Regionen & Vereine

REGIONEN, ORTE DER GROSSEN VIELFALT

Region NOS

von Emil Giezendanner
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Unsere Modellflug-Regionen sind sehr verschieden – könnte man meinen. Bei genauerer Betrachtung stimmt das jedoch nur bedingt. Denn den grössten Beitrag ans Leben der Regionen – oder wie es in der Amtssprache heissen müsste: die «Modellflug-Regionalverbände des AeCS und des SMV» leisten unsere Vereine. Sie prägen ihre Organisationen mit ihren vielfältigen Aktivitäten und verschiedenen Erscheinungsbildern.


Fluggelände bestimmen oft den Vereinszweck

Eine wesentliche Voraussetzung bilden die verschiedenen Fluggelände. Sie sind das Zentrum, das die Realisierung des Vereinszwecks überhaupt ermöglicht. Dies führt oftmals zu einer gewissen «Spezialisierung». In der Region NOS haben sich verschiedene Varianten erfolgreich herausbilden und profilieren können, wie zum Beispiel:


Hangsegelflug

Vereine, die sich dem Hangsegelflug verschrieben haben, sind beliebt und erfolgreich. Die verschiedenen Topografien des NOS bieten sich an. Walensee, Glarnerland, Zürcher Oberland, rund um den Zürichsee. Innerhalb dieser recht grossen Szene bilden sich verschiedene Schwerpunkte ab. So lässt ein Verein auf seinem Startplatz nur motorlosen Segelflug zu. Die meisten bevorzugen gemischten Betrieb. Ein anderer hält in seinen Reihen das Selberbauen und Konstruieren hoch und befasst sich mit neuen Erkenntnissen und Theorien. Lernen können wir immer!


Vereine im Flachland

Die Mehrheit der NOS-Gruppen befindet sich rund um die grösseren Städte und Siedlungen. Sie betreiben – je nach Gelände – Elektroflug, Jet-Betrieb oder auch komplett gemischten Einsatz, vom Propellerflugzeug bis zum Jet. Viele von ihnen sind den teilweise massiven Restriktionen durch den manntragenden Flugbetrieb (Kloten, Dübendorf) unterworfen. Verhandlungsgeschick unserer Fachleute und Disziplin ermöglichen trotzdem eine erfolgreiche Pflege des Hobbys. Sportlich besonders erfolgreiche Jahre haben unsere beiden Helikoptervereine auszuweisen, auch international.

Einen grossen Aufschwung hat seit 1973 der Elektroflug – begonnen mit dem Militky Cup – erlebt (2027 wird 50 Jahre Militky Cup gefeiert). Die einfachen Antriebe ermöglichten auch im Flachland schöne Segelflüge. Sogar der Kunstflug machte erste zaghafte Versuche mit dem Einsatz der neuen Keller-Motoren. Der Physiker Keller entwickelte die ersten leistungsfähigen Elektromotoren mit Magneten aus seltenen Erden. Der junge E-Kunstflieger Heinz Elsässer zeigte schon damals (1985) perfekte Figurenprogramme.



Selber bauen – noch immer aktuell

Der Totengesang auf das Konstruieren und Bauen ist nicht immer ehrlich. Er gründet oftmals auf Neid oder Missgunst. Die modernen Holzbausätze sowie computergesteuertes Fräsen und 3D-Drucken verleihen den Hobby-Flugzeugbauern mit fast unbegrenzten Möglichkeiten neuen Auftrieb (wir publizieren in dieser Zeitschrift regelmässig entsprechende Berichte). Wer die Augen offen hält, trifft auf ein riesiges Angebot an Maschinen und Modellen. Im NOS sind verschiedene Vereine zu nennen, in denen Bauen noch ein wesentliches Standbein bildet. Allen voran muss die MG Linth erwähnt sein. Im Weiteren sind die Grosse Seglerkonstrukteure/-bauer der MG Erlenbach-Herrliberg zu nennen oder die MG Buttikon. Bestimmt sind da noch weitere. Leider sind die Kollegen nicht so sehr in der Öffentlichkeit, sondern eher in ihrer Werkstatt.


Der Kampf um den Luftraum

Flughäfen oder grosse Militär- und andere Flugplätze sind in praktisch allen Regionen dem Modellfliegen nicht sonderlich förderlich. Allerdings sind dabei Intensität des Flugbetriebs und Besiedlungsdichte unterschiedlich. Zudem kennt der NOS verschiedene Gruppen, die Mitbenutzer von «manntragenden Flugplätzen» sind. Dies funktioniert nur dank diszipliniertem Flugbetrieb auf der Basis von klaren Absprachen. Partnerschaftliche Benutzung setzt immer ein hohes Mass an Vertrauen voraus.


Drohnen?

Jede Flugbewegung benötigt Platz. Eine neue dunkle Wolke droht uns am Horizont: Es handelt sich einmal mehr um die Drohnen. Diesmal sind es nicht die durch die EU-Flugsicherheitsbehörde geweckten Schreibtischkiller – sie schlugen bekanntlich den Modellflug kurzerhand den Drohnen zu (leider übernahmen die meisten Länder sowie auch der internationale Luftsportverband diesen Schmarren. Ein paar setzten noch einen drauf mit Standorterkennung durch schöne Gerätlein in den Modellen...). Diesmal geht es um weit mehr als um EU-Vorschriften: Geld und Macht wird uns in Zukunft Sorgen bereiten, indem internationale Grosskonzerne mächtig Druck auf die Politik ausüben werden. Logistikgiganten und Zulieferriesen wollen freien Luftraum in Höhen, in denen auch wir Modellflieger operieren. Gegen diese Grosskonzerne zu bestehen ist weit schwieriger, als gegen EASA-Vorschriften zu kämpfen.



... und die Jugend?

Jugendarbeit wird von einem grossen Teil der Gruppen hochgehalten. Der NOS stellt für Ferienbaukurse kostenlos jedes Jahr mehrere Hundert Holzbausätze zur Verfügung. Das Standardprogramm lautet: am Vormittag bauen, am Nachmittag einfliegen und reparieren. Flüge am Doppelsteuer zum Abschluss. Varianten dazu sind z.B. farbiges Bemalen der Modelle mit Gestaltungswettbewerb. Dieses Angebot richtet sich vorzugsweise an Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe.

Generell ist das Lehrer-Schüler-Fliegen bei den Vereinen sehr beliebt und stark verbreitet. Baukurse, die über mehrere Abende laufen, sind seltener geworden. Wäre eventuell über die Wintermonate als erneuertes Produkt in die Förderstrategien aufzunehmen.


Postskriptum

Einzelne Jugendprojekte obliegen direkt dem NOS-Regionalvorstand. Ähnliche Entwicklungen – neben dem Berner (BOW) Jugendlager, können auch als gemeinsame Ausstellungen, Börsen oder Flugtage organisiert werden. Allerdings geht nichts ohne die personelle Unterstützung aus den Vereinen. Über das Young Silent Wings wurde schon mehrfach berichtet. Damit verbunden ist immer auch das Fliegen an fest geplanten Trainings für Kunst- und Segelflug. Der Besuch von Wettbewerben wird mit Sportflyers unterstützt. Diese Anlässe dienen nicht nur dem Wettkampf, sondern auch der praktischen Aus- und Weiterbildung.

Bilder: MG Buttikon, MG Bussard, MG Erlenbach-Herrliberg



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