Sport

Freiflug-Weltmeisterschaft F1A/B/C 2019 Lost Hills (USA)

von Alfred Andrist
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Den Zuschlag für die Durchführung der WM 2019 in den Klassen F1A/B/C erhielt, die USA. Der Austragungsort Lost Hills in Kalifornien ist für uns Europäer ein Erlebnis. Das Gelände ist ca. 4 mal 5 km gross. Keine Hindernisse, steppenartiges Gras, aber viel Staub.


Klassen F1A/B/C

Das Schweizer Team hatte sich entschlossen, den Weltcup vor der WM mit zu fliegen. Es ging hier darum, das Gelände und die Verhältnisse kennenzulernen. Was sich später als richtig erwies.

Gestartet wurde die Meisterschaft mit der Klasse F1A. Am Start für die Schweiz waren Dominik Andrist, Christian Andrist und Lauri Malila. Der Start war optimal, alle drei erreichten im ersten Flug die geforderte Flugzeit (vier Minuten). Auch der zweite Durchgang wurde mit vier Minuten Flugzeit angesagt. Lauri und Christian erreichten dies. Bei Dominik war das Modell zu langsam eingestellt und pumpte leicht, sodass er die Zeit nicht erreichte. Lauri und Christian haben bis zum sechsten Durchgang die volle Zeit geflogen. Der sechste wurde Lauri zum Verhängnis. Trotz gutem Start und anfänglich leichtem Steigen reichte es nicht für die drei Minuten. Somit war noch Christian übrig. Er erreicht mit 31 weiteren Piloten das erste Flyoff. Die Flyoff-Zeit wurde auf sechs Minuten festgelegt. 20 Piloten konnten sich für das zweite Flyoff qualifizieren, auch Christian gehörte dazu. Die Flugzeit wurde auf acht Minuten erhöht. Nach Freigabe der Arbeitszeit zogen die meisten Piloten ihre Segler hoch und gingen auf die Suche nach guter Luft. Auch Christian zog seinen Segler hoch. Lange suchte er die gute Luft. Zwei Minuten vor Ende der Arbeitszeit übergab er den Segler mit einem optimalen Start der Luft. Banges Schauen der Teammitglieder ob, er steigt. Die Luft scheint nicht so gut zu sein, langsam sinkt der Flieger. Mit dem Wind wird er von der Startstelle weggetrieben. Auf ca. 35 Meter Höhe stabilisiert er sich. Nun fliegt das Modell einen Kreis nach dem andern in gleicher Höhe. Die Zeit ver rinnt, und als dann feststand, dass die acht Minuten erreicht sind, war die Freude gross im Schweizer Team. Das dritte Flyoff wurde auf den nächsten Morgen angesagt. Zehn Minuten waren angesagt. Neben Christian waren noch zwei Piloten, die zu diesem Flyoff antreten konnten. Bei diesem reinen Gleiterfliegen war die Ausgangshöhe von Christian zu gering. Aber der Gewinn der Bronzemedaille ist eine grandiose Leistung. Besonders zu erwähnen ist, dass er in den ersten beiden Flyoffs seinen Thermiksegler einsetzte. Diese übernehmen die kleinste Thermik und sind damit den neuen Profilen in dieser Luft überlegen. Nachteilig ist, dass mit diesen Modellen die Ausgangshöhe geringer ist. Dies heisst, der Pilot muss das Modell in eine gute Luft übergeben.

Am nächsten Tag waren die Gummimodelle an der Reihe. Die Mannschaft bestand aus der Familie Andrist. Auch in dieser Sparte zeigte Christian sein Können. Er erreichte mit vierzig weiteren Piloten das erste Flyoff. Dominik hatte von Beginn an Probleme, dass sein Flieger auf eine Höhe kam, mit der er die geforderte Flugzeit erreichte. Beim Ältesten war der fünfte Durchgang entscheidend. Am Start stehend mit aufgezogenem Gummi, riss dieser. Trotz Bemühungen des gesamten Teams, war dieser nicht aus dem Rumpf zu kriegen. Er musste auf sein Ersatzmodell wechseln. Dieses war nicht optimal für die Thermik eingestellt. Somit war auch er nicht im Flyoff. Christian hatte diesmal kein Glück mit der Startstelle. Die gute Luft ging am andern Ende der Startlinie weg. Die Zeit war entsprechend.

Nun waren noch die F1C dran. Dies ist die spektakulärste Freiflugklasse. Die Modelle steigen bei einer Motorlaufzeit von 4 Sekunden auf über 150 Meter. Die Motoren drehen dabei mit ca. 30000 Umdrehungen pro Minute. Um die Modelle noch schneller steigen zu lassen, werden die Flächen halbiert und übereinander gelegt. Das Modell erreicht nun durch das symmetrische Profil eine höhere Geschwindigkeit und die Ausgangshöhe ist auch entsprechend besser. Peter Maurer, unser einziger F1C-Flieger, hatte Probleme mit dem Steigflug und erreichte die Maximalzeit nicht bei jedem Durchgang. F1C-Modell (Folder) vor dem Start: Die Flügel sind zusammengeklappt. Nach der Motorlaufzeit werde diese mittels Timer freigegeben und klappen auf die volle Streckung aus. Die Weltmeisterschaft wurde von den Amerikanern hervorragend organisiert. Es gab keine Beanstandungen und die Organisation wurde allseits gelobt. Für uns war der Medaillegewinn von Christian der Höhepunkt.




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