Sport

Die F3K-Weltmeisterschaft in Rumänien

von Cedric Duss
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Beni Reusser und Cedric Duss hatten die Ehre, die Schweiz an der F3K-Weltmeisterschaft 2023 in Rumänien zu vertreten.



Ausgerüstet mit je vier Yoda und einem Snipe2 von Vladimir's Model, begannen wir die Reise nach Rumänien. Als Reisemittel entschieden wir uns für das Flugzeug. Die Reise war problemlos und so konnten wir den Mittwoch vor Ort mit Einkaufen und Einrichten verbringen. Es war sogar noch genügend Zeit, um den hoteleigenen Pool zu nutzen. Unser Flugfeld lag mitten auf dem lokalen Flugplatz. Daher waren erste Testflüge erst ab 16.00 Uhr möglich. Das Feld versprach mit seinen unterschiedlichen Begebenheiten eine spannende WM. Vor der WM wurde ein Vorwettbewerb durchgeführt, welchen wir nutzten, um erste Erfahrungen auf dem Fluggelände zu sammeln, und der auch eine Hauptprobe für den Organisator war.


So begannen wir am Donnerstagmorgen mit einem kurzen Briefing und danach direkt mit dem Vorwettbewerb. Dieser wird zwei Tage dauern. 12 Runden sind mit 69 Piloten in 5 Gruppen geplant. Es werden bis zu 14 Modelle auf einmal in der Luft sein.

Das Wetter war heiss und fast ohne Wind. Die Thermik hatte kein klares Zentrum. Dadurch entstanden viele Zusammenstösse. Wir versuchten, uns fernzuhalten, jedoch erwischte es mich mit meinem Yoda. Beide haben den Kollisionskurs festgestellt und dieselbe Ausweichstrategie gehabt, so tauschen wir trotzdem die Nasenleisten in der Luft aus. Zum Glück konnten wir beide den Flug mit je einem 1000er beenden.

Da ich nur die WM-Modelle habe, musste ich dieses wieder reparieren. Dazu durfte ich Rob's Workshop nutzen. Denn unsere deutschen Nachbarn, mit Robert, haben ein eigenes Zelt namens «Rob's Workshop» für Reparaturen eingerichtet. Bestens ausgestattet, er hatte einfach alles dabei! So konnte ich mein Modell schnell wieder einsatzbereit machen. Rob stand die ganze WM für jegliche Reparaturen aller WM-Modelle der Junioren zur Verfügung! An dieser Stelle ein grosses Lob an Rob für seinen Einsatz!


Nach zwei harten Tagen konnte Henri Sander aus Deutschland mit 10997,5 Punkten von maximal 11000 den Vorwettbewerb für sich entscheiden. Ich war ihm jedoch dicht auf den Fersen und konnte mir mit 1,9 Punkten Rückstand den zweiten Platz sichern. Beni beendete seinen ersten Vorwettbewerb auf dem 50. Platz.

Nun rückt die WM näher. Am Samstag stand für uns um 12.00 Uhr das Modell-Processing an. Davor gönnten wir uns noch schnell eine Abkühlung im Pool. Anschliessend sind wir auf den Platz gefahren und haben das Processing sowie die Anmeldung hinter uns gebracht. Am Abend wurde die WM dann offiziell im kleinen Rahmen auf dem Platz eröffnet. Es haben 22 Nationen mit 61 Seniorpiloten, davon zwei Damen, und 15 Junioren den Weg nach Brasov auf sich genommen.


Bevor ich an das TM-Meeting musste, haben wir noch ein Teamfoto mit unseren Teamshirts gemacht.

Beim Abendessen analysierten wir den Vorwettbewerb nochmals und machten uns letzte Gedanken zur WM. Es sind 18 Vorrunden geplant, verteilt über 4,5 Tage, somit haben wir maximal vier Durchgänge pro Tag. Ziel ist, in den Top 14 zu stehen und somit am Fly-off teilnehmen zu können.

Um dies zu erreichen, ist eine konstante gute Leistung gefordert. Auch die Wettervorhersagen sind typisch für eine WM. Die ersten beiden Tage waren, wie am Vorwettbewerb, heiss, mit wenig Wind. Am berüchtigten dritten Tag sollte jedoch dann der Wind ankommen. Der Rest ist noch sehr unsicher und unbeständig.

