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1. August-Plauschfliegen

von Urs Ribi
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Wir Mörsburger konnten uns nie von ganzem Herzen für die bestehenden RC Segelflugreglemente einsetzen, da wir immer das Gefühl hatten, dass der Zufall etwas zu stark mitspielte. Deshalb suchten wir eine Wettbewerbsform zu finden, die Zufälle und Ungerechtigkeiten ausschliesst. Folgende Grundlagen wollten wir aus den bestehenden Reglementen übernehmen:


- Die Aufgabe darf nicht nach einem spezifisch für diesen Wettbewerb gebauten Modell rufen.
- Der Wettbewerb sollte den Trend des RC Segelfluges nach Leistungsverbesserung in Richtung des bemannten Segelfluges fördern. Das heisst: Gleitwinkel und grosser Geschwindigkeitsbereich sollten ausschlaggebend sein.


Was wir zu verbessern suchten:

- Die meteorologischen Voraussetzungen dürfen keinen Piloten bevorzugen, aber auch keinen benachteiligen.
- Das fliegerische und taktische Können des Piloten muss ausschlaggebend sein.


– Der Wettbewerb muss für die Teilnehmer und Zuschauer interessant und spannend sein und die Modellflieger dazu animieren, sich vermehrt für den Leistungsflug einzusetzen und damit den Leistungsstandard der Segelflieger zu heben.


Die gefundene Lösung:

Als Aufgabe drängte sich ein Distanzflug auf. Damit nun aber nicht nur der Gleitwinkel des Modells bewertet wird, sondern auch die Fähigkeit des Piloten zum Beurteilen und Ausnützen der Wettersituation und das kluge Einteilen des Fluges honoriert werden sollte, haben wir die Distanz auf 1200 m begrenzt. Somit entsteht bei guten Verhältnissen ein Rennen. Als Austragungsmodus kam nur die Cupformel in Frage, da man nur zwei Flüge, die zur gleichen Zeit im gleichen Raum stattfinden, vergleichen kann. Um Konkurrenten nicht gleich wegen Lospech oder sonstigem Missgeschick zum Ausscheiden zu verurteilen, haben wir die Hoffnungsrunde geschaffen, über die jeder dennoch in den Final gelangen kann.


Anlässlich der Obmännerkonferenz in Efretikon haben mir die Obmänner der Gruppen Bülach, Erlenbach und Wehntal zugesagt, mit uns Mörsburgern ein Plauschfliegen durchzuführen, bei dem die neue Formel ausprobiert werden könnte. Wir einigten uns auf den 1. August als Austragungsdatum.


Schlussendlich traten 9 Mörsburger, 5 Büacher und 2 Dietiker, die sehr kurzfristig zugesagt hatten, zum freundschaftlichen Wettkampf an. Das Wetter war uns sehr freundlich gesinnt, nachdem es tags zuvor noch in Strömen geregnet hatte. Dank dem einfachen Reglement, das möglichst wenig vorschreiben, aber um so mehr fliegerische Freiheiten lassen soll, passierten keine Auslegungsfehler, weder auf Seiten der Piloten noch der Zeitnehmer. Vom Baukasten-Cirrus bis zum «Döbeli-Flitzer» war der ganze Querschnitt durch den heutigen Modellsegelflugpark vertreten.


Die erste Runde ging sehr speditiv vonstatten. Es bestätigte sich, dass die Zweikämpfe auch für die Zuschauer sehr attraktiv waren. In dieser Runde kämpften die Mörsburger nicht sehr glücklich, denn sie verloren die meisten Zweikämpfe. Um so erfolgreicher waren die Büacher, die ihre Wettbewerbsfahrung ausspielen konnten. Es setzten sich gar nicht die bekannten Namen, die man eigentlich erwartet hatte, durch. Z.B. wurde unser Regionalmeister Bruno Sieber gleich in der ersten vom jungen Hans Stoll in die Hoffnungsrunde relegiert. Die Revanche kam dann im Halbfinal, wo die beiden wieder aufeinander trafen und diesmal behielt Bruno die Oberhand. Als weiterer Riesenötter entpuppte sich Roman Urfer. Er knockte vier Konkurrenten aus und kämpfte sich bis in den Viertelsfinal vor und stand da Bruno Sieber gegenüber, der dann für ihn doch eine Nummer zu gross war. Mit reiner Weste ohne Niederlage schaffte Hans-Ruedi Schläpfer die Finalqualifikation. Sein Kontrahend Bruno Sieber musste, nachdem er schon am Anfang aus der Hauptrunde geworfen wurde, den mühsamen Weg über die Hoffnungsrunde begehen. Aber es hat sich gezeigt, dass derjenige, der die erste Runde verliert, nicht der Schlechteste sein muss, sondern auch der Beste werden kann.


Am Ende des Wettbewerbes waren alle begeistert von dieser Wettbewerbsform und man hörte keinen, der mit dem Schicksal haderte und über Zufall und Wenn und Aber sprach.


Sicherlich hat dieser Anlass die Freude an der Leistungsfliegerei bei den teilnehmenden Segelfliegern gefördert. Ich hoffe, dass sich diese Freude auch in Resultaten an den offiziellen Wettbewerben niederschlagen wird. Haben doch nicht weniger als drei Teilnehmer der SM 77 mitgemacht und dabei feststellen müssen, dass sie gar nicht so weit vom gewöhnlichen Fussvolk entfernt sind. Das heisst doch, dass viele, vor allem Junge, mit etwas Einsatz zur Spitze der Region aufrücken können.


Da der allgemeine Wunsch nach Wiederholung dieses Wettbewerbes laut wurde, wird die Gruppe Mörsburg nächstes Jahr mit einer Neuauflage aufwarten. In welcher Form und mit welcher Beteiligung wird dann im nächsten Winter entschieden werden.


Urs Ribi


Rangliste
1. Bruno SieberMB
2. Hans-Ruedi SchläpferBZ
3. Hans StollBZ
4. Roman UrferMB
5. Felix DöbeliDK
Josef PfisterBZ
7. Hans DangelmeierMB
Urs RibiMB
9. André BürginMB
Reto FriedrichMB
Ruedi SchaubMB
Albert ZraggenBZ
13. Hans-Jürgen BindemannBZ
Wolfgang ChronbichlerDK
Roland DangelmeierMB
Fritz UrferMB


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