Sport

Herbstliches Gespräch

Ein Rückblick und Dialog mit Ruedi Schaub über F3B-Organisation und Entwicklung

von Emil Giezendanner
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Ganz herzlichen Dank und Gratulation, lieber Ruedi Schaub
Unzählige F3B-Segelflugwettbewerbe hast du organisiert; denn seit 50 Jahren hat dich die FAI-Klasse «F3B-Segelflug» in Besitz genommen. Unser schweizerische Modellflugverband mit seinen RC-Segelflugsportlern hat dir viel zu verdanken.


Verantwortung übernommen

Viel zu wenig wird darüber nachgedacht oder diskutiert, welch grosse Verantwortung ein Wettbewerbsorganisateur auf sich zu nehmen hat. Im Gespräch mit Ruedi Schaub war das kein Thema – aber zu spüren. Jeder Wettbewerb benötigt ein hohes Mass an Vorbereitung. Wenig Zeit, über Gutes zu reden. Das Meiste läuft bei Ruedi im Kopf ab, unspektakulär eben.
Das beginnt beim Aufsuchen geeigneter Wettbewerbsgelände inklusive Einrichten der ganzen Infrastruktur. Ganz besonders für FAI-Weltcup-Anlässe nimmt der Aufwand zu. Das alles hängt nicht an der grossen Glocke, kann aber schlaflose Nächte bereiten. Ruedi lebt mit Haut und Haar in seinen Organisationen. Auch die Durchführung selbst verlangt ein kompromissloses Zupacken, was nur dank Unterstützung seiner Freunde gelingen kann. Fast eine Selbstverständlichkeit, könnte man meinen. Das ist aber nicht so.


Grosser Leistungsnachweis

Seit 2002 organisierte Ruedi zusammen mit seinen Helfern sämtliche F3B-Schweizer-Meisterschaften. Zudem beteiligt er sich an F3J-Wettbewerben und Nationalmannschaftsausscheidungen. Ein Grossteil des dafür benötigten technischen Materials ist bei ihm eingelagert und wird mit seinem Tesla transportiert. Die von ihm geplanten und geleiteten F3B-Weltmeisterschaften auf dem Flugplatz Emmen (2007) haben ihm weit über die F3B-Szene hinaus grosse Anerkennung gebracht.



Ein leises Bedauern nach 50 Jahren F3B

Ruedi erzählt anhand verschiedener Beispiele vom Rückgang der Teilnehmer und damit auch der Anzahl Wettbewerbe. Der Oktoberfest-Pokal in München habe drei Tage gedauert und bis zu 130 Konkurrenten angelockt. Die begrenzte Teilnehmerzahl habe dazu geführt, dass das Kontingent innerhalb von zwei bis drei Minuten auf der Anmeldeplattform ausgebucht war. Während sich früher die Konkurrenten über die Regional- und Interregionalmeisterschaften für die Schweizer Meisterschaft qualifizieren mussten, ist heute jedermann erwünscht. Viele schöne Wettbewerbe seien verschwunden.



Auch beim Nachwuchs ortet Ruedi Probleme. Was, wenn der Weltspitzenmann Andreas Böhlen seine Karriere beendet? Auch weitere NM-Mitglieder werden irgendwann die aufwendige Wettbewerbsfliegerei stoppen oder reduzieren. Die von der FAI 1973 neu ins Leben gerufene erste RC-Segelflugklasse war ein grosser Erfolg. Heute existieren neben F3B drei weitere Weltmeisterschaftsklassen für ferngesteuerte Segelmodelle. Zusätzlich ist die noch junge Elektroflugkategorie F5J eine willkommene Ergänzung. Einige sind komplett umgestiegen.



Das Feuer brennt weiter

Nach wie vor organisiert Ruedi seine Wettbewerbe. Besonders bemerkenswert dabei ist, er fliegt oft auch selber mit. Was dabei von aussen locker wirken mag, leichter fallen ihm die immer aufwendigeren Anlässe bestimmt nicht. Selbst wenn gewisse ältere Herren F3B-Modelle mit einem Motor ausrüsten, die Aufgaben mögen sich zwar verändern, der Aufwand wird bleiben. Auf meine Frage, wie lange er sich weiterhin in den Dienst der spannenden Wettbewerbsfliegerei stellen will, meint er spontan, solange ihm dies seine Gesundheit erlauben würde. Nicht nur die Wettbewerbspiloten wünschen ihm dazu viele schöne fliegerische und kameradschaftliche Erlebnisse und danken.

Emil Giezendanner, diverse Fotografen



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