Dies bedeutet für uns, an den ersten beiden Tagen keine grossen Fehler zu verbuchen, denn die WM beginnt erst am dritten Tag so richtig. Viele sind sich dessen nicht bewusst und fliegen bereits vom ersten Tag an am Limit, so macht sich ab dem dritten Tag langsam die fehlende Konzentration und Konstanz bemerkbar. Ich selbst versuche daher, die Vorrunde etwas zurückhaltender anzugehen und wirklich nur wenn nötig ein Risiko einzugehen. Lieber einmal ein Flug einige Sekunden zu kurz, als mit der vollen Zeit nicht mehr zurück ins Feld zu kommen. Nun aber genug Theorie, schauen wir, was die WM mit sich bringt.


Am Sonntag konnten wir pünktlich um 9.00 Uhr mit der WM starten, die Bedingungen waren sehr wechselhaft. Sie haben sich von Gruppe zu Gruppe komplett geändert. Für uns verlief der Start in die WM gut. Etwas Unruhe kam bei den anderen Nationen auf, als der Wettbewerbsleiter alle CX5-Pro-Piloten darüber informierte, dass der Nasenradius nicht dem Reglement entspreche. Dies wurde beim Modell-Processing nicht überall korrekt gemessen. Somit mussten alle CX5-Pro-Piloten ihren Nasen anpassen.



Tag 2 der WM war nicht gross anders als der erste. Für mich verlief dieser fehlerfrei. Beni musste einige Punkte liegen lassen. Die WM ist aber ja noch lange nicht zu Ende. Also konstant weiterfliegen!

Nun ist auch schon der dritte Tag da, jetzt gilt es, die Konzentration nicht zu verlieren. Wie ich bereits gesagt habe, beginnt die WM in der Regel erst jetzt so richtig. Gemäss Wettervorhersage sollte um den Mittag Wind aufkommen. Böen mit über 40 km/h wurden gemeldet. In der ersten Gruppe am Morgen war ich bereits an der Reihe. Wenige Minuten vor dem Durchgang frischte der Wind stark auf. Die Aufgabe wurde dadurch deutlich anspruchsvoller und ich musste einige Punkte abgeben. Auch Beni hatte, wie auch ich, zu kämpfen und musste einige Punkte hergeben.

Schon fast geschafft, der vierte Tag steht bevor. Leider wurde es ein nasser Tag. Der Vorabend war bereits geprägt von Gewittern und heftigen Regenfällen. Ein Blitzeinschlag in der Nähe hatte uns den Strom abgestellt, somit blieb auch die Küche kalt. Zum Glück hatten wir uns bereits verpflegt.



Der Blick am Morgen aus dem Fenster war mehr ein Blick ins Nichts. Es herrschte dichter Nebel und die Sichtweite betrug maximal fünf Meter. Wir haben uns deshalb etwas später auf den Weg zum Platz gemacht. Ich habe sehr schlecht geschlafen und fühlte mich nicht fit. Mit dem Leiden war ich nicht allein, weitere Teilnehmer haben über Beschwerden geklagt.

Bis um 13.00 war keine Besserung da. So verbrachten wir die Hälfte des vierten Tages im Zelt.

Um 13.30 Uhr ging es dann endlich weiter. Für mich verlief der halbe Tag ohne grössere Verluste. Bei Beni hat man die Nerven langsam gespürt und er ist in der Rangliste leider etwas zurückgefallen.


Für morgen stehen noch die letzten zwei Vorrunden an. Um meinen Fly-off-Platz halten zu können, analysierte ich die Rangliste erneut. Mein Streicher ist so hoch, dass ich diesen schlimmstenfalls in die Wertung nehmen kann, ohne aus dem Fly-off zu fallen. So konnte ich die letzten zwei Runden fokussiert, aber ohne Druck angehen. Ob ich als Erster oder Letzter ins Fly-off komme, ist irrelevant. Die sechs Fly-off-Runden sind dann entscheidend. So stand ich nach 17 Vorrunden auf Platz 2 und durfte das Fly-off fliegen.

