? Der Modellbauhändler seinerseits verkauft Ihnen später einmal genau so gerne nur noch Segelmodelle (dann zu leicht erhöhten Preisen), sollte der Motormodellbetrieb bis dann gänzlich verboten worden sein.

Demzufolge sei die geneigte Modellbauerschaft angesprochen, einen entsprechenden Einfluss auf die Industrie auszuüben, wozu sich allerdings die allgemeine Stimmung etwas ändern müsste. Man sollte mehr Ehrgeiz dafür entwickeln, mit dem leisesten Modell anzutreten, als mit endlosen Vertikalfügen imponieren zu wollen. (Wem eigentlich?)

Natürlich sind in dieser Hinsicht die engagierten Wettbewerbspiloten nicht zu beneiden, die nicht nur zum Ausgleich pilotischer Mängel einen Leistungsüberschuss benötigen und ausserdem häufig trainieren müssen. Hier multipliziert sich übermässiger Lärm mit einer hohen Anzahl von Flügen, was zu einer im allgemeinen wenig geschätzten Belastung führt.


Einfacher geht es nicht

Um mit einem konstruktiven Beitrag zur Lärmbekämpfung aufzuwarten, sei ein Zusatzschalldämpfer beschrieben, der mit minimalem Aufwand wenigstens das Auspuffgeräusch eliminiert und nur geringsten Leistungsabfall bewirkt. Dieser Zusatzdämpfer besteht im Prinzip aus einem schlanken Aluminiumbüchli (2) von rund 50 cm3 Inhalt mit Schraubdeckel, welcher den Eintrittstutzen (1) trägt. Die Gase verlassen den Dämpfer durch 4–7 kurze Röhrchen (3), wobei deren Anzahl von der Motorgrösse und der gewünschten Dämpfung abhängt. Die Skizze veranschaulicht den Aufbau des Dämpfers.

Das Geheimnis liegt hier nun in der schallabsorbierenden Auskleidung aus einem völlig wärmebeständigen und sich selbst stützenden Material, das gegenüber Treibstoff und Lösungsmitteln resistent ist. Durch diese Auskleidung, die notfalls leicht zu ersetzen ist, wird das Innere zum schalltoten Raum und das Auspuffgeräusch verschluckt, ohne dass dem Gasstrom ein zusätzlicher Widerstand erwächst.

Messungen an Modellen in einer Distanz von 4 m im Freien ergaben Reduktionen des Lärmpegels von 10 bis 17 dB (A) (kein Druckfehler!) bei kaum feststellbarem Drehzahlabfall; bei den meisten Motoren zwischen 6 und 10 cm3 betrug die Dämpfung gegenüber dem Originalschalldämpfer allein rund 12 dB (A). Man erinnere sich, dass eine Reduktion um 3 dB etwa der Halbierung des Schalldrucks entspricht. Anders ausgedrückt verursachen vier so gedämpfte Modelle bei gleichzeitigem Betrieb gerade soviel Lärm wie ein einzelnes nur mit Originalschalldämpfer versehenes.

Nimmt man bewusst einen gewissen Leistungsabfall in Kauf und verwendet längere Austrittsröhrchen in geringerer Anzahl, so wird der Betrieb fast unglaublich ruhig. Zwei solche Modelle, ausgerüstet mit einem 6 cm3- resp. einem 10 cm3-Motor erzeugen beispielsweise bei 10 000 Touren/min in 4 m Distanz noch ganze 75 d (B) A, was dem Geräuschpegel eines gut besetzten Restaurants entspricht.

Die Montage des Dämpfers erfolgt am einfachsten mittels eines kurzen Gummischlauches und kleinen Briden unmittelbar hinter dem Originaldämpfer. Er bleibt übrigens praktisch kalt und kann deshalb auch in den Rumpf eingebaut werden.

Achtung: Im Sinne einer Aktion ist vorgesehen, das für den beschriebenen Dämpfer benötigte Material, nämlich Büchse, Auskleidungsmaterial, Röhrli und eine Portion Durmetall-Kaltschweisskleber über die Fachgeschäfte zu einem günstigen Preis zu vertreiben. Indem sich das Lärmproblem auf einigen Flugfeldern bedrohlich zuspitzt, empfiehlt sich ein Versuch damit bei den betroffenen Modellbauern dringend. H. St.




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