Für Beni war seine erste WM nach 17 Runden auf dem 35. Platz zu Ende. Diese Rangierung ist eine beachtliche Leistung. Eine WM mit 4,5 Tagen und allen möglichen Wetterlagen ist nicht zu unterschätzen, körperlich wie auch mental. Somit war es eine grossartige Leistung von Beni! Es blieb uns nicht viel Zeit und wir begannen mit dem Fly-off. Die sechs Fly-off-Tasks wurden ausgelost und versprachen ein spannendes Fly-off, besonders mit dem sehr instabilen und schnell wechselnden Wetter. Die ersten fünf Runden waren überraschend gut. Obschon nach zwei Runden eine Regenfront über uns hinwegzog. Der Wind sorgte auch immer wieder für Überraschung und beginnt aus dem Nichts, deutlich stärker zu werden.



Nach fünf Runden stand ich auf dem 6. Platz. Dies ist nicht weiter überraschend, da ich total 4,3 Sekunde abgegeben hatte. Doch es wussten alle, dass die letzte Runde mit Poker die ganze Rangliste nochmals komplett durchmischen kann. Das Wetter war nicht stabil genug, um ein sogenanntes «All-in» sicher durchzufliegen. Sprich, ganze 15 Minuten in der Luft zu sein. So sah ich meine Chance mit der defensiven Taktik: die drei frei wählbaren Zeiten so hoch anzusagen, dass ich diese einigermaßen sicher erfüllen konnte. In meinem Fall waren das 4 Minuten, 4 Minuten und 3 Minuten 18 Sekunden. Auch wenn ich so nur auf 11 Minuten und 18 Sekunden komme, bin ich sehr zufrieden. Denn ich glaubte nicht daran, dass jemand die 15 Minuten füllt. Jedoch wurde ich eines Besseren belehrt. Sechs Piloten haben das «All-in» riskiert, und tatsächlich schaffte es Anthony Rotteleur aus Frankreich. Mit diesem unglaublichen Flug hat er sich den Weltmeistertitel mehr als verdient.

Mein Plan ging sehr gut auf, denn alle anderen Piloten vor mir hatten zu viel riskiert und sich so aus dem Rennen genommen. So hat sich meine Entscheidung, defensiv zu fliegen, ausbezahlt und ich konnte das Fly-off mit dem zweiten Platz verlassen. Der dritte Platz ging an Eitan Rotbart aus Kanada.


Am Abend fand die Siegerehrung auf dem Vorplatz des Hangars statt. Zum Glück hatte der Regen erst ganz am Schluss der Siegerehrung eingesetzt. Das Bankett fand im Anschluss statt. Dieses wurde leider nicht so toll organisiert. Wenig Platz im Hangar und das Essen kam stark verzögert in kleinen Mengen.

Trotzdem war es ein schöner Abschluss dieser WM!

Den Freitag haben wir genutzt, um uns zu erholen, das Material sauber und sicher zu verpacken. Am Abend sind wir nach Brasov gefahren, um in der Stadt essen zu gehen. Am Samstag stand die Rückreise an. So sind wir wieder in den Flieger gestiegen und zurück nach Zürich geflogen. Dort wurden wir von Stefan Fluck herzlich empfangen. Vielen Dank für deinen Shuttle-Dienst, Stefan! Somit war das Abenteuer Weltmeisterschaft für uns beendet. Noch eine amüsante Feststellung zur WM. Die Zahl 2 hat mich sehr eng begleitet. 2. Platz am Vorwettbewerb, 2. Platz in der Vorrunde, 2. Platz im Fly-off, und all das mit der Pilotennummer 2.


An dieser Stelle möchte ich mich noch bei allen Beteiligten für die Unterstützung bedanken. Besonders Beni Reusser, Ryan Höllein und Klaus Schlömmer für die Unterstützung auf dem Feld.

Dem SMV für die organisatorische Unterstützung, aber auch meinem Arbeitgeber, dem Armeelogistikcenter Thun, für die flexible Ferienplanung und Unterstützung. Natürlich auch allen weiteren Sponsoren wie Vladimir's Model, KST Digital Technology und Der Himmlische Höllein.

Ohne euch alle wäre ein solches Vorhaben nie möglich! Herzlichen Dank!

Izabella Krawczyk aus Polen hat für uns die WM mit genialen Bildern festgehalten. Einige davon möchten wir euch nicht vorenthalten und dürfen euch diese hier präsentieren! Vielen Dank, Iza!

Wir freuen uns schon auf die WM 2025 in Berlin, Deutschland. Wer teilnehmen darf, wird die nächste Saison zeigen. Wir sind gespannt!

Somit verabschieden wir uns in die Winterpause. Bis bald!




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